OP-Masken, FFP2, KN95 – So schützen uns Masken im Alltag

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FFP2-Maske mit Prüfzeichen - ©️ Marzahn-Hellersdorf LIVE

Sie schützen uns und unser Gegenüber: Masken sind ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie. In öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften gilt derzeit eine Pflicht zum Tragen von OP- oder FFP-Masken. Risikogruppen, ältere Menschen und Hilfsbedürftige erhalten Unterstützung bei der Beschaffung. Hier finden Sie wichtige Fragen und Antworten.

Foto: Bundesregierung (Montage) / imago images / Christian Ohde / SKATA

Bieten Schutz in der Corona-Pandemie: FFP2-Masken filtern mindestens 94 Prozent der Aerosole.

Habe ich die Pflicht, eine Maske zu tragen?

Nach dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 19. Januar sollen in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen sogenannte OP-Masken oder auch Masken der Standards FFP2, KN95 oder N95-Masken getragen werden. Die Umsetzung der Regel liegt bei den Bundesländern. Regional können darüber hinaus weitere Regelungen gelten.

Welche Arten von Masken gibt es?

Der Medizinische Mund-Nasen-Schutz (MNS; Operations-(OP-)Maske) dient dem Schutz anderer vor dem Kontakt mit infektiösen Tröpfchen eines Infizierten. Filtrierende Halbmasken (FFP2 bzw. FFP3 oder KN95/N95) schützen zusätzlich auch den Träger der Maske vor Tröpfchen und Aerosolen.

FFP2, KN95 und N95 sind Schutzklassen-Bezeichnungen für partikelfiltrierende Halbmasken aus verschiedenen Ländern. FFP2 erfüllt eine deutsche Norm. N95-Masken wurden nach Amerikanischen Standards zugelassen. KN95-Masken wurden nach einer chinesischen Norm zugelassen. Diese drei haben eine vergleichbare Filterwirksamkeit.

Wenn es Vorgaben zum Tragen einer medizinischen Maske gibt, dann sind damit folgende Produkte gemeint:

•    OP-Masken

•    Masken des Standards KN95/N95

•    Masken des Standards FFP2

Wie unterscheiden sich die FFP-Masken von OP-Masken?

Wie OP-Masken bestehen FFP-Masken immer aus mehrlagigen Kunststoffen mit bestimmten Eigenschaften. Auch sie beinhalten im Regelfall ein spezielles Filtervlies, ergänzt um weitere Filterschichten, eingebettet zwischen zwei Stoffschichten anderen Materials. Die Filterschichten können je nach Hersteller und Leistungsklasse der Masken variieren. FFP2-Masken filtern mindestens 94 Prozent der Aerosole, FFP3-Masken mindestens 99 Prozent. 

Medizinische Gesichtsmasken (OP-Masken) haben klar definierte Filtereigenschaften und dienen vor allem dem Fremdschutz. Sie bestehen aus mehrlagigen Kunststoffen mit bestimmten Eigenschaften und beinhalten ein spezielles Filtervlies eingebettet zwischen zwei Schichten anderen Materials.

Die verschiedenen Maskentypen und Schutzvisiere im Überblick. Foto: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Woran erkenne ich eine FFP-Maske?

FFP-Masken oder Partikelfiltrierende Halbmasken sind oft kuppelförmig oder faltbar („Kaffeefilterform“). Sie weisen keine klassischen Nähte auf, sondern sind industriell gefertigt, können aber „Schweißnähte“ oder „Schweißpunkte“ aufweisen, an denen nach wie vor Material vorhanden, dieses aber nahezu durchsichtig ist. Sie sind vergleichsweise starrer als OP-Masken oder Alltagsmasken. Dies liegt daran, dass sie mehr und unterschiedliche Filterschichten aufweisen.

Worauf muss ich bei der Verwendung einer FFP-Maske achten? 

Die Maske muss gut passen und über Mund, Nase und Wangen sitzen. Die Ränder der Maske sollten eng anliegen und keine Luftströme an der Maske vorbei erlauben. Eine FFP-Maske kann ihre volle Filterleistung nur dann erbringen, wenn sie dicht sitzt.

Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durchlässt, um das normale Atmen möglichst wenig zu behindern.

Außerdem ist zu beachten: 

  • Eine durchfeuchtete Maske sollte abgenommen und gewechselt werden.
  • Beim Abnehmen der Maske sollte diese möglichst immer an den Bändern der Maske angefasst werden.
  • Nach Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich gewaschen werden (mindestens 20 bis 30 Sekunden mit Seife).

Sind FFP-Masken mehrfach verwendbar?

Grundsätzlich sind FFP-Masken vom Hersteller als Einmalprodukte und nicht zur Wiederverwendung vorgesehen. Im privaten Gebrauch können die Masken jedoch mehrfach verwendet werden, da sie in der Regel einer geringeren Belastung durch Erreger ausgesetzt sind. Nachdem eine FFP2-Maske (z.B. beim Einkaufen) benutzt wurde, kann man sie zum Trocknen aufhängen und in der Zwischenzeit eine andere Maske nutzen. Nach sieben Tagen hat sich die Menge infektiöser Coronaviren auf einer Maske auf ein akzeptables Maß verringert – sie kann also laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nach sieben Tagen wiederverwendet werden. Die Filterleistung der Maske wird dadurch nicht schlechter. Insgesamt beläuft sich die Gesamttragedauer einer Maske aber auf circa acht Stunden.

Was kosten die FFP2-Masken für Risikopatientinnen und -patienten und über 60-Jährige?

Anspruch auf den Erhalt vergünstigter FFP2-Masken (oder vergleichbar) haben Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben sowie Risikogruppen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss genau definiert wurden. 

Personen mit folgenden Erkrankungen oder Risikofaktoren zählen zur Risikogruppe:

  • chronisch obstruktiver Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale
  • chronische Herzinsuffizienz
  • chronische Niereninsuffizienz Stadium ≥ 4
  • Demenz oder Schlaganfall
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • aktive, fortschreitende oder metastasierte Krebserkrankung oder stattfindende Chemo- oder Radiotherapie, welche die Immunabwehr beeinträchtigen kann
  • stattgefundener Organ- oder Stammzellentransplantation
  • Trisomie 21
  • Risikoschwangerschaft

Anspruchsberechtigte Personen erhalten zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken von ihren Krankenkassen, die in einer Apotheke eingelöst werden können. Pro eingelöstem Coupon ist ein Eigenanteil von zwei Euro zu leisten. Für die insgesamt zwölf Masken beträgt die Eigenbeteiligung also vier Euro. Die übrigen Kosten werden aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds getragen.

Auf welchem Weg erhalten Risikopatientinnen und Risikopatienten sowie Personen über 60 Jahre vergünstigte Masken?

Personen, die Anspruch auf vergünstigte FFP2-Masken haben, erhalten von ihrer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung einen Brief. Dieser enthält ein Anschreiben der Bundesregierung und zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken. 
Die Coupons werden in drei Wellen versendet: Zuerst erhalten sie Personen ab 75 Jahren, danach Personen ab 70 Jahren sowie Menschen mit bestimmten Erkrankungen und Risikofaktoren, im dritten Versand alle Versicherten ab 60 Jahren. 
Die Krankenkassen und die privaten Krankenversicherungsunternehmen haben die bei ihnen versicherten Personen, die anspruchsberechtigt sind, ermittelt. Grundlage hierfür waren die bei ihnen bis zum 15. Dezember 2020 vorliegenden Daten – sowohl hinsichtlich Alter als auch Vorerkrankung.
Detailfragen müssen daher an die Krankenkasse oder Krankenversicherung, bei der ein Anspruchsberechtigter versichert ist, gerichtet werden.

Eine Übersicht über die Hotlines der gesetzlichen Krankenversicherungen bietet der GKV-Spitzenverband.

Gibt es kostenlose FFP2-Masken für Hilfsbedürftige?

Zusätzliche Kosten für Schutzmasken können Menschen, die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende beziehen, vor besondere Herausforderungen stellen. Viele haben keine Reserven, um sich mit medizinischen Masken einzudecken. Schutz in der Pandemie darf aber keine Frage des Geldbeutels sein. 
Die Bundesregierung hat daher entschieden, dass Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen und mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft leben, zehn FFP2-Schutzmasken (oder vergleichbare) zur Verfügung gestellt werden. Dafür werden 50 Millionen Schutzmasken zur Verfügung gestellt. Die Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung wurde entsprechend erweitert. Sie ist am 6. Februar 2021 in Kraft getreten, die einmalige Abholung der Schutzmasken ist bis einschließlich 6. März 2021 in jeder Apotheke möglich.

Auf welchem Weg erhalten hilfsbedürftige Personen kostenlose FFP-2-Masken?

Menschen, die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende beziehen, werden durch ihre Krankenkasse bzw. -versicherung per Schreiben über ihren Anspruch informiert. Bei Vorlage des Schreibens und eines Lichtbildausweises erhalten sie ihre Masken in einer Apotheke. Eine Eigenbeteiligung ist in diesem Fall nicht vorgesehen, den Betroffenen entstehen keine Kosten.
Eine zeitnahe Umsetzung stellt für die Krankenkassen und -versicherungen eine gewaltige Aufgabe dar. Die Bundesregierung ist ihnen dafür sehr dankbar.

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