Marzahn-Hellersdorf-Blog: „Stefan, Du bist es?“ – Betrügerische Nachrichten von guten Freunden – Facebook-Messenger

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Aktuell häufen sich betrügerische Nachrichten „von guten Freunden“. Personen aus der Freundschaftsliste oder welche, mit denen man bereits im Facebook-Messenger Kontakt hatte. Ähnliche Vorfälle finden in Whatsapp und Co. statt. Diese betrügerischen Privatnachrichten solltet ihr auf gar keinen Fall anklicken und öffnen. Wir erklären euch auch warum.

Die Betrüger kommen erstmal zum „Angeln“
Diese Nachrichten, von denen wir sprechen, nennen sich „Phishing„. Unter dem Begriff Phishing (engl. für ‚Angeln‘) versteht man Versuche, sich über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten als vertrauenswürdiger Freund in einer elektronischen Kommunikation auszugeben. Ziel des Betrugs ist es z. B. an persönliche Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen oder ihn z. B. zur Ausführung einer schädlichen Aktion zu bewegen. 

Die Betrüger nutzen deine Neugier
Die betrügerische Masche nutzt die Neugier des Empfängers aus und soll ihn dazu bewegen auf Videos oder Bilder zu klicken, die auf einem vertrauten Weg zu dir gekommen ist – per Facebook Privatnachricht. Diese Nachrichten können „Bist Du es“? oder ähnlich klingend formuliert sein. Bis hier hin ist noch alles für Dich und deinen Facebook-Account sicher.

Die Betrüger locken Dich auf eine Betrügerseite im Facebook-Design
Wenn Du nun durch deine eigene Neugier doch auf das Bild oder das Video geklickt hast, geschieht folgendes: Du wirst auf eine Webseite gelenkt, wo dein erwartetes Video oder das Foto als Vorschau zu sehen ist. In der Regel wird ein „Facebook-Anmeldefenster“ vor oder über dem Video/Foto aufploppen. Die Webseite sieht der echten Facebookseite nahezu ähnlich. Das aufploppende Fenster könnte wie folgt lauten: „Bitte loggen Sie sich in ihren Facebook-Account ein, um das Video/Foto zu sehen“. Wer jetzt seine Facebook-Anmeldedaten eintippt, tippt diese auf keiner Facebook-Plattform ein, sondern auf einer nachgebauten Betrügerseite in Facebook-Optik. Die Betrüger „phishen“ deine Anmeldedaten, um sich später in deinen Account einzuloggen und damit eigene Aktivitäten zu tätigen, meist betrügerische Aktivitäten, die dann auf den Accountinhaber zurückzuführen sind. Zbs. Betrügerische Verkäufe im Marktplatz oder um Werbe-Spam-Nachrichten in deinem Namen an deine Freunde zu versenden.

Übrigens: Ähnliche Betrugsmaschen sind im Internet in einer ganz makaberen Art und Weise im Umlauf. Dabei erhältst Du von einem Bekannten eine Nachricht mit einem Foto von einem Verkehrsunfall, wo etwas dazugeschrieben steht: “ Es gab einen schweren Unfall, einige tote Kinder, die Polizei sucht die Eltern der Kinder“. Unabhängig von der Sinnhaftigkeit solcher Texte, erleiden die meisten Eltern einen großen Schreck und klicken unüberlegt auf den Link.

Die Betrüger haben deinen Account NICHT gehackt
„Ich wurde gehackt“ hört man oft von Betroffenen und suggeriert seinen Freunden, dass Facebook unsicher ist. Tatsächlich wurde man nicht gehackt, sondern man hat seine vertraulichen Zugangsdaten vorsätzlich in die Hände von Fremden gegeben, weil man neugierig auf ein Video oder ein Foto war. Facebook kann für dieses Problem am aller wenigsten. Das Problem sitzt tatsächlich vor dem Smartphone.

Die Betrüger versenden Privatnachrichten in deinem Namen
Wenn es zu spät ist, ist es dennoch rechtzeitig seine Freunde darüber zu informieren. Idealerweise nicht über eine Privatnachricht. Nimm dein Telefon in die Hand und rufe deinen Freund an und informiere ihn darüber, dass von seinem Account auffällige Aktivitäten stattfinden. Er soll sofort sein Passwort ändern. In der Regel sollten dann auch die betrügerischen Aktivitäten aufhören.

Diese betrügerischen Aktivitäten können in nahezu identischer Vorgehensweise über Whatsapp, Telegram oder andere Social-Media-Kanäle erfolgen. Wichtig ist: Bitte nicht draufklicken und deinen Freund über ein Anruf darüber informieren.

Es nützt auch nichts deinem Freund einen Vorwurf zu machen, die menschliche Neugier ist grenzenlos.

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