Als Protest gegen das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz veranstaltet die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin am morgigen Mittwoch einen berlinweiten Aktionstag. Zahlreiche Arztpraxen in der Hauptstadt – darunter voraussichtlich auch in Marzahn-Hellersdorf – werden den ganzen Tag geschlossen bleiben.
Fortbildung statt Sprechstunde
Über 2.000 Anmeldungen verzeichnet die KV Berlin für ihre Fortbildungsveranstaltung, die von 09:00 bis 14:00 Uhr stattfindet. Gemeinsam mit Vertretern der größten Berliner Berufsverbände informiert die KV dabei über die geplanten Sparmaßnahmen und deren Folgen für die ambulante Versorgung.
Der Vorstand der KV Berlin macht seinen Standpunkt unmissverständlich klar: Das Gesetz sei keine Gesundheitsreform, sondern gefährde durch Honorarkürzungen die Existenz von Praxen, koste Arbeitsplätze und verschlechtere die Versorgung der Berliner – mit längeren Wartezeiten und eingeschränkten Leistungen als absehbare Folge.
Notversorgung ist sichergestellt
Für medizinische Notfälle hat die KV Berlin Notdienstpraxen eingerichtet, die am 10. Juni von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet sind:
- Kinder und Jugendliche: Sana Klinikum Lichtenberg sowie DRK Kliniken Berlin Westend
- Erwachsene: Vivantes Klinikum im Friedrichshain sowie DRK Kliniken Berlin Westend
Hintergrund
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht Kürzungen bei den Honoraren für niedergelassene Ärzte vor. Bundesweit protestieren Kassenärztliche Vereinigungen gegen das Vorhaben. Die KV Berlin sieht darin eine direkte Bedrohung für die wohnortnahe Grundversorgung – besonders in einem Bezirk wie Marzahn-Hellersdorf, der bereits heute unter einem Mangel an niedergelassenen Fachärzten leidet.
Patienten werden gebeten, nicht dringliche Arztbesuche auf einen anderen Tag zu verlegen und sich bei akuten Beschwerden an die genannten Notdienstpraxen zu wenden. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist zudem weiterhin unter 116 117 erreichbar.



