Die Balkone eines Wohnhauses der Tangermünder Straße in Hellersdorf bleiben auf unbestimmte Zeit gesperrt.
Nach fast einem Jahr Sperrung warten die Bewohnerinnen und Bewohner weiterhin auf eine Perspektive – ein konkreter Fertigstellungstermin ist nach Angaben von Stadt und Land noch nicht absehbar.
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Mai 2025: Absturzgefahr zwingt zum sofortigen Handeln
Den Anfang machte ein Schreiben der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land, das die Mieterinnen und Mieter der Häuser Tangermünder Straße 11 und 13 am 16. Mai 2025 erreichte. Darin wurde mitgeteilt, dass die Balkone wegen schwerwiegender Baumängel ab sofort nicht mehr betreten werden dürfen – die Gefahr, dass sich Bauteile lösen und herabfallen könnten, sei akut. Noch am selben Tag ließ Stadt und Land den Gehwegbereich unterhalb der Balkone mit Bauzäunen absichern, um auch Passanten zu schützen. Außerdem musste die Müllstandsfläche verlegt werden, was in den folgenden Tagen zu Beeinträchtigungen bei der Abfallentsorgung führte. Die Stimmung unter den Bewohnern war damals gemischt: Während viele die Maßnahme als notwendig akzeptierten, beklagten andere, dass die Mängel nicht früher erkannt worden seien – gerade im Frühling fiel das Balkonverbot besonders bitter auf.
August 2025: Abrissarbeiten unter Seiltechnik
Knapp drei Monate später, Anfang August 2025, rückten Spezialisten an. Die FSB Spezialbau- und Fassaden GmbH begann ab dem 4. August mit der schrittweisen Demontage der einsturzgefährdeten Balkonstrukturen. Das Schadenbild war deutlich: Abplatzungen, gelöste Bauteile und teils nach außen gewölbte Konstruktionen dokumentierten den fortgeschrittenen Verfall. Unter Seiltechnik arbeiteten sich zwei Bauarbeiter vom Dach aus Balkon für Balkon vor, führten Stemm- und Flexarbeiten durch und sicherten die Trittflächen mit Stützen, um ein unkontrolliertes Herabstürzen der Betonstrukturen zu verhindern. Die Abrissphase war auf rund anderthalb Wochen veranschlagt. Anschließend sollte ein Statiker prüfen, ob auch die verbliebenen Außenteile entfernt werden müssen – sogar das Erdreich wurde auf mögliche Schäden untersucht. Wegen der engen Feuerwehrzufahrten in der Straße setzte das Entsorgungsunternehmen einen im Brandfall umsetzbaren Selbstlader ein. Stadt und Land kündigte seinerzeit an, nach Abschluss des Rückbaus unmittelbar mit der Sanierung zu beginnen, um den Mietern schnellstmöglich wieder nutzbare Balkone zu ermöglichen.
Aktueller Stand: Genehmigung ausstehend, Fertigstellung frühestens Ende 2026
Von einer schnellen Rückkehr zur Normalität kann bislang keine Rede sein. Auf aktuelle Anfrage von Marzahn-Hellersdorf LIVE teilte Stadt und Land mit, dass Planungen und Statikprüfungen zwar abgeschlossen seien, die behördliche Genehmigung jedoch noch ausstehe. Parallel laufe der Vergabe- und Ausschreibungsprozess. Einen verbindlichen Montagetermin könne man deshalb derzeit nicht nennen. Nach heutigem Stand geht Stadt und Land davon aus, dass die Arbeiten voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2026 andauern werden. Sobald ein verlässlicher Zeitplan vorliege, werde man informieren. Die Einschränkung für die Betroffenen sei dem Unternehmen bewusst – die Sicherheit habe jedoch oberste Priorität.
Fotos: © John Boutin / Berlin-Doku

