10. April 2026

Eisenacher Straße offen: Das sollten Autofahrer jetzt wissen

Gute Nachrichten für Anwohner und Verkehrsteilnehmer in Marzahn-Hellersdorf: Die Eisenacher Straße ist seit den Nachmittagsstunden wieder vollständig befahrbar. Doch die Freigabe für den Verkehr hat einen ganz großen Haken!

Der Abschnitt zwischen Gothaer Straße und Blumberger Damm wurde soeben freigegeben, nachdem Bauarbeiter am Freitag in den Stunden zuvor noch letzte Fahrbahnmarkierungen aufgebracht und abschließende Arbeiten an der Lichtzeichenanlage an der Kreuzung Blumberger Damm/Eisenacher Straße durchgeführt hatten.

Rückbau der Absperrungen

Am heutigen Tag konnte die Lichtzeichenanlage aus technischen Gründen nicht in Betrieb genommen werden. Vorsicht ist im Kreuzungsbereich geboten! Die Erleichterung dürfte jedoch von kurzer Dauer sein – denn die nächste Vollsperrung ist bereits in Planung.


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Über drei Jahre Baustelle

Die Baustelle in der Eisenacher Straße besteht seit Oktober 2022 und zählt zu den umfangreicheren Infrastrukturprojekten im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Im Zuge der Maßnahmen wurde der betroffene Abschnitt zwischen Blumberger Damm und Gothaer Straße grundhaft ausgebaut. Neben der vollständigen Sanierung der Fahrbahn wurden auch Geh- und Radwege erneuert sowie der Knotenpunkt Gothaer Straße neu errichtet. Ursprünglich war eine Fertigstellung bis Ende 2025 angepeilt worden, doch witterungsbedingte Einschränkungen und die hohe Komplexität des Vorhabens führten zu Verzögerungen. Einzelne Restarbeiten sollen sich laut aktuellem Stand noch bis ins Frühjahr 2026 ziehen.

Die Bauarbeiten hatten über lange Zeit erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr. Seit dem 17. März 2025 kam es in einzelnen Abschnitten zu Vollsperrungen, insbesondere zur Durchführung von Asphaltarbeiten. Für den Durchgangsverkehr wurde eine Umleitung über die Cecilienstraße und die Landsberger Allee eingerichtet. Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen: Die Buslinie 195 wurde über die Haltestellen der Linie 197 umgeleitet, wodurch unter anderem die Haltestelle Bärensteinstraße zeitweise nicht bedient werden konnte. Anlieger konnten ihre Grundstücke und den Parkplatz der Gärten der Welt über wechselnde Zufahrten weiterhin erreichen.

Im Vorfeld der Maßnahmen mussten zudem Bäume gefällt werden – ein Eingriff, der als notwendige bauvorbereitende Maßnahme eingestuft wurde. Mit der nun erfolgten Freigabe des Abschnitts entspannt sich die Verkehrssituation zumindest vorübergehend spürbar.

Kein Grund zur Entwarnung: Nächste Sperrung folgt

Die Freude über das Ende der jahrelangen Baustelle wird indes von einer unangenehmen Realität gedämpft. Denn der Abschnitt der Eisenacher Straße, der die beiden Hellersdorfer Brücken über die Wuhle und die Neue Wuhle umfasst, steht vor dem nächsten Großeingriff. Der Ersatzneubau der Hellersdorfer Brücken durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt soll zwischen dem zweiten und dritten Quartal 2026 beginnen.

Bild: SenUMVK

Die vorbereitenden Maßnahmen laufen bereits: Baumfällungen und Rückschnitte von Sträuchern wurden bereits Ende 2025 durchgeführt, begleitet von einer Umweltaufsicht. Zusätzlich begannen bereits ab Juni 2025 Leitungsumverlegungen im Bauschatten der damals noch laufenden bezirklichen Vollsperrung. Die Verlegung von Versorgungsleitungen – durchgeführt durch die Leitungsträger NBB, Stromnetz Berlin und die Telekom – ist als eigenständiges Bauvorhaben angelegt.

18 Monate Vollsperrung für die Eisenacher Straße

Für die Dauer des Brückenneubaus ist eine rund 18-monatige Vollsperrung der Eisenacher Straße im Bereich der Brückenbauwerke vorgesehen. Der BVG-Linienbusverkehr wird während der gesamten Bauzeit im Baufeld unterbrochen. Die Buslinie 195 wird analog zum Kraftfahrzeugverkehr umgeleitet, wobei die Umleitung auf bereits vorhandenen ÖPNV-Strecken mit bestehenden Bushaltestellen verläuft. Die Bushaltestellen „Bärensteinstraße“ (Fahrtrichtung Ost), „Eisenacher Straße/Gärten der Welt“ (beidseits) und „Suhler Straße“ (beidseits) werden während der gesamten Bauzeit außer Betrieb genommen. Der motorisierte Individualverkehr wird erneut über die Landsberger Chaussee und die Cecilienstraße geleitet.

Warum müssen die Brücken neu gebaut werden?

Die beiden Hellersdorfer Brücken überqueren im Zuge der Eisenacher Straße die Wuhle sowie die Neue Wuhle – in direkter Nachbarschaft zu den südwestlich angrenzenden Gärten der Welt. Die bestehenden Brücken weisen eine zu geringe Bauwerksbreite auf, die eine gefährliche Engstelle für den Fuß- und Radverkehr darstellt, und erfüllen zudem nicht die Anforderungen an eine uneingeschränkte Traglast. Hinzu kommt ein schlechter Fahrbahnzustand sowie eine unzureichende Beleuchtung.

Die beiden Hellersdorfer Brücken bestehen aus zwei hintereinander folgenden Brückenbauwerken, die der Querung des Wuhletals dienen. Die westliche Hellersdorfer Brücke quert die Wuhle, die östliche die Neue Wuhle. Der Ersatzneubau der östlichen Brücke erfolgt an gleicher Stelle. Die westliche Brücke muss hingegen leicht in Richtung Osten verschoben werden, da die im Boden verbleibende Bestandsgründung eine exakte Wiedererrichtung an gleicher Position verhindert. Zudem wird der Kreuzungswinkel der westlichen Brücke optimiert, was eine Umverlegung der Wuhle auf einem kurzen Abschnitt erfordert.

Neubau nach Mobilitätsgesetz: Breite Radwege und mehr Naturschutz

Der Ersatzneubau folgt den Vorgaben des Berliner Mobilitätsgesetzes. Im Neubau wird der Rad- und Gehweg auf eine beidseitige Breite von jeweils 5,70 Metern ausgelegt, was die Wegeführung für Fußgänger und Radfahrer deutlich verbessern soll. Radfahrer müssen künftig an dieser Stelle nicht mehr auf die Fahrbahn ausweichen.

Die Brücken werden in integraler Rahmenbauweise aus Stahlbeton errichtet, wodurch wartungsintensive Bauteile wie Lager und Übergangskonstruktionen entfallen. Dies soll die langfristigen Unterhaltskosten senken und die Lebensdauer der Bauwerke erhöhen.

Auch der Naturschutz spielt eine zentrale Rolle. Die Wuhle soll im Anschluss an die Arbeiten renaturiert werden, sodass dort lebende Tiere die Wuhle anschließend besser unterqueren können als bislang. Das Projekt fügt sich damit in das übergeordnete Ziel ein, Berlins städtische Gewässer ökologisch aufzuwerten.

Politischer Streit um Verzögerungen

Das Nebeneinander von Straßensanierung und Brückenneubau war von Anfang an politisch umstritten. Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf hatte gefordert, beide Projekte miteinander zu verzahnen, um die Einschränkungen für Anwohner zu minimieren. Der Senat hingegen strebte den Brückenneubau erst nach Abschluss der bezirklichen Straßenbaumaßnahme an, mit einer geplanten Fertigstellung bis 2027. Kritik kam damals von Linken-Politikern: Die aufeinanderfolgenden Maßnahmen würden die Einschränkungen um zwei weitere Jahre verlängern, was nicht akzeptabel sei. Tatsächlich haben sich die Bewohner der umliegenden Kieze nun auf eine weitere Belastungsphase einzustellen, die mindestens bis Ende 2027 andauern dürfte.

Was am Ende entsteht

Das Ergebnis soll sich sehen lassen. Beide Brückenbauwerke werden als gemeinsamer Brückenzug unter dem Namen „Hellersdorfer Brücken“ neu errichtet und in die bereits fertiggestellte, grundhaft erneuerte Eisenacher Straße eingebettet. Die neue Verkehrsanlage entspricht dann vollständig den Anforderungen des Berliner Mobilitätsgesetzes – mit sicheren, breiten Fuß- und Radwegen, moderner Beleuchtung und einer für alle Verkehrsarten leistungsfähigen Kreuzungssituation am Blumberger Damm.

Für Anwohner, Pendler und alle, die regelmäßig zwischen Marzahn und Hellersdorf unterwegs sind, bleibt die Botschaft jedoch klar: Nach mehr als drei Jahren Baustelle folgt fast nahtlos die nächste. Die Eisenacher Straße wird auch in den kommenden eineinhalb Jahren eine der am stärksten belasteten Baustellen im Bezirk bleiben.

Weitere Informationen: Neubau Hellersdorfer Brücken

Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

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1 Comment Schreibe einen Kommentar

  1. Hierran sieht man mal wieder wie in Berlin Baustellen geplant werden und wie Bezirk und Senat doch zu sammen arbeiten. Dieses ist doch so eine Provincposse die kaum zu glauben ist.

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