Marzahn-Hellersdorf verzeichnet in den vergangenen Jahren einen spürbaren Rückgang der Kinderarmut – dennoch bleibt der Bezirk weiterhin stärker betroffen als viele andere Teile Berlins. Das geht aus einer aktuellen Schriftlichen Anfrage an den Berliner Senat hervor, die nun veröffentlicht wurde .
Ein Viertel der Kinder lebt von Grundsicherung
Zum Stichtag 31. Dezember 2024 lebten berlinweit 22,5 Prozent der unter 18-Jährigen in sogenannten SGB-II-Bedarfsgemeinschaften, also Familien, die Leistungen der Grundsicherung beziehen. In Marzahn-Hellersdorf lag dieser Anteil mit 25,0 Prozent erneut über dem Berliner Durchschnitt, auch wenn sich die Lage im Vergleich zu früheren Jahren deutlich verbessert hat.
2015 lag die Quote im Bezirk noch bei 37,9 Prozent, 2020 bei 27,7 Prozent. Innerhalb von zehn Jahren ist die Kinderarmut damit zwar stark zurückgegangen, bleibt aber weiterhin ein zentrales soziales Thema im Bezirk.
Große Unterschiede innerhalb des Bezirks
Besonders deutlich werden die sozialen Unterschiede bei einem Blick auf die einzelnen Bezirksregionen. Während in Mahlsdorf (2,6 Prozent), Kaulsdorf (4,8 Prozent) und Biesdorf (8,6 Prozent) vergleichsweise wenige Kinder in Bedarfsgemeinschaften leben, sind andere Teile des Bezirks deutlich stärker betroffen.
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Die höchsten Quoten weisen weiterhin Hellersdorf Nord (36,8 Prozent), Hellersdorf Ost (35,2 Prozent) sowie Marzahn Nord (31,8 Prozent) auf. Auch Marzahn Mitte (30,5 Prozent) liegt klar über dem Bezirksdurchschnitt. Damit bleibt Kinderarmut in Marzahn-Hellersdorf stark räumlich konzentriert.
Maßnahmen zeigen Wirkung – Herausforderungen bleiben
Der Senat verweist darauf, dass die Entwicklung der Kinderarmut maßgeblich durch bundespolitische Rahmenbedingungen beeinflusst wird, etwa durch Mindestlohnregelungen, steuerliche Entlastungen und Leistungen der sozialen Sicherung. Ergänzend setzen Land und Bezirk seit Jahren auf umfangreiche armutspräventive Maßnahmen.
Dazu zählen unter anderem kostenfreie Kinderbetreuung, die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für Kinder und Jugendliche, Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sowie zahlreiche Programme zur Bildungs-, Kultur- und Teilhabeförderung. Das Finanzvolumen für die Kinder- und Jugendhilfe im Bezirk hat sich seit 2015 laut Senat sogar versechsfacht.
Familienzentren, Stadtteilmütter-Projekte, Jugendfreizeiteinrichtungen, Ferienangebote und niedrigschwellige Beratungsangebote sollen gezielt dort unterstützen, wo die Belastungen besonders hoch sind. Gleichzeitig wird betont, dass Angebote bewusst ohne detaillierte Erfassung der Einkommenslage genutzt werden können, um Stigmatisierung zu vermeiden.
Keine Schließungen – aber weniger Spielraum
Positiv: Seit 2015 mussten im Bezirk keine bezirklich finanzierten Angebote der Jugend- und Familienförderung geschlossen werden. Allerdings führten Kürzungen auf Landesebene dazu, dass einzelne Armutspräventionsprojekte nicht im vollen Umfang fortgeführt werden konnten. Ziel bleibt es laut Senat dennoch, alle bestehenden Angebote auch in den kommenden Jahren zu sichern.
Die Zahlen zeigen: Marzahn-Hellersdorf ist auf einem guten Weg, was den langfristigen Rückgang der Kinderarmut betrifft. Gleichzeitig verdeutlichen sie, dass der Bezirk weiterhin zu den sozial besonders belasteten Regionen Berlins zählt – mit klaren Brennpunkten innerhalb einzelner Bezirksregionen. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um den positiven Trend zu verstetigen und soziale Ungleichheiten weiter abzubauen.
Symbolbild(er): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 MaHe LIVE Whatsapp-KANAL 🗞️

