Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf plant am Brebacher Weg nahe dem Bahnhof Wuhletal einen neuen Park-and-Ride-Parkplatz mit 45 Stellplätzen. Doch das Vorhaben stockt: Kurz vor den geplanten Baumfällarbeiten im Februar musste der Bezirk die Rodung absagen – wegen streng geschützter Zauneidechsen.
Ursprünglich sollten die Arbeiten am 21. Februar 2026 beginnen, wir berichteten darüber. Nach einer erneuten Abstimmung zwischen dem bezirklichen Umwelt- und Naturschutzamt und der zuständigen Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt ergaben sich jedoch neue Hinweise auf Zauneidechsen-Vorkommen auf dem Gelände. Eine Rodung hätte die Winterruhe der streng geschützten Tiere erheblich gestört und damit gegen geltendes Artenschutzrecht verstoßen. Der Bezirk verschob die Fällarbeiten daraufhin auf Oktober 2026. Zunächst sollen Kartierungen des Geländes stattfinden und Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff festgelegt werden.
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Betroffen ist eine rund 1.200 Quadratmeter große Fläche südlich der Altentreptower Straße, eingegrenzt durch die Altentreptower Straße, den Brebacher Weg und die Bahngleise. Auf ihr wachsen laut Bezirksamt Ahorn, Ulme, Esche und Robinie mit einem Standalter von etwa 25 bis 62 Jahren – rund 40 Bäume insgesamt. Das Amt teilt dazu mit, dass es sich dabei ausschließlich um Wildwuchs handele; lediglich eine Baumreihe entlang des Gehwegs an der Altentreptower Straße sei einmal angepflanzt worden, allerdings nicht als Ausgleichspflanzung. Die Gesamtkosten für das Vorhaben sind mit 500.000 Euro veranschlagt.
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Ersatzpflanzungen seien im vorgegebenen Rahmen vorgesehen, so der Bezirk, und sollen vor allem zwischen der künftigen Parkfläche und dem Gehweg entlang der Altentreptower Straße sowie westlich der Parkfläche erfolgen. Die konkrete Ausgestaltung werde im weiteren Verfahren präzisiert.
Hintergrund des Projekts ist der anhaltende Parkdruck rund um den S- und U-Bahnhof Wuhletal. Pendler weichen demnach zunehmend in angrenzende Wohnsiedlungen der Parchimer Straße, Ludwigsluster und Altentreptower Straße aus und verursachen dort Konflikte. Als Alternative prüft der Bezirk nach eigenen Angaben auch, ob am bestehenden P+R-Standort ein offenes Parkhaus errichtet werden könnte – ähnlich dem Parkhaus am Unfallkrankenhaus Berlin (UKB). Ein Parkhausneubau am bestehenden Standort hätte allerdings einen gravierenden Nachteil: Während der Bauzeit, die auf mindestens ein bis eineinhalb Jahre geschätzt wird, wären sämtliche vorhandenen Stellplätze gesperrt. Ein vollständiger Ausbau des bestehenden Parkplatzes nach unten ist laut Bezirk ohnehin ausgeschlossen – der Tunnelverlauf der U-Bahn steht dem entgegen.









Die parlamentarische Anfrage (Drucksache 19 / 25 455) des Linke-Abgeordneten Kristian Ronneburg brachte zudem ans Licht, dass es vor der öffentlichen Ankündigung der Rodung keinerlei Abstimmung zwischen dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und dem Senat gegeben hatte. Entsprechend erteilte der Senat dem Bezirk im Vorfeld auch keine fachlichen Hinweise zum Artenschutz. Ob das Berliner Baumgesetz neue Abwägungsgründe liefere, die gegen die Fällung von 40 Bäumen für 45 Parkplätze sprechen könnten, verneinte das Bezirksamt in seiner Stellungnahme knapp.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

