Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung zur ISS Auerbacher Ring stellten der Bezirk Marzahn-Hellersdorf, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie die NKBAK Architekten den aktuellen Stand des Schulneubaus im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive vor.
Eröffnet wurde der Abend von Stefan Bley, Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Weiterbildung, Kultur und Facility Management, im Tourist-Informationszentrum am Kienbergpark.

Überblick zum Projekt
Geplant ist der Neubau einer 4+3-zügigen Integrierten Sekundarschule (ISS) mit Typensporthalle für rund 625 Schülerinnen und Schüler. Aufgrund des weiterhin hohen Bedarfs im Grundschulbereich wird der Standort nicht nur als ISS, sondern als Gemeinschaftsschule betrieben. Damit reagiert der Bezirk flexibel auf die demografische Entwicklung – eine ursprünglich geplante reine Grundschule ist vorerst aus der Planung gestrichen.
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Bauherr ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Bedarfsträger das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf. Die Kosten sind derzeit mit rund 70 Millionen Euro veranschlagt; Anpassungen nach oben oder unten sind im weiteren Verlauf möglich.
Planung, Architektur und Bauweise

Die architektonische Planung verantworten NKBAK Architekten gemeinsam mit weiteren Fachplanungen. Realisiert wird der Schulbau als Holzmodulbau (HOComp – Holz-Compartment-Schule):
- 316 vorgefertigte Raummodule, bis zu 90 % Vorfertigungsgrad
- serielle Produktion der Module in Berlin-Köpenick
- Einbauten wie Fenster, Türen, Haustechnik und Beleuchtung bereits im Werk
- extensives Gründach
- Fassadenmontage parallel zum Innenausbau und zu den Außenanlagen

Der modulare Ansatz ermöglicht eine kurze Bauzeit: Vom Baubeginn bis zur Fertigstellung des Schulgebäudes sind rund 13 Monate vorgesehen.
Zeitplan und Bauablauf
- Beauftragung des Generalunternehmers: März 2023
- Baumfällarbeiten in Vorbereitung für Februar 2026
- Geplanter Baubeginn: Ende 4. Quartal 2026
- Übergabe an den Bezirk: Schuljahr 2027/28 (voraussichtlich 1. Quartal 2028)
- Außenanlagen: Fertigstellung nachlaufend, nicht zwingend zeitgleich mit der Gebäudeübergabe
Aktuell sind Kampfmittelräumer vor Ort, um das Gelände auf mögliche Altlasten zu prüfen.

Besonderheiten im Untergrund
Ein wichtiges Thema war die Bestandslage im Boden. Da zu DDR-Zeiten Leitungen und Bauwerke nicht immer vollständig dokumentiert wurden, müssen vorab umfangreiche Untersuchungen erfolgen. Fest steht bereits:
- Eine Fernwärmeleitung des ehemaligen Schulstandorts verläuft unter dem Baugrundstück, und ist augenscheinlich an die benachbarte Vereinssporthalle angeschlossen.
- Weitere Versorgungsleitungen (Strom u. a.) müssen umgelegt oder entfernt werden.
- Boden- und Leitungsarbeiten sind bis in das 4. Quartal eingeplant.
Baustellenlogistik und Verkehr

Für die Bauphase werden drei Kräne aufgestellt. Die Baustraße (lila Streifen) ist 6 Meter breit und führt aufgrund der Modulbauweise quer über das Schulgelände. Die Zufahrten erfolgen:
- über den Auerbacher Ring, nahe der Jugendfreizeiteinrichtung U5 Jugendfreizeiteinrichtung
- sowie über die Maxie-Wander-Straße
Der intensive Lkw-Verkehr beschränkt sich vor allem auf die rund vier Monate der Modulmontage. Betroffen sind insbesondere: Carola-Neher-Straße, Maxie-Wander-Straße, Auerbacher Ring und Klingenthaler Straße.
Zudem werden Zufahrten für die Feuerwehr verbindlich eingeplant.
Nutzungskonzept und Räume

Vorgesehen sind unter anderem:
- 18 Stammgruppen
- 12 Teilungsräume
- 7 Fachräume
- Mehrzweckraum / Mensa mit Küche
- Bibliothek
- Typensporthalle
Aus dem Publikum kam die Frage einer Lehrerin, ob es möglich sei, einen Sportplatz auf dem Dach des Schulgebäudes zu errichten. Die Planer erläuterten, dass individuelle Sonderlösungen dieser Art nicht Bestandteil der standardisierten, schnellen Bauverfahren der Berliner Schulbauoffensive sind.

Ergänzende Standorte und Übergangslösungen
Auf dem gegenüberliegenden Grundstück an der Maxie-Wander-Straße, dem ehemaligen Standort des Max-Reinhardt-Gymnasiums, entsteht derzeit ein Modularer Ergänzungsbau (MEB). Die Bagger sind dort die Tage eingetroffen. Dieser soll zusätzliche Raumkapazitäten für die neue Schule aufnehmen.
Der Bezirksstadtrat informierte zudem über die Zusammenlegung von Kapazitäten, um den Bedarf abzudecken. In dem alten Schulgebäude Maxie-Wander-Straße 78 sind aktuell noch bis zu 480 Geflüchtete untergebracht.
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Mobilität und Barrierefreiheit
- 176 Fahrradstellplätze für Schülerinnen und Schüler
- Behindertenparkplätze (für die Schule) direkt am Auerbacher Ring
Natur, Umwelt und Ausgleich

Der Schulneubau erfordert Baumfällungen. Dazu nahmen auch Mitglieder der Bürgerinitiative Kastanienboulevard Stellung. Vorgesehen sind umfassende Kompensationsmaßnahmen:
- 52 neue Bäume
- 42 Nistkästen (lila Punkte) nördlich des Schulgeländes
- insgesamt 1.200 m² Ausgleichsflächen
Der Außenbereich des Schulgeländes wird als letzter Bauabschnitt fertiggestellt.
Mit dem Schulneubau am Auerbacher Ring entsteht ein zentrales Bildungsprojekt für Marzahn-Hellersdorf. Die Kombination aus moderner Holzmodulbauweise, flexibler Schulform als Gemeinschaftsschule und umfangreichen Umwelt- und Ausgleichsmaßnahmen zeigt, wie der Bezirk auf wachsende Schülerzahlen reagiert – auch wenn die Bauphase für Anwohner zeitweise Einschränkungen mit sich bringen wird.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

