Das Wohnungsamt Marzahn-Hellersdorf kämpft mit erheblichem Personalmangel – und das hat Folgen für Mieterinnen und Mieter im Bezirk. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Johannes Martin hervor (Drucksache 19/25545).
Demnach verfügt der Fachbereich Wohnen des Amtes für Bürgerdienste über insgesamt 58 Vollzeitäquivalente (VZÄ) – doch von diesen sind laut aktuellem Stand vom März 2026 gerade einmal 43 besetzt. 15 Stellen sind vakant, befinden sich aber nach Bezirksangaben „in unterschiedlichen Verfahren“, darunter laufende Ausschreibungs- und Einstellungsverfahren sowie die Übernahme von Auszubildenden. Der Stellenbesetzungsprozess werde derzeit „neu geordnet“.
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Für eine konkrete jahresweise Aufstellung der Besetzungszahlen zwischen 2020 und 2025 – wie vom Abgeordneten Martin gefragt – sah sich der Bezirk außerstande: „Aufgrund von Einstellungen, Renteneintritten, Umsetzungen und Kündigungen schwanken die Zahlen und können nicht konkret für jedes einzelne Jahr aufgelistet werden“, heißt es in der Antwort.
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102 Anzeigen wegen überhöhter Mieten – noch unbearbeitet
Besonders brisant: Beim Wohnungsamt sind insgesamt 102 Anzeigen von Bürgerinnen und Bürgern wegen des Verdachts auf überhöhte Mietzahlungen eingegangen. Geprüft wurde bislang keine einzige davon – und ein Bußgeld wurde bisher in keinem Fall verhängt.
Der Grund liegt laut Bezirk erneut im Personalmangel. Im zuständigen Bereich seien keine Dienstkräfte eingesetzt gewesen, zwei Stellen seien im Rahmen der Haushaltsverhandlungen abgelehnt worden. Zwar seien zum 1. April drei neue Kolleginnen und Kollegen geplant, außerdem profitiere der Bezirk von einem Landesbeschluss über 19 zusätzliche Stellen in den bezirklichen Wohnungsämtern berlinweit. Seit März 2026 werde der Bereich Zweckentfremdung zudem durch eine befristete Trainee-Stelle bis Ende November verstärkt.
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Die eigentliche Bearbeitung der 102 vorliegenden Beschwerden soll dem Bezirk zufolge erst ab Mai beginnen – bis dahin hätten die Anzeigen lediglich zum „Versand von Informationen“ geführt. Für April und Mai kündigte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zudem eine zusätzliche Dienstkraft sowie Unterstützung bei Sachmitteln an. Das Wohnungsamt nehme „die Thematik sehr ernst“, betonte der Bezirk.
Mietrecht auf dem Papier – Vollzug lässt auf sich warten
Formal sind alle 102 eingegangenen Anzeigen als Verfahren eröffnet. Doch rechtskräftige Bußgelder gibt es keines. Für betroffene Mieterinnen und Mieter bedeutet das: Wer überhöhte Miete zahlt und Anzeige erstattet hat, wartet weiterhin auf eine Reaktion der Behörde.
Die Schriftliche Anfrage hatte CDU-Abgeordneter Johannes Martin am 16. März 2026 eingereicht. Die Antwort erfolgte im Namen des Senats durch Herrn Machulik von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, der den Bezirk Marzahn-Hellersdorf um eine Stellungnahme gebeten hatte.
Symbolbild(er): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 MaHe LIVE Whatsapp-KANAL 🗞️

