Im Quartier Helle Mitte in Marzahn-Hellersdorf schlummern erhebliche Wohnungsbaupotenziale – doch trotz mehrerer erteilter Baugenehmigungen hat bislang kein einziges Vorhaben begonnen. Das geht aus der Antwort des Berliner Senats auf eine Schriftliche Anfrage des Linke-Abgeordneten Kristian Ronneburg hervor (Drucksache 19/25300).
Gleich drei Projekte verfügen laut Senat über gültige Baugenehmigungen, sind aber noch nicht in die Bauphase eingetreten: An der Janusz-Korczak-Straße 34 ist ein Boardinghouse mit 98 Nutzungseinheiten geplant, an der Janusz-Korczak-Straße 14 ein weiteres mit 169 Einheiten für temporäres Wohnen. An der Stendaler Straße 29 sollen 30 Wohneinheiten entstehen. In allen drei Fällen lautet die Antwort des Bezirks übereinstimmend: Baugenehmigung erteilt, Baubeginn offen.
Für zwei Dreiecksflächen am Fritz-Lang-Platz, die nach jahrelanger Brachnutzung erneut als Parkplätze genutzt werden, sowie an der Ecke Peter-Weiss-Gasse/Lyonel-Feininger-Straße liegen dem Eigentümer bereits seit 2018 genehmigte Pläne für Boardinghäuser vor – zuletzt 2022 verlängert. Auch hier ist kein Baustart in Sicht.
Auf die Frage, ob Land und Bezirk an der Schaffung bezahlbaren Wohnraums für Studenten in der Hellen Mitte interessiert seien, antwortete der Bezirk schlicht mit: Ja.
Wie viele Wohnungen im Geltungsbereich des Bebauungsplans XXIII-7 tatsächlich entstehen könnten, lässt sich nach Auskunft des Bezirks nicht abschließend beziffern. Das hänge von Wohnungsgrößen und dem tatsächlich ausnutzbaren Baurecht ab. Im Kerngebiet sind Wohnnutzungen auf mehreren Flurstücken – teils allgemein, teils ausnahmsweise – zulässig. Konkret betroffen sind unter anderem Flurstücke mit zusammen rund 5.800 Quadratmetern Grundfläche, auf denen drei bis fünf Vollgeschosse realisiert werden dürfen.
Zur Frage möglicher Aufstockungen bestehender Gebäude musste der Bezirk passen: Detaillierte Kenntnisse über die Statik der Bauten lägen nicht vor. Senat und Bezirk befassten sich dem Senat zufolge zwar grundsätzlich mit Aufstockungspotenzialen im Bestand – konkrete Ergebnisse für die Helle Mitte gibt es aber nicht.
Das Quartier Helle Mitte gilt seit Jahren als unterentwickelt. Die Anfrage Ronneburgs macht deutlich: Genehmigungen allein schaffen noch keinen Wohnraum.
Quelle: Schriftliche Anfrage 19/25300, Abgeordnetenhaus Berlin, Antwort vom 11. März 2026
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