Im Jahr 2025 wurden in Marzahn-Hellersdorf insgesamt 994 Straßenbäume gefällt. Das geht aus einer Antwort des Berliner Senats auf eine Schriftliche Anfrage des Linke-Abgeordneten Kristian Ronneburg hervor.
Der Großteil der Fällungen entfiel demnach auf das Bauvorhaben „Radweg TR7″. Dem gegenüber stehen lediglich 63 neu gepflanzte Straßenbäume im selben Jahr – eine Bilanz, die Fragen über den nachhaltigen Umgang mit dem Baumbestand im Bezirk aufwirft.
Drastisches Missverhältnis zwischen Fällung und Neupflanzung
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Auf jeden neu gepflanzten Baum kamen 2025 fast 16 gefällte. Zwar sind für das laufende Jahr 2026 insgesamt 195 Nachpflanzungen vorgesehen, doch auch diese Zahl bleibt weit hinter den Verlusten des Vorjahres zurück. Im Rahmen der Stadtbaumkampagne sollen im Frühjahr 2026 zusätzlich 150 Bäume gepflanzt werden, der Bezirk selbst will weitere 45 Bäume setzen. Damit würden 2026 insgesamt bis zu 390 neue Straßenbäume hinzukommen – sofern alle Maßnahmen wie geplant umgesetzt werden können, was laut Bezirksamt noch nicht abschließend geklärt ist.
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Aktueller Baumbestand leicht gestiegen
Trotz der hohen Fällungszahl von 2025 weist die offizielle Statistik zum Jahresende einen Bestand von 46.692 Straßenbäumen in Marzahn-Hellersdorf aus. Bis Anfang März 2026 stieg diese Zahl laut Straßen- und Grünflächenamt auf 47.095 Bäume – ein Anstieg, der sich durch die bereits angelaufenen Frühjahrspflanzungen erklärt. Marzahn-Hellersdorf war zuletzt im Herbst 2024 Teil der berlinweiten Stadtbaumkampagne gewesen.
Radweg TR7 als Hauptverursacher
Das Bauvorhaben „Radweg TR7″ steht exemplarisch für ein in Berlin immer wieder auftretendes Spannungsfeld: Infrastrukturmaßnahmen – hier der Ausbau des Radwegenetzes – gehen auf Kosten des städtischen Baumbestands. Wie viele Bäume konkret für dieses einzelne Projekt weichen mussten, geht aus der Senatsantwort nicht hervor. Das Bezirksamt bezeichnete das Vorhaben lediglich als den Hauptgrund für die hohe Fällungszahl. Weitere Informationen zur TR 7.
Keine belastbaren Zahlen für 2026 und Standortpotenzial
Für das Jahr 2026 kann das Bezirksamt nach eigenen Angaben keine konkreten Zahlen zu geplanten Fällungen nennen, da sich entsprechende Vorhaben noch in der Planungsphase befänden. Auch eine Antwort auf die Frage, wie viele geeignete Standorte für neue Straßenbäume im Bezirk theoretisch existieren, bleibt die Verwaltung schuldig: „Verlässliche und belastbare Angaben“ seien derzeit nicht möglich, heißt es in der Stellungnahme des Bezirksamts.
Ronneburg fragt bereits zum dritten Mal nach
Die Schriftliche Anfrage trägt den Zusatz „(III)“ – Kristian Ronneburg hat das Thema Baumbestand in Marzahn-Hellersdorf damit bereits zum dritten Mal in der laufenden Wahlperiode zum Gegenstand parlamentarischer Kontrolle gemacht. Die wiederkehrenden Anfragen deuten auf anhaltenden politischen Druck hin, den Umgang des Bezirks mit seinem Baumbestand transparenter zu gestalten und die Ausgleichspflanzungen konsequenter umzusetzen.
Symbolbild(er): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 MaHe LIVE Whatsapp-KANAL 🗞️

