Berlin bekommt Besuch aus der Luft – und zwar nicht von einer Airline, sondern von einem Messflugzeug. Mehrere Nächte lang wird ein Kleinflugzeug über die Hauptstadt kreisen, ausgestattet mit modernster Lasertechnik, um hochauflösende Geodaten zu erfassen.
Erste Flüge bereits seit dem 13. September
Die ersten Messungen starteten bereits in der Nacht zum 13. September 2025. Seitdem ist das Kleinflugzeug immer wieder über Berlin unterwegs. Dabei fliegt es vergleichsweise niedrig, in einer Höhe zwischen 1.500 und 800 Metern. Wer bei offenem Fenster schläft, könnte das Summen der Maschine durchaus wahrnehmen. „Die Flüge sind notwendig, um die Messungen so genau wie möglich zu machen“, erklärt Michael Möller von der beauftragten Firma BSF Swissphoto gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Messungen auch über Marzahn-Hellersdorf

Aktuell laufen die Messflüge weiter – und auch der Bezirk Marzahn-Hellersdorf liegt in den Flugkorridoren. Das Flugzeug zieht systematisch Bahnen über die östlichen Stadtteile und erfasst dort Gebäude, Straßen und Grünflächen. Bewohnerinnen und Bewohner könnten die Maschine in den kommenden Nächten also häufiger am Himmel hören.
Digitaler Zwilling Deutschlands
Hintergrund der Aktion ist ein bundesweites Großprojekt: Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie arbeitet an einem „Digitalen Zwilling“ Deutschlands – einem detaillierten 3D-Abbild der gesamten Republik. Jetzt ist Berlin an der Reihe. Das Messflugzeug erfasst mit einem Hochleistungslaser Informationen über Gebäude, Straßen, Wälder und Gewässer. Voraussetzung für präzise Ergebnisse: klare Sicht ohne Wolken, Dunst oder Nebel.
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Vielfältige Anwendungen – von Klimaschutz bis Stadtplanung
Die gewonnenen Daten sind vielseitig nutzbar. Behörden können damit etwa Simulationen von Starkregen durchführen, um Überflutungsgebiete besser vorherzusagen. Auch für Stadtplanung, Verkehrssteuerung, Katastrophenschutz oder Umweltprojekte liefern die Scans wertvolle Grundlagen. Schon heute wird die Technik genutzt, um beispielsweise Baumkronen zu erfassen oder Hindernisse in der Nähe von Flughäfen zu dokumentieren.
„Mit dem digitalen 3D-Abbild lassen sich viele gesellschaftlich relevante Fragestellungen bearbeiten“, betont Paul Becker, Präsident des Bundesamtes. Dazu gehören unter anderem Anpassungen an den Klimawandel. Laut Becker sind bereits rund drei Viertel der notwendigen Messflüge bundesweit abgeschlossen. Mit etwas Wetterglück könnte das Projekt bis Ende des Jahres fertiggestellt sein.
Wiederholung alle paar Jahre
Die Flüge werden künftig regelmäßig wiederholt, um Veränderungen festzuhalten. Berlin dürfte voraussichtlich 2027 erneut gescannt werden. Bei einem Demonstrationsprojekt im Raum Hamburg konnten bereits Luftbilder mit einer Bodenauflösung von 22 Zentimetern erstellt werden. Grundlage dafür ist das Prinzip der sogenannten „Punktwolke“: Ein Laser sendet Lichtpulse, die von Objekten reflektiert werden. Aus diesen Millionen von Messpunkten entsteht schließlich ein detailgetreues 3D-Abbild der Landschaft.
Titelbild: © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 MaHe LIVE Whatsapp-KANAL 🗞️


