24. Februar 2026

Bundesweiter ÖPNV-Streik am 27. und 28. Februar: Verdi erhöht Druck – Berliner Verkehrsbetriebe spricht von „unverhältnismäßiger Eskalation“

Pendlerinnen und Pendler müssen sich erneut auf massive Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen: Die Gewerkschaft ver.di hat für Freitag und Sonnabend, den 27. und 28. Februar 2026, bundesweit zu weiteren Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. In vielen Städten werden Busse und Bahnen stillstehen, teilweise wird der Arbeitskampf auch auf den Samstag ausgeweitet.

Bundesweit sind rund 150 Verkehrsunternehmen mit etwa 100.000 Beschäftigten betroffen – darunter auch die Berliner Verkehrsbetriebe. Verdi will mit den Streiks den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber erhöhen. Hintergrund sind die laufenden Manteltarifverhandlungen, in denen es vor allem um bessere Arbeitsbedingungen geht: gefordert werden unter anderem Entlastungen bei Wochenarbeitszeit und Schichtdiensten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In mehreren Bundesländern wird zusätzlich über Lohnsteigerungen verhandelt.


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Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle erklärte, die Gespräche kämen bislang kaum voran – teils habe es bereits vier Verhandlungsrunden ohne nennenswerte Ergebnisse gegeben. Die Belastung im Fahrdienst sei weiterhin extrem hoch, was auch eine gemeinsame Studie von Verdi und der Klima-Allianz Deutschland aus dem vergangenen Jahr belege. Demnach verschärfe sich die Personalnot zunehmend, weil die Arbeitsbedingungen viele Beschäftigte an ihre Grenzen brächten. Verdi fordert deshalb spürbare Verbesserungen und kündigt an, entschlossen für diese Ziele zu kämpfen.

BVG kritisiert Streik als „völlig unverhältnismäßige Eskalation“

Die Berliner Verkehrsbetriebe reagieren deutlich auf die angekündigten Arbeitsniederlegungen. Das Landesunternehmen bezeichnet den Streik als „völlig unverhältnismäßige Eskalation“ mit gravierenden Folgen für hunderttausende Fahrgäste. Aus Sicht der BVG befinden sich die Tarifverhandlungen weiterhin im vereinbarten Zeitplan. Man habe zuletzt angekündigt, ein priorisiertes Angebot vorzulegen, das gezielt Entlastungen für die Mitarbeiter enthalten soll. Eine konkrete Rückmeldung der Gewerkschaft zu ihren Schwerpunktforderungen stehe jedoch noch aus.

Zugleich verweist die BVG auf die finanziellen Dimensionen des aktuellen Forderungspakets: Dieses summiere sich inzwischen auf über 150 Millionen Euro jährlich, hinzu kämen 200 bis 300 Millionen Euro Investitionsbedarf für neue Fahrzeuge. Diese Belastungen überschritten nach Angaben des Unternehmens den wirtschaftlich tragfähigen Rahmen deutlich. Zudem sei erst im vergangenen Jahr bereits eine Gehaltssteigerung von bis zu 20 Prozent für Beschäftigte beschlossen worden.

Auch die bestehenden Arbeitsbedingungen hebt die BVG hervor, darunter eine 37,5-Stunden-Woche, 30 Urlaubstage sowie verschiedene Zulagen und Zusatzleistungen. Ziel sei es, nachhaltige Lösungen am Verhandlungstisch zu finden. „Wir sind da, wir reden, wir wollen eine Lösung“, betont das Unternehmen – fordert jedoch zugleich mehr Gesprächsbereitschaft statt weiterer Eskalation.

Erhebliche Auswirkungen erwartet

Bereits beim ersten bundesweiten Streiktag Anfang Februar kam der Verkehr in über 100 Betrieben für 24 Stunden vollständig zum Erliegen. Verdi rechnet auch diesmal in weiten Teilen Deutschlands mit ähnlich starken Einschränkungen. Die nächsten regulären Verhandlungstermine zwischen BVG und Gewerkschaft sind für den 4. und 5. März angesetzt.

Wie genau der Streik in Berlin und anderen Regionen ablaufen wird, geben die jeweiligen Landesbezirke der Gewerkschaft bekannt. Fahrgäste sollten sich rechtzeitig über alternative Verbindungen informieren.

Alle Updates zu den Manteltarifverhandlungen 2026 finden Sie hier: Manteltarifverhandlungen 2026 | BVG

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