Ein stundenlang über dem Kienberg kreisender Rettungshubschrauber, Höhenretter an der Seilbahn und zahlreiche Einsatzkräfte am Boden: Am vergangenen Montag sorgte ein aufwendiges Szenario im Bereich der Gärten der Welt für große Aufmerksamkeit bei Anwohnern, Spaziergängern und Besuchern. Viele gingen zunächst von einem echten Notfall aus.
Wie die Pressestellen der Berliner Feuerwehr und der Deutsche Rettungsflugwacht Luftrettung (DRF) anschließend mitteilten, handelte es sich jedoch um eine planmäßige Ausbildungsmaßnahme mit zwei miteinander kombinierten Übungsszenarien. Beteiligt war dabei auch der Rettungshubschrauber Christoph 100, betrieben von der DRF Luftrettung.
Training für den Ernstfall – Rettung aus schwierigem Gelände
Im ersten Teil der Übung stand eine Hubschrauberrettung mit Winde auf dem Programm. Zahlreiche Spaziergänger und Anwohner konnten das Szenario gut beobachten. Ziel war es, die Bergung von Personen aus schwer zugänglichem beziehungsweise absturzgefährdetem Gelände zu trainieren. Wie die jeweilige Pressestelle mitteilte, lag der Schwerpunkt dabei auf der engen Abstimmung zwischen Bodenkräften, Notarzt und Piloten sowie auf der sicheren und präzisen Durchführung aller Handgriffe.



Solche Szenarien sind besonders anspruchsvoll, da sie höchste Konzentration, klare Kommunikation und perfekt eingespielte Abläufe erfordern. Gerade in hügeligem oder bewaldetem Gelände – wie rund um den Kienberg – kann der Hubschrauber oft die schnellste Möglichkeit sein, Verletzte zu erreichen oder abzutransportieren.
Seilbahn-Rezertifizierung: Evakuierung aus luftiger Höhe geprobt
Parallel dazu fand an der Seilbahn die jährliche Rezertifizierung der Höhenretter der Berliner Feuerwehr statt. Wie die Pressestelle der Berliner Feuerwehr weiter erläuterte, wurde hierbei ein mögliches Havarie-Szenario realitätsnah simuliert.
Dazu gehörten unter anderem:
- der Aufstieg der Einsatzkräfte auf die Seilbahnstützen,
- das mehrfache Sichern in großer Höhe,
- das kontrollierte Abseilen zu den Gondeln
- sowie die Evakuierung eingeschlossener Personen.
Auch dieser Übungsteil bildet bewusst seltene, aber potenziell sehr komplexe Einsatzlagen ab. Ziel ist es, im Ernstfall schnell, ruhig und routiniert handeln zu können – selbst unter erschwerten Bedingungen und in exponierter Höhe.
Zusammenarbeit mehrerer Organisationen
Wie die beteiligten Stellen mitteilten, dienen beide Übungsanteile der Qualitätssicherung und der Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit – sowohl im Rettungsdienst als auch in der technischen Hilfeleistung. Unterstützt wurde die Berliner Feuerwehr dabei organisatorisch und infrastrukturell durch das Team der Gärten der Welt sowie durch die Crew von Christoph 100.



Für die Öffentlichkeit wirkte das Geschehen wie ein echter Rettungseinsatz – tatsächlich war es ein wichtiger Trainingstag, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Solche Übungen stellen sicher, dass alle Beteiligten auch in seltenen, hochkomplexen Lagen optimal zusammenarbeiten können – ein entscheidender Faktor, wenn es später einmal wirklich um Menschenleben geht.
Fotos & Videos: © Stefan Bartsch, Berhelispotter & Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE

