Die geplante Bebauung der ehemaligen Kleingartenflächen am Klüsserather Weg in Marzahn-Hellersdorf sorgt weiterhin für Diskussionen. In einer Schriftlichen Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus hat der Abgeordnete Kristian Ronneburg (Die Linke) nachgefragt, warum bereits Rodungsarbeiten erfolgten, obwohl noch keine Baugenehmigungen vorliegen, und welche Auswirkungen das Vorhaben auf Umwelt, Verkehr und Nachbarschaft. Marzahn-Hellersdorf LIVE berichtete bereits über den Klüsserather Weg in Marzahn. Nun liegen die Antworten von Senat und Bezirk vor.
Nach Angaben des Bezirksamtes wurden die Rodungsmaßnahmen im Rahmen der Baufeldvorbereitung durchgeführt, um geschützte Zauneidechsen zu sichern. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und unter ökologischer Baubegleitung seien Lastverteilplatten verlegt worden, bevor sich die Tiere in den Boden zurückziehen konnten. Die Entfernung von Vegetation sei dabei auf das notwendige Maß beschränkt und als zulässige Ausnahme nach dem Bundesnaturschutzgesetz genehmigt worden.





Bereits im Vorfeld des Bauantrags wurde zudem ein naturschutzfachliches Gutachten erstellt. Dieses umfasst eine Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung sowie artenschutzrechtliche Prüfungen. Laut Bezirk konnten durch geplante Maßnahmen rund 66 Prozent der Eingriffe rechnerisch kompensiert werden. Für das verbleibende Defizit von 34 Prozent ist eine Ersatzzahlung vorgesehen, der die Untere Naturschutzbehörde zugestimmt hat.
Auch ein im Bürgerdialog angesprochener Vorfall mit einem umgestürzten Baufahrzeug im Oktober 2025 wurde thematisiert. Dazu erklärte der Bezirk, dass dem zuständigen Fachbereich bis Mitte November keine Informationen oder Meldungen zu einem möglichen Schadstoffaustritt vorgelegen hätten.





Städtebaulich verteidigt das Bezirksamt die geplante Bebauung mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Die vorgesehenen Geschossflächenzahlen lägen im Rahmen des Flächennutzungsplans. Auf einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern sollen demnach 144 Wohneinheiten für studentisches Wohnen mit knapp 300 Plätzen entstehen. Eine Überdimensionierung der Baukörper liege aus planerischer Sicht nicht vor.
Zur künftigen Erschließung des Quartiers heißt es, dass diese über den Klüsserather Weg erfolgen soll. Die Berliner Wasserbetriebe planen zudem den Bau eines neuen Schmutzwasserkanals, um die Abwasserentsorgung sicherzustellen. Auch die Müllentsorgung wurde geprüft: Die Berliner Stadtreinigung ist in das Genehmigungsverfahren eingebunden und hat keine Bedenken geäußert.








Eine Beteiligung der Anwohnerschaft ist ebenfalls vorgesehen. Das Bezirksamt setzt sich dafür ein, dass der Bauherr die Öffentlichkeit frühzeitig über Ziele und Auswirkungen des Vorhabens informiert.
Eine Informationsveranstaltung für die Nachbarschaft am Klüsserather Weg ist laut Bezirk bereits angekündigt.
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