4. April 2024

Berlin startet Familienrat: Neue Hoffnung für Familien mit komplexen Problemlagen

Bezirksbürgermeister von Marzahn-Hellersdorf Gordon Lemm - © Marzahn-Hellersdorf.com

Falko Liecke, der Staatssekretär für Jugend und Familie, sowie Gordon Lemm, der für Jugend, Familie und Gesundheit zuständige Bezirksstadtrat in Marzahn-Hellersdorf, haben das innovative Projekt „Familienrat“ in Berlin vorgestellt. Dieses Projekt ist darauf ausgerichtet, durch Stärkung der familiären Bindungen und den Aufbau unterstützender Gemeinschaften, innerfamiliäre Konflikte zu entschärfen. Ziel ist es, das staatliche Eingreifen und die Unterbringung von Kindern in Pflegeheimen zu minimieren, indem Familien mit komplexen Problemlagen gezielt unterstützt werden.

Das Modellprojekt, finanziert mit Mitteln aus dem Fachkonzept Flexibudget, umfasst ein Budget von insgesamt 9,6 Millionen Euro für die Jahre 2024/2025, einschließlich zusätzlicher Mittel aus dem Jugendgewaltgipfel. Diese Mittel zielen darauf ab, Familien frühzeitig zu erreichen und so eine Verschärfung der Problemlagen zu verhindern.

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf, bekannt für den höchsten Unterstützungsbedarf problembelasteter Familien in ganz Berlin, hat bereits positive Erfahrungen mit dem Einsatz von Familienräten gemacht. Seit der Einführung im September 2022 konnte durch die Arbeit mit rund 130 Familienräten pro Jahr eine signifikante Reduzierung der Problemlagen erreicht werden. Die Auswertung der Testphase zeigte, dass mit den Ausgaben für 49 Familienräte nicht nur eine erhebliche Anzahl stationärer Unterbringungen vermieden, sondern auch rund 1,4 Millionen Euro jährlich eingespart werden konnten.

Falko Liecke, Staatssekretär für Jugend und Familie: „Das Instrument des Familienrates zeigt nachweislich, dass Familien selbstwirksam Konflikte lösen und belastende Lebenslagen mit eigenen Netzwerken bewältigen. Wir stärken dieses Erfolgsmodell mit zusätzlichen Mitteln aus dem Jugendgewaltgipfel und stellen den Bezirken insgesamt 9,6 Millionen Euro für das Flexibudget zur Verfügung, um zum Beispiel Familienräte einzurichten. Diese Ansätze bieten eine bedeutende Möglichkeit zur Prävention und Beteiligung, bevor Situationen eskalieren. Für Kinder und Jugendliche stellen sie eine wichtige Chance dar, in ihrer eigenen Familie zu bleiben.“

Gordon Lemm, Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit: „Als Jugendamt stärken wir Eltern, Herausforderungen, Erziehung und Verantwortung, die Kinder mit sich bringen, selbst zu meistern. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Hilfen besonders dann wirksam und nachhaltig sind, wenn sie durch die Familien selbst geleistet werden. Der Familienrat setzt diese Strategie konsequent fort. Nicht immer ist der Blick von Fachkräften auf die vermeintlichen Problemlagen von Familien dasjenige, was wirklich hilft und zu einer Verbesserung der Situation beitragen kann. Indem wir Familien aktiv einbinden, lassen sich Ergebnisse erzielen, die passgenau unterstützen, weniger Fachkräfte binden und damit effektiver und günstiger sind.“

Der Erfolg in Marzahn-Hellersdorf hat dazu geführt, dass auch andere Bezirke wie Friedrichshain-Kreuzberg, Treptow-Köpenick, Lichtenberg, Mitte und Tempelhof-Schöneberg Familienräte aus dem Flexibudget finanziert haben. Mit dem flächendeckenden Einsatz des Modellprojekts Familienrat in Berlin streben die Verantwortlichen an, familiäre Konflikte effektiv zu lösen und gleichzeitig das Wohlergehen der Kinder in der Stadt zu fördern.

Titelbild: Bezirksstadtrat Gordon Lemm

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