Nach einem spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter in Berlin-Marzahn im März dieses Jahres ist den Ermittlungsbehörden nun ein bedeutender Schlag gelungen: Vier Männer im Alter von 20, 21, 24 und 26 Jahren wurden am Dienstagmorgen durch Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes Berlin festgenommen, teilt die Berliner Staatsanwaltschaft mit.
Die Festnahmen erfolgten unter Einsatz von Spezialkräften im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin, die bereits bestehende Untersuchungshaftbefehle wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit besonders schwerem bandenmäßigem Raub vollstrecken ließ.
Die Tat ereignete sich am Abend des 23. März 2025 gegen 22:30 Uhr in der Marzahner Chaussee. Marzahn-Hellersdorf LIVE berichtete darüber. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Männer gezielt Schüsse auf die gepanzerte Fahrerkabine des Geldtransporters abgegeben haben, um in den Besitz der sich im Fahrzeug befindlichen Geldkassetten zu gelangen. Dank der Panzerung blieben die beiden Insassen des Transporters unverletzt. Die Täter erbeuteten Bargeld in Höhe von über zwei Millionen Euro und flohen mit einem der Tatfahrzeuge.
Im Zuge einer umgehend eingeleiteten Großfahndung wurde das Fluchtfahrzeug noch in derselben Nacht an einem vorbereiteten Rückzugsort in Berlin-Neukölln entdeckt. Die Polizei konnte nicht nur das Fahrzeug sicherstellen, sondern auch einen Großteil der Beute.
Zwei der vier mutmaßlichen Täter sollen nach der Tat zunächst in die Türkei ausgereist sein, waren jedoch zwischenzeitlich nach Deutschland zurückgekehrt. Alle vier Männer wurden heute früh bei koordinierten Durchsuchungen in Berlin-Neukölln und Berlin-Lichtenberg festgenommen. Bei den Einsätzen waren rund 130 Polizeikräfte beteiligt. Zudem wurden mehrere Objekte durchsucht, wobei weitere Beweismittel sichergestellt werden konnten.
Am Nachmittag wurden die Beschuldigten dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Haftbefehle wurden bestätigt und in Vollzug gesetzt. Die vier Männer befinden sich nun in Untersuchungshaft.
Die Ermittlungen des Landeskriminalamts Berlin in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft dauern an. Weitere Einzelheiten zum Tatmotiv, zur Gruppierung oder zur genauen Rollenverteilung innerhalb der mutmaßlichen Bande sind derzeit noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Fotos: © John Boutin / Berlin-Doku

