In Berlin-Marzahn steht ein Stück sozialer Schulgeschichte auf der Kippe: Die Schulstation BRUNO an der Gretel-Bergmann-Gemeinschaftsschule droht aus finanziellen Gründen geschlossen zu werden. Eine Elterninitiative hat nun eine Petition gegen die Schließung des Projektes gestartet!
Seit mehr als zwei Jahrzehnten bietet sie Kindern einen geschützten Raum – einen Ort, an dem Zuhören, Vertrauen und Verständnis ebenso wichtig sind wie Mathe oder Deutsch. Nun jedoch gefährden Sparmaßnahmen im Bezirkshaushalt Marzahn-Hellersdorf die Existenz dieser einzigartigen Einrichtung.
#BRUNOMussBleiben
Was für viele Eltern, Lehrkräfte und Kinder undenkbar scheint, könnte schon Ende 2025 bittere Realität werden. BRUNO gilt seit Jahren als Herzstück der Schule – ein sozialpädagogisches Bindeglied, das Krisen auffängt, Konflikte löst und Kinder stärkt, die sonst leicht durchs Raster fallen würden.
Während im politischen Raum über Zahlen und Zuständigkeiten diskutiert wird, machen Eltern und Schüler mobil. Sie sprechen von Vertrauen, Geborgenheit und Mut, die BRUNO täglich vermittelt – und warnen: Eine Schließung wäre ein Rückschritt für die gesamte Bildungslandschaft im Osten Berlins.
Dieser Beitrag beleuchtet, was die Schulstation BRUNO leistet, warum ihr Fortbestand so wichtig ist – und wie sich Eltern, Kinder und Unterstützer mit Leidenschaft und Kreativität für ihren Erhalt einsetzen.
Ein Ort, der mehr ist als „nur“ Schulsozialarbeit
Seit über zwei Jahrzehnten ist die Schulstation BRUNO an der Gretel-Bergmann-Gemeinschaftsschule in Marzahn ein zentraler Bestandteil der Schulgemeinschaft. Betrieben wird sie von der JAO gGmbH, in enger Kooperation mit dem Jugendamt des Bezirks Marzahn-Hellersdorf.
BRUNO steht für pädagogische Prävention, soziale Kompetenzförderung und kindgerechte Unterstützung – insbesondere für jene Kinder, die zu Hause nicht die notwendige Stabilität erfahren.
Hier finden Schülerinnen und Schüler ein offenes Ohr, können Konflikte ansprechen, lernen Verantwortung zu übernehmen und erleben Schule nicht nur als Lern-, sondern als Lebensort.
„Die Schulstation BRUNO ist für viele Kinder ein sicherer Ort – ein Platz, an dem sie ernst genommen werden, wo sie zur Ruhe kommen und gestärkt wieder in den Schulalltag zurückkehren.“
– Jeanine, Elternvertreterin
Das Besondere: Das Team arbeitet nicht im Auftrag der Schule, sondern in enger Abstimmung mit Lehrkräften und Familien – immer dort, wo die Schule allein nicht mehr ausreicht. Konfliktlotsenprogramme, Elternarbeit, Projektwochen, Ferienbetreuung und gezielte Krisenintervention gehören zum Alltag.
Ein sicherer Hafen in bewegten Zeiten
BRUNO ist für viele Kinder ein Anker – gerade in einem Umfeld, das soziale Herausforderungen kennt.
„Ohne BRUNO wäre unsere Schule nicht dieselbe – die Kinder brauchen diesen Rückzugsraum, gerade in schwierigen Zeiten.“
– Nicole, Elternvertreterin
„Man merkt, wie sehr die Kinder dort aufblühen. BRUNO bedeutet für sie Vertrauen, Unterstützung und ein Stück Zuhause in der Schule.“
– Unterstützerin, Elternteil einer Schülerin
„Mein Sohn kam nach drei Jahren Schulhorror neu auf die Gretel-Bergmann-Gemeinschaftsschule, und die Schulstation BRUNO hat es geschafft, dass das Kind wieder gerne zur Schule geht.“
– Jeanine, Mutter eines Schülers
Auch die Kinder selbst finden klare Worte:
„Ich mag BRUNO, weil ich dort reden kann, wenn ich traurig bin. Dort hört man mir zu, und manchmal basteln wir auch was zusammen. Danach geht’s mir immer besser.“
– Alice, Schülerin (5. Klasse)
Diese Aussagen verdeutlichen: BRUNO ist kein Zusatzangebot – sondern Teil des schulischen Fundaments in Marzahn-Hellersdorf.
Warum BRUNO jetzt bedroht ist
Im Herbst 2025 erreichte Eltern und Kollegium eine alarmierende Nachricht: Die Schulstation soll aus finanziellen Gründen geschlossen werden.
Laut einem Bericht des Tagesspiegels wurde der Leitung mitgeteilt, dass der Betrieb zum 31. Dezember 2025 ausläuft – ohne bisherige Ersatzlösung.
Hintergrund ist der Bezirkshaushalt Marzahn-Hellersdorf, der unter erheblichem Spardruck steht. Ursprünglich sollten alle vier Schulstationen im Bezirk gestrichen werden. Nach Kritik, vor allem von der Linksfraktion, konnten zwei Stationen – an der Selma-Lagerlöf-Grundschule und an der 36. Grundschule – gerettet werden.
Die Schulstationen an der 14. Gemeinschaftsschule in Mahlsdorf und an der Gretel-Bergmann-Gemeinschaftsschule sind jedoch weiterhin gefährdet.
„Für den Kiez wäre das ein großer Verlust“, sagt Michael Speck, Leiter der Schulstation BRUNO.
„Wir bieten Kindern zusätzlich zum Schulalltag Aktivitäten an, die sie zu Hause nicht machen können oder nicht lernen. (…) Wenn wir hier wegfallen, ist das schon ein großer Einschnitt für die Schule, aber auch für den Stadtteil.“
Die Diskussion zeigt ein Spannungsfeld, das in vielen Berliner Bezirken Realität ist: Sparzwang versus soziale Verantwortung.
Die Schülerinnen und Schüler wollen ihr Anliegen inzwischen sogar persönlich in der Bezirksverordnetenversammlung vortragen – ein mutiges Zeichen dafür, wie ernst ihnen die Situation ist. Nach Einschätzung aus dem Umfeld, wohlgemerkt ohne fachliche Bewertung, geht es bei der drohenden Streichung offenbar um eine vergleichsweise geringe Summe von rund 100.000 Euro. Für die Kinder jedoch steht weit mehr auf dem Spiel: ein sicherer Ort, der ihren Alltag und ihre Entwicklung maßgeblich prägt.
Eltern und Unterstützer kämpfen um den Erhalt
Engagierte Eltern haben sich zusammengeschlossen, um den drohenden Verlust öffentlich zu machen. Jeanine und Nicole, Elternvertreterinnen, starteten mit weiteren Mitstreiterinnen eine Initiative, gestalteten eigene Illustrationen über die Plattform Canva – und starteten gemeinsam mit Unterstützerin Michaela Dettke eine Online-Petition.
Diese Petition wurde am 5. November an den Schulausschuss der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf übergeben und dort erstmals diskutiert.
„Mein Sohn Oscar hat Verantwortung und Selbstbewusstsein erlernt – dank der Konfliktlotsenausbildung bei BRUNO.“
– Jeanine, Mutter eines Schülers
„Meine Tochter Alice wurde während des Corona-Lockdowns eingeschult. Durch die Schulstation BRUNO hat sie gelernt, was Schule bedeutet – Gemeinschaft, Freundschaft und wieder Freude am Lernen zu haben.“
– Nicole, Mutter einer Schülerin
Am 20. November um 16 Uhr findet vor dem Freizeitforum Marzahn eine öffentliche Veranstaltung statt. Hier wollen Eltern, Lehrkräfte und Bürgerinnen und Bürger ihre Erfahrungen teilen und über Möglichkeiten sprechen, BRUNO zu erhalten. (ab 17 Uhr findet die Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf im Freizeitforum Marzahn statt.
Die Initiative zeigt Gesicht – auch online
Im Rahmen der Aktion sind mehrere liebevoll gestaltete Illustrationen entstanden, die zeigen, was BRUNO für die Kinder bedeutet: Vertrauen, Mut, Gemeinschaft und Wärme.
Erstellt wurden sie gemeinsam von Eltern, Unterstützern und Kindern:
- @schan.inchen (Jeanine)
- @die.bullybande.®️🥷404🥷 (Nicole)
- @m_det2025 (Michaela Dettke)
Die Motive sollen bewusst kindgerecht sein und verdeutlichen: Diese Station steht für Herzensbildung – nicht für Bürokratie.
Worum es wirklich geht
Die Schließung der Schulstation BRUNO wäre ein Rückschritt – nicht nur für eine Schule, sondern für die gesamte Bildungslandschaft im Osten Berlins.
In einem sozialen Umfeld wie Marzahn-Hellersdorf, wo viele Familien Unterstützung benötigen, sind Einrichtungen wie BRUNO elementar für den sozialen Frieden und die Entwicklungschancen von Kindern.
Es geht um mehr als Geld – es geht um Verantwortung, Werte und Zukunft.
Wer den Kindern die Chance nimmt, sich in sicherem Rahmen zu entfalten, riskiert langfristig mehr, als kurzfristig eingespart wird.
So können Sie helfen
- Petition unterschreiben: change.org/p/verhindern-sie-die-schließung-der-schulstation-an-der-gretel-bergmann-gemeinschaftsschule
- Am 20. November teilnehmen: Freizeitforum Marzahn, ab 16 Uhr
- Teilen Sie das Anliegen: in sozialen Netzwerken, über Vereine, Nachbarschaften, Schulen. Jeder Beitrag hilft, Aufmerksamkeit zu schaffen.
Die Schulstation BRUNO ist ein Symbol für gelebte Gemeinschaft und Empathie – ein Ort, an dem Kinder lernen, dass Bildung nicht nur Wissen bedeutet, sondern auch Mitgefühl und Zusammenhalt.
Ein Verlust dieses Ortes würde nicht nur Lücken reißen, sondern Vertrauen zerstören.
Deshalb appellieren Eltern, Lehrer und Kinder gemeinsam: BRUNO muss bleiben.
Quellen & weiterführende Links
- JAO gGmbH – Schulstation BRUNO
- Gretel-Bergmann-Gemeinschaftsschule Berlin
- Tagesspiegel: „Aus für Schulstation in Berlin-Marzahn – Für den Kiez wäre das ein großer Verlust“
- Linksfraktion Marzahn-Hellersdorf – Stellungnahme zum Kürzungshaushalt
- Die Linke MaHe: Petition zur Rettung der Schulstation BRUNO
- Petition auf Change.org
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