30. Dezember 2024

Die Berliner Feuerwehr in Vorbereitung auf die einsatzreichste Nacht des Jahres – Silvester 2024/2025

Wenn Berlin das neue Jahr begrüßt und bunte Raketen den Himmel über der Hauptstadt erleuchten, bedeutet das für die Berliner Feuerwehr traditionell den Ausnahmezustand. An kaum einem anderen Tag kommen die Einsatzkräfte so häufig zum Einsatz wie in der Silvesternacht. Zahlreiche Notrufe, vermehrte Brände und medizinische Notfälle fordern in wenigen Stunden ein Höchstmaß an Professionalität und Durchhaltevermögen. Wie genau sich die Berliner Feuerwehr auf diesen Ausnahmezustand vorbereitet und warum ein sicherer Umgang mit Pyrotechnik so wichtig ist, verdeutlichte Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen in einer Pressekonferenz in Berlin-Mitte.

Höchste Alarmbereitschaft ab 19 Uhr

Ab dem 31. Dezember 2024, 19:00 Uhr, ruft die Berliner Feuerwehr planmäßig den sogenannten „Ausnahmezustand Silvester“ aus. Was sich nach einem simplen Alarmplan anhört, ist tatsächlich ein ausgefeiltes System, um der massiv ansteigenden Zahl von Einsätzen Herr zu werden. „Dieser sieht eine erhebliche Verstärkung der Einsatzkräfte vor“, erklärt Markus Wiezorek, stellvertretender Abteilungsleiter Einsatzvorbereitung Brandbekämpfung & Technische Hilfeleistung. Über 1.500 Einsatzkräfte werden dann gleichzeitig im Dienst sein – also dreimal so viele, wie in einer gewöhnlichen Nacht. Zum Vergleich: Üblicherweise stehen nachts etwa 500 Kräfte der Berufsfeuerwehr bereit.

Markus Wiezorek, stellvertretender Abteilungsleiter Einsatzvorbereitung Brandbekämpfung & Technische Hilfeleistung

Unterstützt werden die hauptamtlichen Teams der Feuerwehr dabei von über 500 ehrenamtlichen Kräften der Freiwilligen Feuerwehr, Hilfsorganisationen sowie Kräften der Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks (THW). Mit knapp 200 Rettungswagen und rund 100 Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeugen sowie einer personell verstärkten Leitstelle sieht sich die Berliner Feuerwehr gut gerüstet, um der erhöhten Einsatzdichte in der Silvesternacht zu begegnen.

Eine Dummie-Demonstrationen verdeutlicht die Gefährlichkeit von verbotenem Feuerwerk

Unsachgemäße Handhabung von Feuerwerk: Schwere Verletzungen drohen

Hauptgrund für das hohe Notruf- und Einsatzaufkommen ist neben dem Partytrubel insbesondere der häufig unsachgemäße Umgang mit Feuerwerkskörpern. Schon in den Tagen rund um den Jahreswechsel steigt die Zahl von Handverletzungen, Verbrennungen und anderen Feuerwerksverletzungen auffällig an. Während der Pressekonferenz veranschaulichte die Feuerwehr mit sogenannten Dummie-Demonstrationen, welch drastische Folgen ein unkontrollierter Umgang mit Böllern oder Raketen haben kann.

Vorführung und Erläuterung des fachgerechten Umgangs mit handelsüblichem Feuerwerk

Oberarzt Dr. Martin Bender machte im Anschluss deutlich, welche schwerwiegenden medizinischen Folgen bei Feuerwerksverletzungen drohen: von tiefen Verbrennungen über zerstörte Gliedmaßen bis zu lebensgefährlichen Verletzungen von Augen oder Gehör. „Wer leichtfertig mit Feuerwerk umgeht, riskiert nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch die anderer Menschen“, betont Dr. Bender. Er appelliert an die Berliner Bevölkerung, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und bei allem Feierrausch die Sicherheit an erste Stelle zu setzen.

Respekt statt Rakete – Gemeinsam für ein sicheres Silvester

Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen mit einem klaren Appell zum Silvestereinsatz: „Wir kommen, um zu retten“!

Dass in den vergangenen Jahren jedoch nicht nur Unfälle, sondern auch bewusste Angriffe auf Rettungskräfte zugenommen haben, ist für die Berliner Feuerwehr besonders alarmierend. „Wir kommen, um zu retten“, unterstrich Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen eindringlich. „Angriffe auf Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge sind absolut inakzeptabel und werden strafrechtlich verfolgt.“ Ebenso verurteilte er die in den letzten Jahren gemeldeten Vorfälle, bei denen Einsatzfahrzeuge beschossen oder gezielt beschädigt wurden. Ein solches Verhalten sei nicht nur strafbar, sondern auch lebensgefährlich für all jene, die in höchster Not auf schnelle Hilfe angewiesen sind.

Feuerwerk sollte immer auf den Boden gelegt und von der Seite entzündet werden.

Mit der Kampagne „Respekt statt Rakete“ ruft die Berliner Feuerwehr deshalb dazu auf, sich gemeinsam für ein sicheres Silvester stark zu machen. Nur wenn sich die Bevölkerung verantwortungsbewusst verhält und die Einsatzkräfte ungehindert ihrer Arbeit nachgehen können, lassen sich in der Silvesternacht Menschenleben retten.

Dieser illegale Knaller kann eine Hand schwer verletzen oder sogar zerfetzen.

Vorsicht bei Feuerwerk: Sicherheit geht vor

Ein weiterer Schwerpunkt der Pressekonferenz lag auf den Empfehlungen zum sachgemäßen Umgang mit Feuerwerk. Die wichtigsten Hinweise lauten:

  1. Nur zugelassene Feuerwerkskörper verwenden
    Kaufen Sie ausschließlich Pyrotechnik, die eine CE-Kennzeichnung und eine behördliche Zulassung trägt. Illegal importierte oder selbst gebastelte Böller sind unberechenbar und besonders gefährlich.
  2. Sicherheitsabstände einhalten
    Achten Sie darauf, genug Abstand zu Gebäuden, Fahrzeugen und vor allem zu Menschen einzuhalten. Auch Fenster, Türen und Balkone sollten geschlossen bleiben, um mögliche Brandgefahren zu minimieren.
  3. Standsichere Abschussvorrichtungen
    Raketen gehören nie in Flaschen, die ungesichert auf dem Boden stehen. Verwenden Sie standsichere Vorrichtungen, zum Beispiel spezielle Halterungen oder mit Sand gefüllte Eimer.
  4. Keine Pyrotechnik in oder auf Menschenmengen zünden
    Feuerwerkskörper müssen immer im Freien und mit Blick auf das Gefahrenumfeld gezündet werden. Wer Böller achtlos in die Menge wirft oder gar gezielt auf Menschen richtet, riskiert schwere Verletzungen.
  5. Erste-Hilfe-Maßnahmen beachten
    Sollte es trotz aller Vorsicht zu Verletzungen kommen, ist eine schnelle Erstversorgung wichtig. Wenden Sie sich im Notfall umgehend an den Rettungsdienst und versuchen Sie, die Verletzung bis zum Eintreffen professioneller Hilfe bestmöglich zu versorgen.
Illegaler Knaller zerfetzt eine Dummie-Hand (ohne Ton) – © Marzahn-Hellersdorf.com

Professionelle Einsatzplanung – in der Hoffnung auf einen ruhigen Jahreswechsel

Trotz des enormen Personalansatzes, moderner Technik und einer ausgeklügelten Leitstellendisposition: Die Berliner Feuerwehr hofft, dass sich die Menschen in Berlin in diesem Jahr ihrer Verantwortung besonders bewusst sind. Ziel ist es, Brand- und Verletzungsgefahren mit einfach zu merkenden Verhaltenstipps zu reduzieren. Dabei gilt stets das Motto: Sicherheit geht vor.

Sicherheitsabstand sollte immer eingehalten werden

Wenngleich die Berliner Feuerwehr in der Silvesternacht 2024/2025 mit dem dreifachen Kräfteansatz und der Unterstützung von Ehrenamtlichen, Hilfsorganisationen, Bundeswehr und THW gut aufgestellt ist, liegt es auch an jedem Einzelnen, diese Nacht möglichst reibungslos zu gestalten. Rücksichtnahme, ein verantwortungsvoller Umgang mit Pyrotechnik und vor allem Respekt gegenüber jenen, die für unsere Sicherheit zuständig sind, können entscheidend dazu beitragen, dass Berlin das neue Jahr ohne folgenschwere Zwischenfälle begrüßt.

Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

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