Rund um den S- und U-Bahnhof Wuhletal kam es in den vergangenen Tagen zu teils chaotischen Szenen. Grund dafür war nach unserer Einschätzung der jüngste BVG-Streik, durch den zahlreiche Fahrgäste offenbar kurzerhand auf E-Mietroller umgestiegen sind. Diese Kleinstfahrzeuge, die immer wieder achtlos auf Geh- und Radwegen abgestellt werden, sorgten für Ärger bei Anwohnerinnen und Anwohnern ebenso wie bei anderen Verkehrsteilnehmern – vor allem Fußgängerinnen und Fußgängern sowie seh- und mobilitätseingeschränkten Menschen.
Dass zeitweise laut Mietroller-App über 100 E-Scooter um den Bahnhof standen, verdeutlicht das Ausmaß des Problems: Fußwege wurden blockiert, Vorbeikommen war teils unmöglich, und der Unmut in der Bevölkerung wuchs.

Auch das Ordnungsamt Marzahn-Hellersdorf blieb nicht untätig – im Gegenteil. Wie Susan Hermenau, Pressesprecherin des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf, auf Anfrage mitteilt, kontrollieren die Mitarbeitenden des Ordnungsamts den Bahnhof inzwischen täglich.
Verdecktes Vorgehen gegen Falschparker
Während Autos bei einem Verstoß meist ein gut sichtbares „Knöllchen“ an der Windschutzscheibe vorfinden, verhängt das Ordnungsamt bei falsch abgestellten E-Rollern Bußgelder, die für Außenstehende kaum erkennbar sind. Daher entsteht oft der Eindruck, E-Scooter-Fahrende kämen ungeschoren davon. Die Zahlen des Bezirksamts belegen jedoch das Gegenteil:
- 20 sogenannte „Umsetzungen mit eigenen Mitteln“ – so der Fachausdruck – wurden im Februar vorgenommen,
- 31 Umsetzungen kamen bis Mitte bzw. Ende März hinzu.
Jede amtliche Umsetzung bedeutet: Das Ordnungsamt verschiebt oder entfernt die störend abgestellten E-Scooter und stellt den Anbietern der Fahrzeuge im Anschluss einen Bußgeldbescheid zu. Darüber hinaus werden täglich unzählige Kleinstfahrzeuge leicht versetzt, ohne dass dies als formale „Umsetzung“ gilt. Für Passantinnen und Passanten ist diese Aktivität jedoch kaum sichtbar, was mitunter den Eindruck erweckt, hier werde nicht eingeschritten.



Unterschiedliche Maßnahmen bei PKW
Warum beim Anblick falsch geparkter Autos schnell der Eindruck entsteht, das Ordnungsamt schreite dort entschiedener ein, erklärt sich durch das andere Vorgehen bei Pkw. Wird ein Fahrzeug zugeparkt oder liegt „Gefahr im Verzug“ vor, benachrichtigt das Ordnungsamt ein externes Abschleppunternehmen. Diese zeit- und kostenintensive Maßnahme ist jedoch nur in dringenden Fällen vorgesehen, etwa wenn wichtige Ausfahrten oder Rettungswege blockiert sind.



In weniger gravierenden Fällen bleibt es bei einem sichtbaren Strafzettel. So kann es vorkommen, dass auch ein Auto zwar ein Bußgeld erhält, aber nicht abgeschleppt wird – beispielsweise, wenn keine unmittelbare Verkehrsgefährdung besteht. Insofern falle die Entscheidung stets im Einzelfall, erläutert das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf.
Ordnungsamt in Aktion
Am Bahnhof Wuhletal wiederum scheinen die E-Roller ein stetig wachsendes Problem darzustellen. „Die Situation mit den E-Rollern beschäftigt uns bereits, wir bedauern die Entwicklung und werden im Rahmen unserer Zuständigkeit tätig“, versichert Hermenau. Infolge der vermehrten Kontrollen registrierten die Mitarbeitenden des Ordnungsamts sowohl an den Streiktagen als auch darüber hinaus eine spürbare Zunahme von Falschpark-Verstößen.
Gerade weil die E-Scooter so leicht und schnell umzustellen sind, gehen die Ordnungsbehörden nun verstärkt gegen unsachgemäß abgestellte Roller vor. Dies soll nicht nur dem Schutz der Fußgängerinnen und Fußgänger dienen, sondern auch anderen Verkehrsbeteiligten wie Fahrradfahrern einen sicheren Weg ermöglichen.



Appell an die Nutzerinnen und Nutzer
Vor dem Abstellen eines E-Scooters lohnt es sich, kurz innezuhalten und zu prüfen, ob Gehwege, Zufahrten oder Rollstuhlrampen blockiert werden könnten. Denn wer sein Kleinstfahrzeug in einer Weise abstellt, die andere beeinträchtigt oder gefährdet, riskiert ein kostenpflichtiges Bußgeld.
„Auch wenn E-Scooter eine attraktive Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr sein können, bleibt es eine gemeinschaftliche Aufgabe, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten“, betont Hermenau. Es steht also nicht zu erwarten, dass sich die Situation von allein entspannt – vielmehr wird das Ordnungsamt weiterhin ein genaues Auge darauf haben, ob die Regeln eingehalten werden.

Der Bahnhof Wuhletal avanciert zunehmend zum Brennpunkt in Sachen E-Roller-Ordnung. Der jüngste BVG-Streik hat das Problem noch verschärft, doch die Zahlen des Ordnungsamts zeigen, dass das Thema keineswegs ignoriert wird. Mehrere Umsetzungen und Bußgelder pro Monat verdeutlichen, dass auch E-Scooter-Fahrer mit Konsequenzen rechnen müssen, wenn sie die Fahrzeuge rücksichtslos abstellen.


Gleichzeitig halten andere Falschparker bei Pkw die Verwaltung auf Trab. Hier setzt das Bezirksamt zunehmend auf die klare Devise, dass auch E-Scooter nicht verschont bleiben – nur geschieht es für Beobachtende oft unsichtbar.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

