Gestern fand unter dem Motto „Wir machen’s selber“ eine Fachveranstaltung und Ausstellung zu Cleanup-Initiativen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf statt, organisiert vom Verein Wir fördern Engagement e.V. und der Freiwilligenagentur Marzahn-Hellersdorf. Im Tourismus- und Informationszentrum des Bezirks kamen Menschen aus Politik, Zivilgesellschaft und Bürgerschaft zu einem inspirierenden Austausch über die Herausforderungen und Erfolge der bürgerschaftlichen Müllsammel-Initiativen zusammen. Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Engagementpreises für bürgerschaftliche Initiativen an die Wuhletal-Paten durch Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic, die als Schirmherrin die Veranstaltung unterstützte.
Die Geschäftsführung von Wir fördern Engagement e.V. und Leitung der Freiwilligenagentur Marzahn-Hellersdorf, Constanze Paust, eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßungsrede und betonte die Bedeutung des Engagements für eine saubere und lebenswerte Umgebung.

Im Anschluss daran referierte Andrea Joveski, Projektleitung des House of Resources, über die Hintergründe und Herausforderungen ehrenamtlicher Tätigkeiten, insbesondere von Cleanup-Initiativen. Joveski hob hervor, dass diese Initiativen oft mit bürokratischen Hürden konfrontiert sind und nur begrenzten Zugang zu Fördermitteln haben, da sie oft weder als Vereine noch als anerkannte Initiativen gelten. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass Cleanup-Aktionen nicht nur zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen, sondern auch die Gemeinschaft stärken und Menschen jeden Alters zusammenbringen, gerade auch in Marzahn-Hellersdorf.

Die Veranstaltung bot auch eine Podiumsdiskussion mit Experten, die ihre Perspektiven und Erfahrungen aus ihren jeweiligen Tätigkeitsbereichen einbrachten.
Anne Sebald, Geschäftsführerin der wir berlin gGmbH, schilderte eindrucksvoll die täglichen Herausforderungen und Erfolge im Einsatz für ein sauberes und müllfreies Berlin. Sie hob hervor, wie wichtig ein langfristiges Engagement und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren in Berlin sind, um die Stadt nachhaltig von Müll zu befreien und das Bewusstsein der Bevölkerung für Umweltschutz zu schärfen.

Matthias Rose, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Umwelt- und Naturschutzamtes Marzahn-Hellersdorf, betonte die enge und effektive Zusammenarbeit zwischen dem Bezirksamt und den lokalen Cleanup-Initiativen. Er lobte die Arbeit der zahlreichen Freiwilligen, die sich mit großem Engagement für eine saubere Umwelt einsetzen, und unterstrich, wie wertvoll diese Partnerschaft für die nachhaltige Entwicklung des Bezirks ist.

Ulrike Sieder, Lehrkraft an der Fuchsberg-Grundschule, berichtete von ihren Erfahrungen bei der Integration von Umweltbildung in den Unterricht. Sie beschrieb, wie sie durch Müllsammelaktionen und andere praktische Projekte das Bewusstsein der Kinder für Umweltthemen stärken konnte. Solche Aktivitäten, so Sieder, helfen den Schülern, Verantwortung für ihre Umgebung zu übernehmen und den Wert einer sauberen und lebenswerten Stadt zu verstehen.

Manja Jacob, Leiterin der Wuhletal-Paten, gab Einblicke in die Entstehung und Entwicklung ihrer Initiative. Sie schilderte eindrücklich die Herausforderungen, denen sich die Freiwilligen beim Müllsammeln entlang der Wuhle gegenübersehen, sei es die Menge des Mülls oder der Zugang zu bestimmten Bereichen. Trotz aller Schwierigkeiten motiviert sie der Zusammenhalt und die Unterstützung innerhalb der Gemeinschaft, weiter für ein sauberes Wuhletal zu kämpfen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung ergriff Vanessa Krah, Beauftragte für Queer, Städtepartnerschaften und freiwilliges Engagement im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, das Wort. In ihrer Ansprache hob Krah die Bedeutung einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren und Institutionen hervor, um die Förderung von freiwilligem Engagement nachhaltig und effektiv zu gestalten. Sie betonte, dass durch eine gezielte Kooperation und die Bündelung gemeinsamer Ressourcen mehr Menschen zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben motiviert werden könnten. Krah appellierte an alle Beteiligten, sich für eine transparente Kommunikation und gegenseitige Unterstützung einzusetzen, um das Potenzial der ehrenamtlichen Arbeit voll auszuschöpfen und die Stadtgemeinschaft zu stärken.

In ihrer Rede betonte Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic die enorme Bedeutung von Cleanup-Initiativen für die Entwicklung und das positive Erscheinungsbild des Bezirks. Sie erklärte, dass solche Aktionen nicht nur zur Verschönerung der öffentlichen Räume beitragen, sondern auch das Umweltbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger stärken und das Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft fördern. Sie dankte allen, die sich für eine saubere und lebenswerte Umgebung einsetzen, und ermutigte die Anwesenden, sich weiterhin aktiv einzubringen. Die Bezirksbürgermeisterin betonte, dass solche Initiativen nicht nur dem Bezirk, sondern der gesamten Stadt zugutekommen, indem sie ein Zeichen für den Zusammenhalt und das Engagement der Gemeinschaft setzen.

Heidrun Schmidtke von der Freiwilligenagentur erläuterte schließlich die Hintergründe des Engagementpreises, gestiftet vom Verein Wir fördern Engagement e.V., und ließ offen, ob der Preis künftig jährlich oder im Zwei-Jahres-Rhythmus verliehen wird.

Janina Müller von der Clean-up-MaHe-Initiative hob deutlich hervor, dass es Initiativen gibt, die nicht auf staatliche oder öffentliche Fördergelder zurückgreifen können, sondern vielmehr von Menschen getragen werden, die sich privat engagieren. Diese engagierten Personen gehen tagsüber ihrer regulären Vollzeitarbeit nach und investieren ihre freie Zeit und Energie, um sich anschließend in ihrer Freizeit aktiv für die Umwelt einzusetzen, indem sie Müll sammeln und zur Verbesserung des Stadtbilds und der Natur in Marzahn-Hellersdorf beitragen. Müller betonte, dass dieses Engagement aus Eigeninitiative und Überzeugung für eine saubere Umwelt erfolgt und ohne finanzielle Unterstützung seitens externer Förderungen realisiert wird.

Die Wuhletal-Paten, die für ihre kontinuierlichen Säuberungsaktionen entlang der Wuhle bekannt sind, wurden schließlich mit dem Engagementpreis für bürgerschaftliche Initiativen Marzahn-Hellersdorf geehrt. Die Auszeichnung wurde von Bürgermeisterin Zivkovic persönlich überreicht, begleitet von Applaus und Anerkennung der Teilnehmenden für die vorbildliche Arbeit des Projekts.











Der Abend klang bei einem Buffet aus, das Raum für Gespräche und Vernetzung bot. Die Veranstaltung zeigte, dass sich viele Menschen mit Leidenschaft und Tatkraft für die Sauberkeit und das soziale Miteinander im Bezirk einsetzen – ein wichtiges Zeichen für die Stärke des ehrenamtlichen Engagements in Marzahn-Hellersdorf.
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Freiwilligenagentur Marzahn-Hellerdorf
Fotos: © Marzahn-Hellersdorf.com

