Am gestrigen Abend kam es auf einem Weihnachtsmarkt an der Landsberger Allee zu einem schweren Arbeitsunfall, bei dem ein 20-jähriger Angestellter lebensgefährlich verletzt wurde. Nach Polizeiangaben ereignete sich der Vorfall gegen 20.30 Uhr, als sich der junge Mann offenbar unbemerkt in den Schwenkbereich eines pendelnden Fahrgeschäfts begab.
Zeuginnen und Zeugen berichteten, dass sich der 20-Jährige versehentlich in unmittelbarer Nähe des in Bewegung befindlichen Pendels aufhielt. Als dieses mit hoher Geschwindigkeit nach unten schnellte, wurde der Angestellte am Hinterkopf getroffen. Durch die Wucht des Aufpralls stürzte er zu Boden und verlor sofort das Bewusstsein. Ein beherzter Besucher zog den Verletzten rasch aus dem Gefahrenbereich, während weitere Umstehende Erste Hilfe leisteten.

Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr trafen wenige Minuten später am Unfallort ein. Nach einer ersten notfallmedizinischen Versorgung wurde der 20-Jährige unverzüglich in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Dort wird er derzeit auf der Intensivstation behandelt.
Erste Ermittlungen der Einsatzkräfte ergaben, dass am Fahrgeschäft offenbar unzureichende Sicherheitsvorkehrungen herrschten. So fehlte unter anderem eine klare Abgrenzung zwischen dem Arbeits- und dem Schwenkbereich. Das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin hat angekündigt, eine umfassende Prüfung des betroffenen Fahrgeschäfts vorzunehmen, um mögliche Verstöße gegen arbeitsschutzrechtliche Bestimmungen aufzudecken.

Das örtliche Abschnittskommissariat der Polizei hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gegen den 46-jährigen Vorarbeiter des Fahrgeschäfts übernommen. Ob weitere Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Der Weihnachtsmarktbetrieb wurde nicht eingestellt, die betroffene Attraktion bleibt jedoch vorerst außer Betrieb, bis die Ursachen des Unfalls geklärt und entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit umgesetzt wurden.
Fotos: © John Boutin / Berlin-Doku

