Der Zustand des Fußgängertunnels am S-Bahnhof Kaulsdorf sorgt weiter für Diskussionen. In einer Schriftlichen Anfrage des Abgeordneten Stefan Ziller (Grüne) wollte dieser vom Senat erfahren, ob die Bahn den Tunnel bereits aufgegeben habe und wie eine Verbesserung der Situation erreicht werden könnte. Die Antwort der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt liegt nun vor.
Senat: Tunnel entspricht „nicht dem gewünschten Erscheinungsbild“
Der Senat räumt ein, dass der Tunnel „nicht dem gewünschten Erscheinungsbild entspricht und durchaus als Angstraum gesehen werden kann“. Eine grundlegende Sanierung oder Erneuerung sei jedoch nicht vorgesehen. Priorität habe aktuell die geplante Verlängerung der bestehenden Personenüberführung über die Gleise.

Reinigung nur im Minimalprogramm
Nach Angaben der DB InfraGO AG erfolgt derzeit lediglich eine Grundreinigung:
- Zweimal täglich wird grob gekehrt,
- einmal wöchentlich erfolgt eine Nassreinigung,
- Wartungen an der Beleuchtung (alle 48 Monate) und an der Regenwasserhebeanlage (viermal jährlich) sind vorgesehen.
Eine Ausweitung der Reinigungsintervalle sei angesichts der „haushälterischen Lage“ nicht geplant.




Zugang von Süden – Lösung erst in den 2030er Jahren
Für die bessere Erreichbarkeit von Süden ist zwar die Verlängerung der Personenüberführung Teil des „Bahnhofsmodernisierungsprogramms Berlin“, doch mit einer Umsetzung ist laut Senat erst Mitte der 2030er Jahre zu rechnen.
Keine Änderungen bei Bussen und Radverkehr
Eine Anpassung der Taktung der Buslinien 197, 269 und 399 an die S-Bahn-Abfahrtszeiten ist nicht geplant. Die BVG teilt dazu mit: Das Angebot sei bereits nachfragegerecht gestaltet.
Auch für den Radverkehr über die Kaulsdorfer Brücke („Kaulsdorfer Galgen“) gibt es keine neuen Lösungen. Eine Freigabe des schmalen Gehwegs für Radfahrer sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich.





Die Anwohnerinnen und Anwohner von Kaulsdorf müssen sich damit weiter auf absehbare Zeit mit einem unansehnlichen Tunnel und eingeschränkter Erreichbarkeit begnügen. Verbesserungen sind zwar angekündigt – doch sie werden wohl frühestens in den kommenden zehn Jahren sichtbar.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

