23. November 2025

Genossenschaftlicher Wohnungsbau in Marzahn-Hellersdorf: Viele Fragen – wenige Fortschritte

Der genossenschaftliche Wohnungsbau in Marzahn-Hellersdorf kommt kaum voran – das geht aus einer aktuellen Schriftlichen Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (LINKE) und der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hervor.

Darin wird deutlich: In den vergangenen zwei Jahren hat das Land Berlin im Bezirk nahezu keine Flächen an Genossenschaften übergeben. Auch an großen Neubauprojekten spielen sie praktisch keine Rolle.

Keine neuen Grundstücke für Genossenschaften

Laut Senatsverwaltung wurden in Marzahn-Hellersdorf innerhalb von zwei Jahren keine relevanten Grundstücke aus Landesbesitz an Wohnungsbaugenossenschaften vergeben. Lediglich eine kleine „Splitterfläche“ sei übertragen worden. Damit bleibt eine zentrale Forderung vieler Genossenschaften – Zugang zu landeseigenen Flächen – unerfüllt.

Abgelehnte Vorbescheide und ein anhängiges Verfahren

Die Genossenschaft Fortuna stellte sechs Anträge auf Vorbescheid für Projekte u. a. in der Wuhletalstraße, an der Mehrower Allee und am Blumberger Damm. Alle wurden abgelehnt, da sie nicht nach §34 BauGB zulässig seien. Fortuna klagt inzwischen vor dem Verwaltungsgericht.

Ein weiteres Projekt der Wohnungsgenossenschaft Marzahner Tor in der Lea-Grund-Straße erhielt hingegen 2024 einen positiven Vorbescheid: Geplant sind 96 Wohnungen, zwei Senioren-WGs, Gewerbeflächen, ein Veranstaltungsbereich sowie Räume für eine Arztpraxis und Physiotherapie.

Keine Beteiligung an Großprojekten – Beispiel KONNEKT

Die Senatsverwaltung bestätigt außerdem, dass Genossenschaften bei großen aktuellen Bauvorhaben nicht beteiligt wurden. Am Beispiel des KONNEKT-Projekts (Georg-Knorr-Park) wird deutlich:

  • Das Grundstück gehört einem privaten Projektentwickler.
  • Die HOWOGE sicherte sich die schlüsselfertigen Neubauten bereits vor Beginn des Bebauungsplanverfahrens.
  • Genossenschaften brachten laut Verwaltung keine eigene Initiative ein.

Gespräche über eine genossenschaftliche Beteiligung fanden daher gar nicht erst statt.

Land verweist auf Förderquoten – Bezirk meldet: keine aktuellen Bauanträge

Der Senat betont, dass durch das Berliner Modell 30 Prozent geförderter Wohnraum bei privaten Projekten gesichert würden. Tatsächlich entstehen im KONNEKT-Projekt laut Verwaltung sogar rund 90 Prozent geförderte Wohnungen.

Der Bezirk wiederum teilt mit:
Aktuell liegt kein einziger Bauantrag von Genossenschaften vor.

Aufstockungen im Bestand – oft als besonders nachhaltige Bauform gelobt – seien nicht abgelehnt worden. Entsprechende Anträge gebe es allerdings ebenfalls nicht.

Die Antwort zeigt ein deutliches Bild:
Genossenschaften spielen im Bezirk derzeit fast keine Rolle beim Neubau. Weder Flächenvergaben noch Beteiligungen an großen Projekten wurden in den letzten Jahren systematisch vorangetrieben. Gleichzeitig scheiterten kleinere Initiativen an planungsrechtlichen Hürden. Wie der genossenschaftliche Wohnungsbau zukünftig gestärkt werden kann, bleibt vorerst offen.

Symbolbild(er): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 MaHe LIVE Whatsapp-KANAL 🗞️

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