Marzahn-Hellersdorf gehört beim Glasfaserausbau weiterhin zu den Schlusslichtern in Berlin. Das geht aus einer aktuellen Schriftlichen Anfrage im Abgeordnetenhaus hervor.
Während berlinweit bereits rund 44,6 Prozent der Haushalte mit Glasfaser versorgt sind, liegt die Quote im Bezirk bei lediglich 33,2 Prozent. Damit rangiert Marzahn-Hellersdorf deutlich hinter mehreren anderen Berliner Bezirken.
Marktgetriebener Ausbau ohne feste Zeitpläne
Wie aus der Antwort der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hervorgeht, erfolgt der Glasfaserausbau in Berlin überwiegend eigenwirtschaftlich durch Telekommunikationsunternehmen. Konkrete Ausbaugebiete, Zeitpläne oder Straßenzüge werden dem Senat in der Regel nicht vorab gemeldet. Eine detaillierte Planung ist daher nur eingeschränkt öffentlich einsehbar.
Große Unterschiede zwischen den Ortsteilen
Innerhalb des Bezirks zeigen sich deutliche Unterschiede beim aktuellen Versorgungsstand:
- Marzahn erreicht mit 43,6 Prozent noch den höchsten Glasfaseranteil.
- Biesdorf liegt bei 37,7 Prozent.
- Hellersdorf kommt auf 26,8 Prozent.
- Kaulsdorf (21,5 Prozent) und Mahlsdorf (14,0 Prozent) bilden das Schlussfeld.
Diese Zahlen unterstreichen, dass insbesondere die eher kleinteilig bebauten Ortsteile beim Glasfaserausbau bislang nur langsam vorankommen.
Senatsziel: Flächendeckung bis 2028
Der Berliner Senat verfolgt weiterhin das Ziel einer bedarfsorientierten, flächendeckenden Glasfaserversorgung bis zum Jahr 2028. Ob und wann Marzahn-Hellersdorf eine Versorgungsquote von 90 Prozent erreicht, lässt sich jedoch nicht prognostizieren. Ausschlaggebend dafür sind die Investitionsentscheidungen der privaten Netzbetreiber.
Wohnungsbaugesellschaften treiben Ausbau voran
Fortschritte gibt es insbesondere bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. So sind viele Bestände bereits bis ins Gebäude (FTTB) angeschlossen, Neubauten verfügen meist über Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH). Mehrere Gesellschaften planen, ihre Bestände in den kommenden Jahren schrittweise vollständig auf FTTH umzurüsten – teils bis Ende der 2020er-Jahre, teils mit langfristiger Perspektive bis 2040.
Für viele Haushalte in Marzahn-Hellersdorf bleibt Glasfaser vorerst Zukunftsmusik. Während kommunale Wohnungsunternehmen vorangehen, hängt der flächendeckende Ausbau weiterhin stark von den Entscheidungen privater Anbieter ab. Geduld bleibt für zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner daher weiterhin gefragt.
Informationen: www.gigabit.berlin.de/gigabitmonitor.php
Grundlage dieses Artikels ist die Schriftliche Anfrage Nr. 19/24527 im Abgeordnetenhaus von Berlin.
Symbolbild


Ich möchte derzeit bei den Anbietern, die hausieren gehen kein Glasfaser bestellen. Außerdem ändert sich nichts an meiner Zeit, nur an der Datenmenge beim surfen. Da ist noch viel Luft.
Es gibt aber immer wieder Fortschrittsmeldungen, wie zum Beispiel gerade eine neue Medieninfo der Telekom zum Ausbau in Biesdorf!https://www.presseportal.de/pm/9077/6189943