Ein kühler Donnerstagabend in Biesdorf, sonst eher ein stilles Areal unweit des Theaters am Park, wurde gestern zur Bühne einer großangelegten Verkehrskontrolle. Zwischen 16 und 22 Uhr überprüften Einsatzkräfte der Polizei über 100 Fahrzeuge – mit großem Erfolg.
Was zunächst routiniert begann, entwickelte sich im Verlauf des Abends zu einer aufsehenerregenden Aktion am Blumberger Damm. Das Licht der Taschenlampen flackerte über Motorhauben, die Kontrollstellen leuchteten in Blau und Orange. Immer wieder hielten Beamte Fahrzeuge an, forderten Papiere und überprüften Fahrer.





Ein Abend voller Überraschungen
Bereits nach der ersten Stunde war klar: Die Kontrollen waren dringend nötig.
Fünf Fahrzeugführer standen unter dem Einfluss von Drogen – in mehreren Fällen wiesen die Tests auf Amphetamine und Cannabis hin. Besonders brisant: Ein Mann, der zunächst ruhig wirkte, sorgte für Aufsehen, als sich herausstellte, dass er gleich mehrere Identitäten führte. Eine davon war mit einem Haftbefehl versehen. Zudem besaß der Mann keine gültige Fahrerlaubnis. Für ihn endete der Abend nicht nur mit einer Anzeige, sondern in Handschellen.





Alkohol, technische Mängel und ein gestohlenes Auto
Auch Alkohol am Steuer blieb kein Einzelfall: Drei Fahrer mussten ihren Fahrzeugschlüssel abgeben, nachdem Atemalkoholtests deutlich über dem erlaubten Grenzwert lagen.
Darüber hinaus stellten die Kontrolleure mehrere technisch mangelhafte Fahrzeuge fest – teilweise mit defekten Bremsen, abgefahrenen Reifen oder manipulierten Auspuffanlagen. Diese Fahrzeuge wurden noch vor Ort sichergestellt und abgeschleppt.





Für Verwunderung sorgte außerdem ein Wagen mit polnischem Kennzeichen. Eine Abfrage ergab: Das Fahrzeug war im Ausland als gestohlen gemeldet. Auch hier wurde das Auto beschlagnahmt, die weiteren Ermittlungen übernahm die Kriminalpolizei.
Sorge um ältere Verkehrsteilnehmer
Ein besonders sensibles Thema spielte sich leise am Rande der Kontrollstelle ab: Zwei Senioren wurden gebeten, einem freiwilligen Sehtest zuzustimmen. Das Ergebnis fiel ernüchternd aus – die Beamten kamen zu dem Schluss, dass ihre Sehstärke für das sichere Führen eines Autos nicht mehr ausreichte. Beide mussten ihre Fahrt beenden und wurden durch Angehörige abgeholt. „Es geht hier nicht um Bestrafung, sondern um Sicherheit“, erklärte ein Polizist vor Ort. „Wir möchten verhindern, dass jemand zu Schaden kommt – weder sie noch andere.“

Breit angelegte Kooperation
An der Aktion beteiligten sich nicht nur Polizistinnen und Polizisten der 3. Bereitschaftspolizeiabteilung (BPA), sondern auch Kräfte der Direktion 3 (Ost) sowie der Zoll. Gemeinsam kontrollierten sie Führerscheine, Fahrzeugpapiere, technische Zustände und überprüften Personen auf offene Haftbefehle.
Ziel der Kontrolle sei es, die Verkehrssicherheit in Berlin-Ost nachhaltig zu stärken, so ein Sprecher der Polizei. Der Fokus lag nicht nur auf klassischen Verkehrsverstößen, sondern auch auf Straftaten im Zusammenhang mit Drogen, Diebstahl und Urkundenfälschung.





Bilanz mit deutlicher Botschaft
Nach sechs Stunden intensiver Arbeit stand die Bilanz fest:
- Über 100 kontrollierte Fahrzeuge
- Mindestens fünf Fahrer unter Drogeneinfluss
- Drei unter Alkoholeinfluss
- Ein Fahrzeug als gestohlen gemeldet
- Mehrere Autos wegen technischer Mängel sichergestellt
- Zwei Senioren mit eingeschränkter Fahrtauglichkeit gestoppt
Eine Aktion, die zeigt: Prävention und Kontrolle gehen Hand in Hand.
„Wir werden auch in den kommenden Wochen ähnliche Schwerpunktaktionen durchführen“, kündigte der Polizeisprecher an. „Denn jeder, der sich unter Einfluss von Drogen oder Alkohol ans Steuer setzt, gefährdet Leben – und das nehmen wir nicht hin.“





Ort der Kontrolle:
Frankenholzer Weg, Parkplatz am Theater am Park, Berlin-Biesdorf
Beteiligte Behörden:
Polizei Berlin (Direktion 3 Ost, 3. BPA), Zoll
Fotos: © Pierce Adler


viel zu wenig solcher Kontrollen
Prima, das sollte öfter durchgeführt werden, viel zu wenig.