Hönow – Erstmals seit 1988 ist in Deutschland wieder ein Fall der hochansteckenden Maul- und Klauenseuche (MKS) aufgetreten. Nach Angaben von Landrat Gernot Schmidt (62, SPD) wurde die Tierseuche in einer Wasserbüffel-Herde in Hönow, direkt an der Berliner Stadtgrenze, festgestellt. Um eine rasche Ausbreitung des Virus zu verhindern, sollen alle betroffenen Tiere getötet werden. Außerdem haben die Behörden zwei Sperrkreise eingerichtet, um weitere Ansteckungen einzudämmen. Auch die zuständigen Berliner Ämter sind bereits informiert.
Die Maul- und Klauenseuche gilt als eine der gefährlichsten Tierkrankheiten weltweit. Sie befällt vor allem Paarhufer wie Rinder, Schweine, Schafe oder Ziegen und ist extrem ansteckend. Die Tiere können unter schmerzhaften Bläschen an Maul und Klauen leiden, was oft zu Lahmheit und Fressunlust führt. Für Menschen ist die Krankheit nur sehr selten gefährlich; dennoch ist ihr Auftreten für landwirtschaftliche Betriebe eine große wirtschaftliche Bedrohung.
Dass ausgerechnet eine Wasserbüffel-Herde betroffen ist, macht den Fall besonders tragisch. Wasserbüffel spielen bei landwirtschaftlichen und ökologischen Projekten zunehmend eine Rolle – etwa in der naturnahen Landschaftspflege. Eine Keulung der gesamten Herde ist jedoch die einzige wirksame Maßnahme, um das Virus zu stoppen.
Strenge Vorsichtsmaßnahmen
Um einer Ausbreitung vorzubeugen, werden um den betroffenen Betrieb zwei Sperrzonen eingerichtet. In diesen Gebieten gelten für Landwirte und Tierhalter strenge Auflagen:
- Verbot von Tiertransporten ohne Genehmigung
- Erhöhte Hygienestandards bei Stallbesuchen
- Meldepflicht für verdächtige Krankheitsanzeichen
Zudem sind regelmäßige Kontrollen angeordnet. Sollte es weitere Verdachtsfälle geben, drohen den betroffenen Höfen Sperrungen und Betriebsschließungen.
Wirtschaftliche Folgen für die Region
Da Maul- und Klauenseuche als hochinfektiös gilt und es strenge EU-weite Regelungen gibt, können bereits wenige Einzelfälle gravierende Konsequenzen für den gesamten Tierhandel und Export haben. Neben finanziellen Einbußen für die Landwirte sind zudem Imageschäden für die Betriebe zu erwarten.
Rückblick: Erster Ausbruch seit 1988
Der letzte Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Deutschland liegt 37 Jahre zurück. Damals traten in mehreren Bundesländern Fälle auf, die jedoch durch konsequentes Eingreifen der Veterinärämter eingedämmt werden konnten.
Ausblick
Die Behörden in Märkisch-Oderland und Berlin stehen in engem Austausch, um die Situation zu überwachen und weiterführende Maßnahmen zu koordinieren. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bestehen derzeit keine besonderen Einschränkungen beim Fleischkauf – das Virus wird in der Regel nicht auf Menschen übertragen.
Dennoch mahnen Tierärzte und Landwirte gleichermaßen zur Wachsamkeit: Frühzeitige Meldungen von Krankheitsanzeichen und konsequente Hygiene sind entscheidend, damit sich die Seuche nicht erneut verbreitet. So hofft man, den aktuellen Ausbruch in Hönow rasch unter Kontrolle zu bringen und eine Wiederholung der Ereignisse von 1988 zu verhindern.
Symbolbild

