12. Oktober 2025

Kahlschlag in ehemaliger Kleingartenanlage in Marzahn: Bebauung mit 144 Wohnungen am Klüsserather Weg geplant

Am Klüsserather Weg in Marzahn sollen auf ehemaligen Kleingartenflächen insgesamt 144 neue Wohnungen entstehen. Das geht aus einer aktuellen Schriftlichen Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Die Linke) und der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hervor.

Drei Baufelder mit unterschiedlichen Konzepten

Laut dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf ist die geplante Bebauung in drei Baufelder unterteilt:

Baufeld 1 (Klüsserather Weg 73–78):
Der Bauabschnitt umfasst sechs moderne Gebäude, die architektonisch aufeinander abgestimmt sind und dennoch individuelle Akzente setzen. Vier der Häuser sind als kleinere Mehrfamilienhäuser mit jeweils drei Wohneinheiten konzipiert und bieten damit ein ruhiges, fast schon familiäres Wohnumfeld. Ergänzt werden sie durch zwei größere Wohngebäude, die speziell auf die Bedürfnisse von Studierenden zugeschnitten sind – mit acht beziehungsweise zwölf Wohneinheiten. Insgesamt entstehen so 32 neue Wohnungen, die ein vielfältiges Spektrum an Wohnformen abdecken – von kompakten Einheiten für Einzelpersonen bis hin zu großzügigeren Wohnungen für Wohngemeinschaften oder kleine Familien.

Baufeld 2 (Klüsserather Weg 57–72A):
Der Bauabschnitt umfasst insgesamt 16 Gebäude mit einer modernen, klar strukturierten Architektur, die sich harmonisch in das bestehende Umfeld einfügt. In den Häusern entstehen 62 Wohneinheiten, die sowohl klassisches Wohnen als auch studentisches Leben ermöglichen sollen. Ein Teil der Gebäude ist gezielt für Studierende vorgesehen und bietet kompakte, funktional geschnittene Apartments mit gemeinschaftlich nutzbaren Flächen, während andere Häuser auf Familien und Paare ausgerichtet sind. So entsteht ein vielfältiges Wohnquartier, das unterschiedliche Lebensentwürfe an einem Ort vereint und zugleich neue Impulse für die soziale Durchmischung des Viertels setzt.

Baufeld 3 (Klüsserather Weg 43–47):
Det Bauabschnitt umfasst sechs Gebäude mit insgesamt 50 Wohneinheiten und vereint moderne Architektur mit funktionaler Wohnraumgestaltung. Fünf der Häuser entstehen als dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit jeweils acht Wohnungen, die sowohl für Paare als auch kleine Familien attraktiv sind. Ergänzt wird das Ensemble durch ein größeres Wohnhaus mit zehn Wohneinheiten, das Raum für unterschiedlich zugeschnittene Grundrisse bietet – von kompakten Apartments bis hin zu großzügigeren Wohnungen. Durch die Kombination dieser Strukturen entsteht ein harmonisches Wohnquartier, das auf Vielfalt, Nachhaltigkeit und Wohnqualität setzt.

Alle Gebäude sollen zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss erhalten.


Baufeld 1


Genehmigungsverfahren läuft noch

Für jedes der drei Baufelder liegt seit dem 13. Juni 2025 ein Bauantrag vor. Diese befinden sich derzeit noch im Genehmigungsverfahren, teilte das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf mit. Eine endgültige Baugenehmigung wurde bislang nicht erteilt.

Kein Ersatz für weggefallene Kleingärten

Die für das Bauprojekt genutzten Flächen gehörten ursprünglich der Deutschen Bahn AG und wurden an einen Privatinvestor verkauft. Ersatzflächen für die weggefallenen Kleingärten werden laut Bezirksamt nicht bereitgestellt.
Das Stadtentwicklungsamt Marzahn-Hellersdorf verfolgt aktuell keine Pläne zur Schaffung neuer Kleingartenflächen im Bezirk.


Baufeld 2


Umweltprüfung und Ausgleichsmaßnahmen

Der Neubau geht mit Eingriffen in Natur und Landschaft einher. Der Bauherr hat hierzu naturschutzfachliche Gutachten, eine Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung sowie einen artenschutzrechtlichen Fachbeitrag erstellen lassen. Diese Unterlagen werden derzeit durch die Untere Naturschutzbehörde geprüft.

Keine Änderung am Flächennutzungsplan notwendig

Der Flächennutzungsplan (FNP) weist die betroffenen Areale als Wohnbaufläche (W4, GFZ bis 0,4) und gemischte Baufläche (M2) aus. Damit ist die geplante Bebauung aus dem FNP entwickelbar – eine Änderung ist nicht erforderlich.


Baufeld 3


Die Kleingartenflächen am Klüsserather Weg waren in den vergangenen Jahren mehrfach Gegenstand politischer Diskussionen. Mit der geplanten Bebauung verliert der Bezirk ein weiteres Stück seiner kleinteiligen Grünstruktur, gewinnt jedoch dringend benötigten Wohnraum – insbesondere für Studierende.

Quelle: Schriftliche Anfrage Nr. 19/23833 des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Die Linke), Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen vom 25.09.2025

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