Seit Monaten beschäftigt eine Baustelle am Wilhelmsmühlenweg Ecke Neuenhagener Straße Anwohner und Pendler in Mahlsdorf. Immer wieder war der Bereich gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar – und das, ohne dass sichtbare Baufortschritte erkennbar waren.
Auch Moritz, ein Anwohner, meldete sich bei uns mit deutlichen Worten: „Letztes Jahr wurde die Straße mal für Wochen voll gesperrt, ohne dass jegliche Aktivitäten von Bauarbeiten festzustellen waren. Jetzt ist die Straße zur Einbahnstraße geworden und die Arbeiten dauern mittlerweile auch mehrere Wochen. Man sieht eher keinen Fortschritt und findet keinerlei Info, wie lang die Neuenhagener Straße noch in diesem Zustand bleibt.“

Warum passiert scheinbar nichts?
Marzahn-Hellersdorf LIVE hat erneut bei den Berliner Wasserbetrieben nachgefragt – und Pressesprecher Stephan Natz erklärt den Hintergrund: „Es gab dort 2024 einen Rohrschaden, als eine die Straße querende, innen zehn Zentimeter starke Trinkwasserleitung aus Grauguss mitten unter der Fahrbahn gebrochen war.“ Die Leitung stammte noch aus einer Zeit, als Grauguss üblich war – ein Material, das als bruchanfällig gilt. „Seit den 1980er Jahren verwenden wir stattdessen duktiles Gusseisen, das deutlich bewegungstoleranter ist“, so Natz weiter.

Die Bruchstelle lag an einer besonders ungünstigen Stelle unter der Straße. Deshalb entschieden sich die Wasserbetriebe für eine Umverlegung der Leitung: „Wir tauschen rund 30 Meter Rohr aus und verlegen die Leitung auf einer neuen Trasse westlich der bisherigen Lage“, so der Sprecher. Doch dafür mussten Genehmigungen eingeholt werden – unter anderem von der BVG und vom Straßen- und Grünflächenamt (SGA). Diese lagen lange nicht vor, weshalb die Baustelle monatelang faktisch ruhte.
Arbeiten dauern noch etwa zwei Monate
Nun ist die Umsetzung gestartet, aber Anwohner müssen sich weiter gedulden: Laut Wasserbetrieben sollen die Arbeiten inklusive Straßenwiederherstellung noch rund zwei Monate in Anspruch nehmen. Erst danach kann die Straße wieder vollständig freigegeben werden.

Rückblick: Diskussion um Sperrung schon 2024
Bereits im Oktober 2024 stand die Baustelle im Fokus. Damals erklärten die Berliner Wasserbetriebe, dass es sich um einen erheblichen Schaden handelt. Am 1. September 2024 war ein Trinkwasserrohr aus dem Jahr 1938 an der Kreuzung Wilhelmsmühlenweg/Neuenhagener Straße gebrochen. Obwohl das Rohr nur zehn Zentimeter stark war, führte der Schaden zu umfassenden Maßnahmen: „Das gesamte Leitungskreuz unter der Kreuzung, einschließlich eines Schieberkreuzes, muss erneuert werden. Das bedeutet rund 30 Meter Rohraustausch“, so Natz damals. Bereits am 2. September wurde die Baufirma LTG beauftragt. Die Abstimmungen mit BVG und SGA sowie Fragen zur Straßensanierung verzögerten jedoch den eigentlichen Baustart.
Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic (CDU) erklärte damals auf unsere Nachfrage: „Grundsätzlich handelt es sich um eine Maßnahme der Berliner Wasserbetriebe, notwendig wegen eines Rohrbruchs. Jedoch haben die BWB bisher keine verkehrsrechtliche Anordnung (VRAO) durch die Senatsverwaltung erhalten. Dennoch haben die BWB bereits vorsorglich abgesperrt. Unser SGA hat jetzt mit den BWB besprochen, dass wir das so nicht dulden können und bauen die Sperrung ab. Sie wird aber wieder eröffnet, wenn die VRAO von der Senatsverwaltung vorliegt.“

Auch die Verkehrsinformationszentrale Berlin war in die Kommunikation eingebunden, da die Sperrung eine vielbefahrene Pendlerstrecke betrifft.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

