25. April 2022

Mahnwache für von Auto getötetes Mädchen auf der Landsberger Allee

© Jonas Knorr

Am 23. April 2022 fand auf der Landsberger Allee an der Fußgängerampel vor der Abfahrt zur Märkischen Allee eine Mahnwache für ein getötetes Mädchen statt. Mutmaßlich steuerte ein 59-jähriger Autofahrer sein Fahrzeug über eine rote Ampel, rammte die Elfjährige und verletzte sie so sehr, dass sie am 16. April 2022 verstarb. Zur Anteilnahme vor Ort aufgerufen hatten Fuss e.V., VCD Nordost, Changing Cities e.V. sowie der ADFC Berlin.

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Forderungen nach mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr sind durchaus richtig, greifen aber zu kurz, handelt es sich doch lediglich um eine freundliche Bitte, die StVO einzuhalten. 41 Todesopfer zählte der VCD Nordost in 2021 im Berliner Straßenverkehr – davon allein vier in der Landsberger Allee1. Rein statistisch gesehen werden wir noch in diesem Jahr weitere Verkehrstote zu beklagen haben.

Fotos: © Jonas Knorr

Sich nun allein darauf zu berufen, dass ein menschlicher Fehler vorliegt, wäre fatal und verhindert keinen neuen Todesfall. Dabei gäbe es wirksame Maßnahmen, die ergriffen werden können. Kurzfristig wäre eine Entfernung der Tempo 60 Schilder, mittelfristig eine Reduktion der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auf 30km/h möglich. Auch Ampelschaltungen können angepasst werden, um Fußgänger:innen mehr Zeit beim Queren von Straßen einzuräumen und die Grünphasen von motorisiertem Verkehr und Fußverkehr besser voneinander zu trennen. Rotlichtblitzer können darüber hinaus die Anzahl der Rotlichtverstöße reduzieren. Generell muss Tempo 30 innerorts zur Regelgeschwindigkeit werden. Langfristig ist eine deutliche Reduktion des gesamten Autoverkehrs unumgänglich. Schon heute haben viele Fahrzeuge die notwendige Technik an Bord, um verpflichtende Kollisionsassistenten zu ermöglichen. Kameras erfassen schon heute die Verkehrslage und könnten eine Fahrt über Rot verhindern.

© Jonas Knorr

Diese Forderungen fallen in verschiedene Zuständigkeitsbereiche und greifen bis ins Bundesrecht ein. Jede Instanz, die nun nur Verantwortung weiterreicht, muss sich eingestehen, mit verantwortlich zu sein für jedes einzelne Verkehrsopfer auf unseren Straßen. Wir sind fassungslos und traurig. Es sind keine zwei Monate seit der letzten Mahnwache im Bezirk für eine getötete Fußgängerin vergangen. Die Unfallorte liegen nur knapp einen Kilometer auseinander. Wir möchten betonen: Wir sind nicht hilflos. Wir müssen nur beginnen, nicht mehr Freiheit mit ungebremster Geschwindigkeit zu verwechseln.

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