Die Tage der Müllschlucker in einigen Hochhäusern des Bezirks Marzahn-Hellersdorf sind gezählt. Das landeseigene Wohnungsunternehmen degewo setzt derzeit die Stilllegung der letzten noch verbliebenen Anlagen in seinem Bestand um – und kündigt den betroffenen Mietern gleichzeitig Mieterhöhungen an. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen auf eine Schriftliche Anfrage des Linke-Abgeordneten Kristian Ronneburg hervor.
Betroffen sind vier Adressen mit insgesamt über 1.170 Wohneinheiten: der Helene-Weigel-Platz 6, 7, 13 und 14, die Allee der Kosmonauten 67 und 69 sowie die Märkische Allee 116–122. Wie degewo mitteilt, handle es sich dabei um „die letzten Objekte im Bestand“, in denen die Schließung nun vollzogen werde. Die Entscheidung zur unternehmensweiten Stilllegung aller Müllschlucker sei bereits vor vielen Jahren gefallen und in enger Abstimmung mit dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf getroffen worden.
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Brandschutz und Wirtschaftlichkeit als Argumente
Als Grund für die Schließungen nennt degewo vor allem brandschutzrechtliche Anforderungen: Die Müllschluckerräume auf den Etagen entsprächen nicht mehr den geltenden Vorschriften. Eine technische Ertüchtigung jedes einzelnen Raumes wäre laut dem Unternehmen mit erheblichen Kosten verbunden und „wirtschaftlich nicht vertretbar“. Hinzu kämen dauerhaft anfallende Wartungsaufwendungen. Konkrete Alternativlösungen für einzelne Standorte wurden demnach nicht geprüft – die Entscheidung fiel pauschal für den gesamten Bestand.

Mieterhöhungen trotz Wegfall einer Leistung
Für die Mieterinnen und Mieter bedeutet die Abschaltung nicht nur den Verlust der bequemen Hausmüllentsorgung, sondern auch eine höhere Miete. Für die Häuser am Helene-Weigel-Platz beträgt die angekündigte Erhöhung jeweils 0,07 Euro pro Quadratmeter, für die beiden Häuser an der Allee der Kosmonauten 0,08 Euro pro Quadratmeter monatlich. Besonders stark trifft es die Bewohner der Märkischen Allee 116–122: Dort werden 0,27 Euro pro Quadratmeter fällig. Hintergrund sind laut degewo die Kosten für die Neuerrichtung einer zusätzlichen Müllstandsfläche für Haus- und Biomüll inklusive Zuwegung.
Dem gegenüber stellt degewo eine voraussichtliche Einsparung bei den Betriebskosten in Höhe von 0,08 Euro pro Quadratmeter monatlich in Aussicht – basierend auf Erfahrungen aus bereits stillgelegten Anlagen. Dieser Wert sei allerdings abhängig vom Trennverhalten der Bewohner.

Andere Wohnungsunternehmen nicht betroffen
Die übrigen landeseigenen Wohnungsunternehmen spielen in diesem Zusammenhang keine Rolle: GESOBAU, Gewobag, HOWOGE und STADT UND LAND bewirtschaften im Bezirk entweder keine Bestände mit Müllschluckern oder sind von Schließungen nicht betroffen. Die WBM hat in Marzahn-Hellersdorf grundsätzlich keine Bestände. Über etwaige Schließungen bei privaten Vermietern liegen dem Senat nach eigenen Angaben keine Informationen vor.
Die Schriftliche Anfrage wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in Vertretung durch Staatssekretär Machulik beantwortet.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

