Der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist ab heute offiziell Träger des Siegels „Kinderfreundliche Kommune“. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. die Verabschiedung eines umfassenden Aktionsplans, der die Rechte von Kindern und Jugendlichen stärkt und die UN-Kinderrechtskonvention auf lokaler Ebene umsetzt.
Das Siegel ist nicht nur Anerkennung, sondern auch Verpflichtung: Der Bezirk stellt sich einem regelmäßigen Prüfverfahren und verpflichtet sich, die festgelegten Ziele innerhalb von drei Jahren umzusetzen. Der Prozess startet mit einer Bestandsaufnahme und der aktiven Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, um gemeinsam einen maßgeschneiderten Aktionsplan zu entwickeln. Nach dessen Bestätigung durch den Stadtrat und die Prüfung durch den Verein wird das Siegel verliehen – für zunächst drei Jahre.
Das Programm „Kinderfreundliche Kommune“, getragen von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk, existiert seit über einem Jahrzehnt und unterstützt Städte, Gemeinden und seit Kurzem auch Landkreise dabei, ihre Politik und Verwaltung kinderfreundlicher zu gestalten. Marzahn-Hellersdorf reiht sich damit in eine wachsende Gemeinschaft von 60 Kommunen ein, darunter Flensburg, Köln und Potsdam.
Das Projekt basiert auf den internationalen Erfahrungen der „Child Friendly Cities Initiative“ von UNICEF und wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Es ist ein starkes Signal, dass Marzahn-Hellersdorf den Bedürfnissen und Rechten der jüngsten Bewohner höchste Priorität einräumt und somit zukunftsweisend für andere Bezirke sein kann.
Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic äußerte sich erfreut über die Verleihung des Siegels: „Marzahn-Hellersdorf ist ein vielseitiger und lebenswerter Bezirk. Wir bieten für Jung und Alt, Groß und Klein ein umfangreiches Bildungs-, Kultur- und Beschäftigungsangebot mit vielen Möglichkeiten der Entfaltung, Teilhabe und Entwicklung. Neben vielen familienfreundlichen Einrichtungen wie dem Kinderforscherzentrum ‚Helleum‘, dem tollen Angebot in den ‚Gärten der Welt‘ oder dem Bienenlehrgarten gibt es bei uns auch zahlreiche Parks mit Spiel- und Bewegungsplätzen. Ich freue mich, dass wir mit dem Siegel der Kinderfreundlichen Kommune für unser vielseitiges Engagement ausgezeichnet werden.“
Gordon Lemm, Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit, sagte: „Kinder und Jugendliche werden häufig in der Welt der Erwachsenen nicht ernst genommen. Wir entscheiden über und für sie und meist ohne sie zu fragen. Das Programm Kinderfreundliche Kommune stellt die Frage, ob es nicht auch anders geht. Können Kommunen und deren Ver- waltungen effektiv und zielgerichtet arbeiten und dennoch Kinder und Jugendliche sowie ihre Interessen mit einbeziehen? Marzahn-Hellersdorf will diesen Weg gehen. Als ich die Initiative 2020 nach Marzahn-Hellersdorf geholt habe, war es ein langer Weg, den viele zunächst skeptisch begleitet haben. In vielen Gesprächen und Befragungen zeigte sich, dass wir durchaus anders könnten, wenn wir wollten. Und das wollten wir dann auch. Sei es indem trockene Bebauungspläne so aufbereitet werden, dass Kinder und Jugendliche sie verstehen und ihre Meinungen dazu abgeben können oder indem wir Sprechstunden für Kids in unseren Jugendclubs anbieten. Ich glaube, dass wir von diesem Projekt insgesamt als Gesellschaft profitieren können und als Familienstadtrat hoffe ich, dass wir wirklich eine Kinderfreundliche Kommune werden.“
Zum Aktionsplan
Ein Meilenstein für Kinderrechte – und ein Versprechen für die Zukunft.
Informationen: www.kinderfreundliche-kommunen.de

