10. Juli 2025

Mieterhöhungen bei landeseigenen Wohnungen: Berliner Haushalte zahlen im Schnitt 48 Cent mehr pro Quadratmeter

Rund 112.000 Mieterhaushalte in Berlin müssen sich in diesem Jahr auf teils spürbare Mieterhöhungen bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften einstellen. Nach aktuellen Angaben des Stadtentwicklungssenats steigen die Nettokaltmieten im Schnitt um 48 Cent pro Quadratmeter – je nach Gesellschaft, Zeitpunkt und Vertragskonstellation fällt die Belastung unterschiedlich hoch aus, berichtet die BZ.

Die Erhöhungen betreffen alle sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen, die gemeinsam über rund 380.000 Wohnungen verfügen. Grundlage für die Anpassungen sind laut Senat steigende Betriebskosten, Sanierungsaufwendungen sowie der aktuelle Mietspiegel. Dabei gilt: Erhöhungen sind nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete möglich, zudem darf die Miete innerhalb von drei Jahren um maximal 11 Prozent steigen.

Erhöhung der Kaltmiete bei Stadt und Land, Gewobag, Gesobau, WBM, Howoge und Degewo

Ein Überblick über anstehende Mieterhöhungen:

🔹 Stadt und Land (57.000 Wohnungen, bisher Ø 6,41 €/qm):

Zwischen Juli und September wurden oder werden 12.650 Mieterhöhungen ausgesprochen – im Schnitt +18,71 Euro pro Wohnung/Monat. Von Oktober bis Februar folgen 135 weitere Anpassungen, diesmal mit +25,84 Euro pro Wohnung/Monat.

🔹 Gewobag (74.900 Wohnungen, bisher Ø 6,71 €/qm):

Im Zeitraum Juli bis September steigen die Mieten bei 3.192 Wohnungen um durchschnittlich 22,80 Euro (gerechnet auf 60 qm). Von Oktober bis Jahresende folgen 680 Wohnungen mit +16,80 Euro, und zu Jahresbeginn 2026 werden 26.881 Wohnungen um 12,60 Euro/Monat teurer.

🔹 Degewo (88.368 Wohnungen, bisher Ø 6,86 €/qm):

Für aktuell 1.642 Wohnungen wurden oder werden Mieterhöhungen von durchschnittlich 38 Euro/Monat ausgesprochen – entspricht 0,60 €/qm. Für weitere 42.841 Wohnungen zu Jahresbeginn 2026 bleibt die genaue Höhe noch offen.

🔹 Gesobau (48.500 Wohnungen, bisher Ø 6,80 €/qm):

In mehreren Wellen: 1.718 Erhöhungen im Sommer, 211 im Herbst, 21.577 zu Jahresbeginn – durchschnittlich +18,46 Euro pro Wohnung/Monat.

🔹 Howoge (77.113 Wohnungen, bisher Ø 6,69 €/qm):

Bereits im Januar wurden bei 28.287 Wohnungen die Mieten um durchschnittlich 31,56 Euro/Monat (0,49 €/qm) erhöht. Im Laufe des Jahres folgen noch rund 300 weitere Wohnungen mit ähnlichen Anpassungen.

🔹 WBM (33.887 Wohnungen, bisher Ø 6,83 €/qm):

Für 10.300 Wohnungen sind die Erhöhungen im Schnitt +36 Euro pro Monat (0,59 €/qm) – fast alle Maßnahmen bereits umgesetzt.

Stadtentwicklungssenat verteidigt Maßnahmen

Der Berliner Stadtentwicklungssenat betont, dass die Mietanpassungen im Rahmen der gesetzlichen Grenzen erfolgen. „Im Durchschnitt erhöhen sich die Mieten um 48 Cent pro Quadratmeter – das ist vertretbar, angesichts der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaften und der Investitionen in Bestand und Klimaschutz“. Zudem sei jede Anpassung an den Mietspiegel gebunden und werde individuell geprüft.

Obwohl die Erhöhungen in vielen Fällen moderat ausfallen, trifft die Maßnahme viele Mieter in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten empfindlich. Mieterinitiativen und Sozialverbände kritisieren deshalb die Anpassungen und fordern eine stärkere soziale Abfederung, insbesondere für Haushalte mit niedrigen Einkommen.

Mieter können sich im Rahmen einer kostenlosen Mieterberatung in Marzahn-Hellersdorf informieren und beraten lassen

📌 Weitere Infos:

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