Am heutigen Vormittag hat das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf in unmittelbarer Nähe zum U-Bahnhof Hellersdorf einen neuartigen, tierschutzgerechten Taubenschlag eröffnet.
Das von der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz geförderte Pilotprojekt soll eine nachhaltige und humane Lösung für die anhaltende Taubenproblematik in Marzahn-Hellersdorf rund um den Alice-Salomon-Platz bieten, wo zuvor bis zu 700 frei fliegende Stadttauben ihr Quartier auf Dächern, Balkonen und in Nischen gefunden hatten.

Der neue Taubenschlag, untergebracht in einem umgebauten Seecontainer, erlaubt es den betreuenden Ehrenamtlichen des Vereins „Stadttaubenprojekt Berlin“, die Tiere nun besser zu versorgen und ihre Bestände kontrolliert zu verringern.

Die Eröffnung fand um 11 Uhr in Anwesenheit der Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic sowie der Staatssekretärin für Verbraucherschutz, Esther Uleer und engagierten Bürgerinnen und Bürgern statt. Dr. Mehl vom Veterinäramt Marzahn-Hellersdorf war ebenfalls vor Ort, um sich ein Bild von der praktischen Umsetzung des Vorhabens zu machen. Dabei wurden der Zweck und die Funktionsweise des Taubenlofts erläutert: Die Tauben erhalten dort einen sicheren Nistplatz, regelmäßige Fütterung, Grit, sauberes Wasser und medizinische Betreuung. Zugleich werden frisch gelegte Eier in kurzen Abständen durch Attrappen ersetzt, um auf humane Weise die Vermehrung der Population einzudämmen.

Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic teilt dazu mit: „Mit der Stadttaube sind viele Vorurteile verbunden. Das hat nicht nur fatale Folgen für die Tiere selbst, sondern verhindert auch eine nachhaltige Lösung der Stadttaubenproblematik. In Marzahn-Hellersdorf möchten wir einen nachhaltigen und tierschutzgerechten Weg gehen, um die Population der Tiere zu reduzieren.“

Staatssekretärin für Verbraucherschutz, Esther Uleer , deren Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz das Pilotprojekt maßgeblich angestoßen hat, ergänzt: „Dieser Taubenschlag wird zeigen, dass städtische Förderung, fachgerechte Anleitung und ehrenamtliches Engagement zusammen dazu führen, Stadttaubenschutz zum Wohle aller Bürger zu verbessern.“
Mit dieser Maßnahme soll nicht nur die Gesundheit der Tauben gefördert, sondern auch die Verschmutzung öffentlicher Räume deutlich reduziert werden. Bislang schätzte man die Kotmenge des gesamten Schwarms im Zentrum von Hellersdorf auf rund eine halbe Tonne pro Jahr. Durch den nun zentral gelegenen Schlag lassen sich Ausscheidungen leichter entfernen, bevor sie Gebäude, Autos oder Gehwege verunreinigen.





Die ersten Reaktionen am Eröffnungstag waren durchweg positiv: Anwohnerinnen und Anwohner sowie Geschäftsleute in der Umgebung begrüßten das Projekt als sinnvollen Schritt, um das Erscheinungsbild des Viertels zu verbessern und Tierleid zu vermindern. Die Ehrenamtlichen des Stadttaubenprojekts kündigten an, die Entwicklung des Schwarms engmaschig zu beobachten und die Abläufe im Schlag bei Bedarf anzupassen. Ziel ist es, langfristig die Anzahl der Tauben zu stabilisieren und ein harmonisches Miteinander von Mensch und Tier im belebten Zentrum von Hellersdorf zu ermöglichen.
Fotos: © John Boutin / Berlin-Doku


Wir bedanken uns herzlich beim Bezirk Marzahn-Hellersdorf, dass er hier mit gutem Beispiel vorangeht und den einzigen Weg umsetzen möchte, mit dem das sogenannte Stadttaubenproblem gelöst werden kann – und das auch noch tierschutzgerecht, nachhaltig und kostengünstig.