An der Franz-Carl-Achard-Grundschule in Kaulsdorf ist am heutigen Donnerstag ein wichtiger Bauabschnitt erfolgreich abgeschlossen worden. Mit einem feierlichen Richtfest wurde der Abschluss der Rohbauarbeiten für den Erweiterungsbau in der Adolfstraße 25 gefeiert.
Das Bauvorhaben ist ein Projekt des Bezirksamtes und wird mit einem Budget von mehr als 34 Millionen Euro realisiert.
Es umfasst sowohl eine umfassende Generalsanierung des Bestandsgebäudes als auch einen modernen Neubau. Während die historische Fassade und das Dach des Schulgebäudes aus dem Jahr 1911 erhalten bleiben, wird das Innere vollständig erneuert. Dazu zählen unter anderem die komplette Gebäudetechnik sowie alle funktionalen Bereiche.

Der neue Erweiterungsbau ergänzt das denkmalgeschützte Schulgebäude und schafft zusätzliche Kapazitäten für zeitgemäßen Unterricht. Vorgesehen sind moderne Fachräume, eine Lehrküche sowie eine Aula. Ergänzt wird das Raumangebot durch einen Bewegungsraum und einen überdachten Lichthof, der Raum für „Kunst am Bau“ bietet. Auch Aspekte der Nachhaltigkeit fließen in das Projekt ein: Eine Photovoltaikanlage sowie eine Dachbegrünung gehören zum Energiekonzept des Neubaus.

Parallel zu den Hochbauarbeiten wird auch das Außengelände neugestaltet. Geplant sind ein neuer Schulhof mit Lesegarten sowie ein grünes Klassenzimmer, das Unterricht im Freien ermöglichen soll.
Stefan Bley, Bezirksstadtrat für Schule: „Mit dem heutigen Richtfest – nach eingehender Sanierung und Erweiterung des Schulgebäudes – feiern wir einen entscheidenden Meilenstein in der Geschichte der über hundertjährigen Schule, der heutigen Franz-Carl-Achard-Grundschule. Es ist schon jetzt beeindruckend zu sehen, wie der Erweiterungsbau die historische Substanz von 1911 ergänzt und ein modernes Lernumfeld schaffen wird. Mein großer Dank gilt allen Beteiligten, die an diesem wichtigen Projekt für unseren Bezirk mitwirken.“
Impressionen vom heutigen Richtfest und ein paar Eindrücke von innen
Die Fertigstellung des gesamten Schulstandorts ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Bis dahin wird der Schulbetrieb durch Interimslösungen sichergestellt. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler nutzt einen modularen Ergänzungsbau auf dem Schulgelände, weitere Klassen sind vorübergehend in einem neuen Schulgebäude in der Sebnitzer Straße untergebracht.
Aktuelle Impressionen – Januar 2026
🕰️ Chronik einer Schule mit über 100 Jahren Geschichte – Die Franz-Carl-Achard-Grundschule in Berlin-Kaulsdorf
📍 Ein Jahrhundert im Herzen von Kaulsdorf
Mit ihrer Lage unweit der alten Dorfkirche und des historischen Angerdorfes ist die Franz-Carl-Achard-Grundschule ein markantes Zeugnis der lokalen Bildungs- und Stadtentwicklung in Berlin-Kaulsdorf. Seit ihrer Errichtung wird sie generationsübergreifend mit dem Ortsteil verbunden.
🏫 Gründung und Aufbau (1910–1913)
Der Ursprung der Schule geht auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück:
- Im Auftrag des Berliner Magistrats wurde das Schulgebäude in den Jahren 1910/1911 errichtet.
- Der Südflügel in der heutigen Adolfstraße 25/26 wurde am 1. April 1911 feierlich eingeweiht – ein Meilenstein für die Bildungsmöglichkeiten der wachsenden Kaulsdorfer Gemeinde.
- Bereits zwei Jahre später, 1913, folgten der Mittelteil mit Turnhalle und der Nordflügel. Zunächst wurden Teile des Nordflügels aber nicht nur schulisch genutzt: Hier zog zeitweise die Gemeindeverwaltung ein, dazu Dienstwohnungen und weitere städtische Funktionen.
Damit wurde die Schule schnell zum sozialen und administrativen Zentrum des damaligen Dorfes – noch bevor Kaulsdorf als Berliner Ortsteil vollständig in die Stadtstruktur integriert wurde.
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🪖 Zäsur durch den Zweiten Weltkrieg (1945)
Der Zweite Weltkrieg brachte auch für die Schule deutliche Einschnitte:
- Gegen Ende des Krieges wurde das Gebäude aus Sicherheitsgründen geschlossen und der Unterricht eingestellt.
- Erst ab dem 1. November 1945 konnte schrittweise wieder Unterricht in der Adolfstraße stattfinden. Zunächst jedoch nicht uneingeschränkt: Verwaltungsstellen wie das Standesamt oder Ämter nutzten weiter Teile des Gebäudes, während andere Flächen wieder für den Unterricht hergerichtet wurden.
Diese Phase zeugt von der komplexen Nachkriegsrealität, in der Bildungs- und Verwaltungsaufgaben unter schwierigsten Bedingungen neu organisiert werden mussten.
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🧠 Schulstruktur in der Nachkriegszeit (1946–1951)
Schon bald nach Kriegsende veränderte sich die schulische Organisation:
- 1946 wurde die Schule formal in zwei getrennte Volksschulen geteilt – 21. und 32. Volksschule.
- 1951 erfolgte die Wiedervereinigung beider Einrichtungen, die fortan als 21. Oberschule gemeinsam geführt wurden.
Diese Entwicklung spiegelte die bildungspolitischen Anpassungen in Berlin in den schwierigen ersten Nachkriegsjahren wider.
📚 DDR-Zeit: Polytechnische Oberschule “Ludwig Turek” (1978 – 1989)
Im Jahr 1978 erhielt die Schule einen neuen Namen:
- Sie wurde Teil des DDR-Bildungssystems und firmierte als 21. Polytechnische Oberschule „Ludwig Turek“ – benannt nach dem in Kaulsdorf lebenden Schriftsteller Ludwig Turek.
Damit war die Schule fest in das polytechnische System der DDR integriert, das schulische und praktische Ausbildung stärker verband.
🕊️ Wende, Umbruch und neuer Name (ab 1990)
Mit dem Mauerfall 1989 und der deutschen Wiedervereinigung begann eine neue Phase:
- Das Schulgebäude ging in den Besitz des Berliner Senats über und wurde Teil des gesamtstädtischen Schulnetzes.
- 1994 erhielt die Schule ihren heutigen Namen: Franz-Carl-Achard-Grundschule – nach dem deutschen Naturwissenschaftler Franz Carl Achard, der insbesondere durch seine Entwicklung der Rübenzuckerproduktion bekannt wurde.
Damit verband die Schule ihre lange Tradition mit einem neuen Bildungsauftrag im Berliner Bildungssystem.
🏚️ Sanierungsstau, Hausschwamm und Proteste (2010er Jahre)
In den Folgejahrzehnten wuchs der Sanierungsbedarf des historischen Gebäudes erheblich:
- Trotz dringender Erhaltungsnotwendigkeiten blieb das Schulhaus lange nur notdürftig instand gehalten.
- Anfang September 2015 wurde das Gebäude aufgrund eines Hausschwamm-Befalls von der Bauaufsicht gesperrt, weil Einsturzgefahr bestand.
- Zunächst plante das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf sogar, das Gebäude abzureißen und durch einen modularen Ergänzungsbau zu ersetzen – eine Entscheidung, die große lokale Kontroversen auslöste. Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Unterstützer organisierten eine Unterschriftensammlung, um den Abriss zu verhindern.
- Dank dieses Engagements konnten Erhaltungs- und Sanierungsarbeiten begonnen werden, und zum Schuljahr 2016/2017 kehrten die Kinder wieder in die Adolfstraße zurück.
Diese Auseinandersetzung zeigt, wie eng die Schule mit ihrer Community verwoben ist und wie lokalpolitisches Engagement Bildungsorte schützen kann.
🏗️ Moderne Zeiten: Sanierung und Neubau (2022 – 2027)
Im Jahr 2022 begann ein groß angelegtes Sanierungs- und Erweiterungsprojekt, das die lange Geschichte des Standorts fortschreibt:
- Eine Totalsanierung des Altbaus wird mit einem modernen Erweiterungsbau kombiniert, der historische Bausubstanz und zeitgemäße pädagogische Räume zusammenführt.
- Diese Maßnahmen umfassen Neubauten für Fachräume, Bibliothek, Aula, Lernwerkstätten sowie umfangreiche Modernisierung der Gebäude- und Infrastrukturtechnik.
- Die Bauarbeiten sind Teil eines Gesamtprojekts, dessen Abschluss für das zweite Quartal 2027 geplant ist.
Während der Bauzeit wird der Schulbetrieb durch Interimslösungen wie Modulbauten und externe Schulstandorte aufrechterhalten – ein logistisches wie pädagogisches Großprojekt.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️
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