24. Juni 2025

Unwetter über Marzahn-Hellersdorf – Feuerwehr im Dauereinsatz, S-Bahn-Verkehr eingestellt

Heftige Sturmböen, sintflutartiger Regen und dramatische Szenen in Berlin: Der Montag entwickelte sich zu einem Unwettertag mit weitreichenden Folgen – insbesondere im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, wo die Berliner Feuerwehr im Dauereinsatz war und zeitweise für ganz Berlin den Ausnahmezustand ausrief.

Binnen weniger Stunden gingen hunderte Notrufe bei den Einsatzkräften ein. Überflutete Straßen, umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste führten zu zahlreichen Gefahrenlagen im gesamten Stadtgebie, teilt die Berliner Feuerwehr mit. Besonders betroffen war der Osten Berlins: In Marzahn-Hellersdorf mussten Feuerwehr und Polizei mehrfach ausrücken, um Schäden zu beseitigen, Gefahren zu sichern und verletzten Personen zu helfen und Straßen zu sperren. Auch der Nahverkehr kam zum Erliegen – der S-Bahn- und Regionalverkehr wurde in weiten Teilen eingestellt.

Die Berliner Feuerwehr zählte bis zum frühen Abend über 400 wetterbedingte Einsätze, der öffentliche Nahverkehr war zeitweise lahmgelegt, zahlreiche Bäume stürzten um – teils mit dramatischen Folgen. Auch der S-Bahn- und Regionalverkehr wurde im gesamten Stadtgebiet aus Sicherheitsgründen eingestellt. Mehrere Menschen wurden verletzt, ein Mensch kam im Stadtgebiet Berlins ums Leben.

Zahlreiche Einsatzorte im Bezirk – teils erhebliche Sachschäden

Die Auswirkungen des Unwetters waren im gesamten Bezirk zu spüren. In der Ehm-Welk-Straße und der Ernst-Bloch-Straße in Hellersdorf rückte die Feuerwehr wegen herabstürzender Äste aus. Besonders schwer traf es die Cecilienstraße: Zwischen den Hausnummern 244 und 236 brachen gleich mehrere große Äste ab, stürzten auf darunterliegende Bäume und beschädigten mehrere Fahrzeuge. In Biesdorf stürzten in der Eckermannstraße sowie im Ketchendorfer Weg gleich mehrere Bäume um.

Auch in anderen Teilen des Bezirks kam es zu massiven Zwischenfällen: In Alt-Friedrichsfelde fiel ein Baum auf die B1/B5, die daraufhin durch die Polizei gesperrt werden musste. In der Heinrich-Grüber-Straße in Kaulsdorf blockierte ein umgestürzter Baum nicht nur die Fahrbahn, sondern riss auch eine Stromleitung mit sich – die Versorgung musste unterbrochen werden. In der Pekrunstraße in Marzahn begrub ein entwurzelter Baum mehrere parkende Autos unter sich.

Weitere nennenswerte Schäden wurden in der Wernerstraße in Kaulsdorf, der Riesaer Straße, der Scheibenbergstraße in Marzahn sowie vor der Johann-Strauß-Grundschule in der Cecilienstraße in Biesdorf gemeldet. Überall mussten Äste oder ganze Bäume entfernt werden. In der Weißenhöher Straße in Biesdorf stürzte ein Baum auf den Geh- und Radweg.

In der Maxie-Wander-Straße in Hellersdorf wurden durch die starken Windböen Solarpaneele von einem Dach oder Balkon geweht – ob diese von einem Balkonkraftwerk oder dem Wohngebäude selbst stammen, ist derzeit unklar.

Dramatisch wurde es auch in der Marzahner Chaussee, wo ein Baum auf ein Einfamilienhaus stürzte. Mit schwerem Gerät, darunter ein Feuerwehrkran des Technischen Dienstes der Berliner Feuerwehr, musste der Baum vom Dach des Hauses entfernt werden.

Todesfall im Stadtgebiet – Feuerwehr im Ausnahmezustand

Besonders tragisch verlief ein Einsatz in einem anderen Berliner Bezirk: Wie die Berliner Feuerwehr bestätigte, wurde eine Person tödlich verletzt, als ein Baum auf ihr fahrendes Auto stürzte. Die betroffene Person verstarb noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte.

Die Feuerwehr war in ganz Berlin im „Ausnahmezustand Wetter“ – von Montagnachmittag bis in die Nacht. Allein bis 18:30 Uhr wurden über 400 Einsätze registriert, bei denen hauptsächlich abgebrochene Äste, lose Fassadenteile und umgestürzte Bäume gemeldet wurden. In vielen Fällen konnten die Gefahrenstellen schnell beseitigt werden. 11 Freiwillige Feuerwehren wurden zur Unterstützung alarmiert, teilt der Pressedienst der Berliner Feuerwehr mit.

Hinweise zu Haftung und Versicherung bei Sturmschäden

Sturmschäden an Haus, Garten oder Auto werfen häufig Fragen zur Haftung und zu Versicherungsleistungen auf. Grundsätzlich gilt: Sturm gilt ab Windstärke 8 (ab ca. 63 km/h) als versicherungsrelevant. Schäden an Gebäuden werden in der Regel von der Wohngebäudeversicherung gedeckt, bei Autos greift die Teilkasko-Versicherung. Für umgestürzte Bäume auf dem eigenen Grundstück haftet in der Regel der Eigentümer – es sei denn, die Verkehrssicherungspflicht wurde nicht verletzt.

Ausführliche Informationen zu Rechten und Pflichten bei Sturmschäden stellt die Verbraucherzentrale bereit:
🔗 https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/versicherung/sturmschaeden-wer-haftet-und-was-zahlt-die-versicherung-11959

Verhalten bei Sturm – Berliner Feuerwehr gibt Tipps

Die Berliner Feuerwehr warnt eindringlich davor, sich bei Sturm in der Nähe von Bäumen aufzuhalten, Fenster offen zu lassen oder lose Gegenstände wie Gartenmöbel oder Balkonkästen ungesichert zu lassen. Tipps zum richtigen Verhalten bei Unwettern gibt es unter:
🔗 https://www.berliner-feuerwehr.de/ihre-sicherheit/saisonale-informationen/unwetter/

Die Feuerwehr war auch in der Nacht zu Dienstag mit Aufräumarbeiten und Nachsicherungen beschäftigt. Eine abschließende Bilanz zu Verletzten und Sachschäden steht noch aus. Die Berlinerinnen und Berliner werden gebeten, weiterhin vorsichtig zu sein – insbesondere in waldnahen Bereichen und Straßen mit vielen Bäumen.

Vieken Dank an die zahlreichen Einsendungen über unser Kiezreporterformular: Felix D1strict, Nadin „Königin der Gleise“, Nancy aus Kaulsdorf, Nicole aus Kaulsdorf.

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