17. September 2020

Warnalarm-Panne – Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Christoph Unger muss gehen

Vereinbarte Absprachen wurden nicht eingehalten - 30 Alarmmeldungen brachten das System zum kollabieren
Symbolbild "Feuerwehr" - ©️Marzahn-Hellersdorf LIVE

Der bundesweite Probealarm am 10. September 2020 bleibt vielen Bürgern des Landes noch in guter Erinnerung, Marzahn-Hellersdorf LIVE berichtete, statt akkustischen und visuellen Warnalarmen, gab es stattdessen einen „stillen Alarm“ für die meisten Bürger, einige Alarmmeldungen kamen deutlich zu spät. Das hat insbesondere für den Präsidenten des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe schwerwiegende Folgen, Christoph Unger muss gehen, das beschloss Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

Der Termin für die Verbreitung des bundesweiten Probealarms hat zumindest medial erstklassig funktioniert, am 10. September 2020 waren gefühlt die meisten Menschen über diesen wichtigen Tag informiert. In der Zeit von 11.00-11.20 Uhr sollte der bundesweite Probealarm laufen. Für die Alarmierung sollten Lautsprecherwagen, TV und Radio und die bundeseigene Warnapp NINA zum Einsatz kommen.

Am 10. September 2020 um 11 Uhr warteten die Bürger auf die ersten Signale der Warnmeldungen. Im Radio wurde zwar über das anstehende Ereignis informiert und bei einigen TV-Sendern flimmerte eine kleine unauffällige Laufschrift im unteren Bereich durch das Bild, das war es dann aber auch. Der große Warnalarm blieb aus, gerade das wichtigste Mittel des Bundes versagte seinen Dienst, die NINA-Warn-App löste bei vielen nicht aus und bei vereinzelten Nutzern erst sehr viel später. Nutzer berichteten davon, dass Sie nicht gewarnt, aber entwarnt wurden. Fakt ist, dass die eingesetzte Technik augenscheinlich nicht für einen bundesweiten Warnalarm eingesetzt werden kann.

Das Bundesinneministerium wertete diesen Tag als „Fehlschlag„, da die Bürger, wenn überhaupt, erst sehr viel später informiert wurden. Im Ernstfall hätte das fatale Folgen für die Bevölkerung. Unger macht die Leitstellen dafür verantwortlich, da diese sich nicht an Absprachen gehalten haben. So sollen statt nur einer Warnmeldung, insgesamt 30 Warnmeldungen aus unterschiedlichen Leitstellen erfolgt sein, das hat das System zum kollabieren gebracht.

Christoph Unger war seit 2004 Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Der nächste bundesweite Probealarm findet im September des kommenden Jahres statt. Bis dahin soll die Technik einsatzbereit hergestellt werden.

Symbolbild

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