In mehreren Regionen Deutschlands warnen Sicherheitsbehörden derzeit vor besonders gefährlichen Liquids für E-Zigaretten, die vor allem unter Jugendlichen kursieren. Wie die Bayerische Polizei mitteilt, tauchen zunehmend chemisch veränderte Flüssigkeiten auf, die unter Bezeichnungen wie „Zombie-Liquid“, „Baller-Liquid“ oder „Görke“ verkauft werden.
Die Substanzen werden in bunten Fläschchen – häufig ohne genaue Inhaltsangaben – angeboten und anschließend in E-Zigaretten oder sogenannten Vapes verdampft. Besonders problematisch: Die Produkte enthalten synthetische Cannabinoide, deren Wirkung schwer kontrollierbar und teilweise lebensgefährlich sein kann.
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Synthetische Cannabinoide statt normalem Liquid
Nach Angaben der Polizei werden diese Liquids gezielt mit sogenannten „Research Chemicals“ versetzt. Dabei handelt es sich um synthetisch hergestellte Stoffe, die ähnliche Wirkungen wie Cannabis hervorrufen sollen – allerdings deutlich unberechenbarer und oft wesentlich stärker.
Viele dieser Substanzen fallen unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) oder unter vergleichbare Regelungen. Herstellung, Handel, Weitergabe und Konsum können daher strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Massive Gesundheitsrisiken
Die gesundheitlichen Folgen können laut Polizei erheblich sein. Neben einer starken Beeinträchtigung des Bewusstseins wurden bereits schwere körperliche und psychische Reaktionen beobachtet.
Mögliche körperliche Auswirkungen:
- starker Schlaf- oder Betäubungszustand
- massiv eingeschränktes Reaktionsvermögen
- Herzrasen und Bluthochdruck
- Übelkeit und Krampfanfälle
Psychische Folgen können sein:
- Euphorie oder extreme Enthemmung
- Halluzinationen
- Angst- und Panikattacken
- Wahnvorstellungen oder Psychosen
In besonders schweren Fällen kann der Konsum sogar lebensbedrohliche Zustände auslösen.
Rettungseinsätze an Schulen
Die Polizei berichtet außerdem, dass es in einzelnen Fällen bereits zu Rettungseinsätzen an Schulen gekommen ist, nachdem Jugendliche solche Liquids konsumiert hatten. Die Betroffenen mussten teilweise medizinisch behandelt werden.
Gerade weil die Produkte äußerlich oft wie gewöhnliche Vape-Liquids aussehen, erkennen viele Jugendliche die Gefahr nicht sofort.
Rechtliche Folgen für Konsumenten
Neben den gesundheitlichen Risiken drohen auch rechtliche Konsequenzen. Wer Liquids mit verbotenen synthetischen Cannabinoiden konsumiert oder weitergibt, macht sich strafbar. Entsprechende Verfahren werden an die Staatsanwaltschaft übergeben.
Auch im Straßenverkehr kann der Konsum Folgen haben:
Wer unter dem Einfluss solcher Stoffe ein Fahrzeug führt, muss mit Bußgeldern von über 500 Euro, Punkten in Flensburg oder sogar dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen.
Zusätzlich gilt in Deutschland laut Jugendschutzgesetz, dass das Rauchen – und damit auch das Dampfen von E-Zigaretten – grundsätzlich erst ab 18 Jahren erlaubt ist.
Polizei ruft Eltern zur Aufmerksamkeit auf
Die Polizei appelliert daher insbesondere an Eltern, mit ihren Kindern über die Risiken solcher Substanzen zu sprechen und aufmerksam zu sein, wenn unbekannte Flüssigkeiten oder ungewöhnliche Vape-Produkte auftauchen.
Ziel sei es, Jugendliche frühzeitig über die Gefahren dieser chemisch veränderten Liquids aufzuklären und gesundheitliche Schäden zu verhindern.
Informationen: www.polizei.bayern.de/schuetzen-und-vorbeugen/sucht-und-drogenpraevention/096949/index.html

