In Krisen zeigt sich besonders, wer von der Gesellschaft abgehängt und ausgegrenzt wird. Vor allem Kinder, die von Armut betroffen sind, haben durch die Auswirkungen der Coronapandemie und des schrecklichen Angriffskrieges auf die Ukraine noch schlechteren Zugang zu materiellen Ressourcen, Bildung und Schutzräumen. Die Verbraucherpreise sind in den letzten Monaten extrem gestiegen – so stark wie seit rund 40 Jahren nicht mehr.

Gründe dafür sind der Krieg, aber auch die instabilen Lieferketten infolge der Pandemie. Die Inflation trifft Familien mit niedrigem Einkommen ungleich härter. Sie sind durch den Preisanstieg bei der Haushaltsenergie überproportional belastet und sie spüren auch die Verteuerung der Nahrungsmittel stärker. All dies führt gegenwärtig bei vielen Familien zu großen Zukunftsängsten. Wir müssen leider davon ausgehen, dass Kinder selbst in unserem eigentlich reichen Land Hunger leiden werden.

Als ARCHE stellen wir nach über 25 Jahren Kampf gegen Kinderarmut zwar fest, dass sich einiges bewegt hat und die Missstände sichtbarer geworden sind. Doch es reicht noch lange nicht! Auch in diesem Jahr nehmen wir daher den 24.11. als „Aktionstag gegen Kinderarmut und Ausgrenzung“ zum Anlass, um mehr Rechte und Unterstützung für unsere Kinder einzufordern.

Das Motto des Aktionstags 2022 lautet: „Kinderarmut ist nicht fair!“ An verschiedenen Standorten der ARCHE werden wieder hunderte Kinder sportlich in Bewegung sein, um auf die Situation der sozialen Benachteiligung aufmerksam zu machen – so auch in Berlin, Potsdam, Hamburg, Düsseldorf, Leipzig, Osnabrück sowie in Schulzendorf in Brandenburg.

Zu den Forderungen des Aktionstags gehören die Einführung einer Kindergrundsicherung, ein umfassender Kinderschutz, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden, Chancengleichheit durch Bildung unabhängig vom Einkommen der Eltern sowie ein bundesweit einheitliches Schulsystem, das sich an den Bedürfnissen des Kindes orientiert. Weitere Informationen dazu gibt es auf www.aktionstag-kinderarmut.de.

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