Aufholprogramm „Stark trotz Corona“ – 64 Millionen Euro für Kinder und Jugendliche

Die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres, hat heute in einem Pressegespräch das Programm „Stark trotz Corona – Aufholprogramm für Berliner Kinder und Jugendliche“ vorgestellt. Ziel des Programms ist es, die durch die Corona-Pandemie verursachten Lernrückstände von Schülerinnen und Schülern abzubauen und die Kinder und Jugendlichen gleichzeitig psychosozial zu stärken, teilt die Senatsverwaltung Berlin mit.

Dem Land stehen für die Umsetzung des Programms insgesamt 64 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes zur Verfügung. 44 Millionen davon werden für den Abbau von Lernrückständen genutzt. 3 Millionen Euro gehen in das Programm „Jugendarbeit stärken“, 9 Millionen Euro in die „Begleitung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Schule und Alltag durch Sozialarbeit“. Hinzu kommen rund 8 Millionen Euro für das Programm „Frühkindliche Bildung fördern“.

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Die Berliner Kinder und Jugendlichen haben ein hartes Jahr hinter sich, genauso die Gleichaltrigen im ganzen Land. Die Corona-Pandemie hat ihr Leben komplett durcheinandergewirbelt. Zum Glück aber neigt sich diese schwere und anstrengende Zeit ihrem Ende entgegen. Wir haben viel Arbeit vor uns, es gibt in allen Bereichen viel aufzuholen. Dafür haben wir das Aktionsprogramm ins Leben gerufen. Es wird uns helfen. Wir blicken mit Optimismus nach vorn.“

Um eine gezielte Förderung auf der Grundlage von Lernstandserhebungen zu realisieren, erhält jede Schule ein eigenes Schulbudget. Insgesamt 70 Prozent der für das Programm „Lernrückstände aufholen“ zur Verfügung stehenden Mittel gehen somit an die Schulen. Vorgesehen sind Förderangebote wie Lerncoaching, ergänzende Lernförderung, Mentoring, digitale Tools und vieles mehr. Auch Wochenendschulen können angeboten werden.

Bereits in den Sommerferien werden Lernangebote zum Abbau von Lernrückständen sowie Intensivschwimmkurse angeboten. Dies richtet sich vor allem an Schulanfänger sowie Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8. Zudem werden ab Jahrgangsstufe 9 Ferienlernangebote zur Berufsorientierung gemacht.

Schwerpunktsetzungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sind u.a. zusätzliche Sozialarbeit an Schulen sowie Kinder- und Jugendfreizeiten und außerschulische Jugendarbeit:

·         Angebote der Lernunterstützung für Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter in Heimen und Wohngruppen sowie in Gemeinschaftsunterkünften für geflüchtete Menschen (aufsuchende, schulbezogene Jugendsozialarbeit)

·         Ausbau von Jugendberatungsangeboten für Kinder und Jugendliche, die aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen zusätzliche Beratung und Unterstützung benötigen.

·         Angebote der Jugendsozialarbeit in und außerhalb der Schule (Streetcollege zum Erwerb des Mittleren Schulabschluss und Tandems zur sozialintegrativen Lernunterstützung in Kleingruppen an Schulen)

·         Schaffung zusätzlicher Stellen zur Durchführung eines Freiwilligen Sozialen Jahres an Schulen und in Jugendhilfeeinrichtungen

·         Zusätzliche Sprach-, sport- und bildungsorientierte Reisen sowie Integrationsreisen für Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung

·         Begegnen, Beteiligen, Bewegen – Schaffung eines psychosozialen Ausgleichs durch zusätzliche attraktive außerschulische Angebote der Jugendbildung.

Hinzu kommen Mittel und Maßnahmen, die den Schulen und anderen Einrichtungen schon seit längerer Zeit zusätzlich zur Verfügung gestellt werden wie das Bonusprogramm, zusätzliche Mittel zur Sprachförderung und Integration und viele weitere Zusatzleistungen. Zudem hat Berlin schon zu Beginn der Pandemie Unterstützungsmaßnahmen bereit gestellt wie das Projekt LernBrücken, die Ferienschulen oder digitale Endgeräte.

Weitere Angebote, die nun hinzukommen, sind Sommercamps, Zirkusferien, Stadtranderholung und besondere Veranstaltungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt zudem im Bereich der frühkindlichen Bildung. Hier geht es um Sprachförderung bereits in den Kitas und um Beratung im häuslichen Umfeld von Familien in Notlagen sowie Elternunterstützungsprogramme für Familien.

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