Bundesregierung entwickelt staatliche EUDI-Wallet und öffnet den Markt für private Anbieter, berichtet die Bundesregierung in einer Pressemitteilung.
Die Bundesregierung hat beschlossen, eine staatliche digitale Brieftasche für Smartphones zu entwickeln, mit der Bürgerinnen und Bürger sich künftig EU-weit digital ausweisen können. Diese sogenannte EUDI-Wallet (European Digital Identity Wallet) wird es ermöglichen, Identitätsdaten und amtliche Dokumente sicher auf dem Smartphone zu speichern, anzuzeigen und mit der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) zu nutzen.
Neben der staatlichen EUDI-Wallet sollen auch nicht-staatliche Anbieter wie Unternehmen, Stiftungen oder Forschungseinrichtungen eigene Wallet-Lösungen entwickeln und zur Anerkennung vorlegen können. Die Einführung der staatlichen EUDI-Wallet erfolgt schrittweise bis 2027, beginnend mit der Möglichkeit, den Online-Ausweis sicher auf das Smartphone zu übertragen. Viele Menschen nutzen bereits ähnliche Funktionen auf ihren Mobilgeräten, wie das Speichern von Tickets oder Bankkarten – nun wird dies auch für amtliche Nachweise möglich sein.
Neue eIDAS-Verordnung als Grundlage
Die Entwicklung der EUDI-Wallet erfolgt im Zuge der novellierten eIDAS-Verordnung, die im Februar 2024 vom Europäischen Parlament verabschiedet wurde. Diese Verordnung verpflichtet alle EU-Mitgliedstaaten, bis 2027 mindestens eine digitale Brieftasche bereitzustellen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, hat die Bundesregierung unter der Leitung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) die Entwicklung in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) angestoßen.
Die Umsetzung erfolgt in einem transparenten und partizipativen Prozess, bei dem sowohl die Öffentlichkeit als auch Fachleute ihre Ideen, Konzepte und Verbesserungsvorschläge einbringen können.
Offener Austausch und Transparenz
Um den Entwicklungsprozess für die EUDI-Wallet so transparent wie möglich zu gestalten, fand am 9. Oktober eine offene Online-Sprechstunde statt. Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte waren eingeladen, sich aktiv zu beteiligen, Fragen zu stellen und die Weiterentwicklung mitzugestalten.
Weitere Details zur EUDI-Wallet und technischen Informationen finden Sie hier: EUDI-Wallet Informationen.
Titelbild: Pixabay

