11. Dezember 2024

Ein eindrucksvolles Bauvorhaben im Dienste der Patientenversorgung: Die neue Verbindungsbrücke am Unfallkrankenhaus Berlin

Am 11. Dezember fand am Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) ein spektakuläres Bauereignis statt: Über dem Eingang der Rettungsstelle wurde eine gläserne Verbindungsbrücke eingehoben, die künftig den wetterunabhängigen und komfortablen Transport von Patienten zwischen dem Haupthaus und der Klinik für Neurologie sicherstellt.

Bereits seit 1997 ist das ukb als berufsgenossenschaftliche Unfallklinik ein zentraler Anlaufpunkt für die Versorgung von Unfallverletzten und Notfallpatienten aus Berlin-Brandenburg sowie von Schwerbrandverletzten aus ganz Deutschland. Mit der neuen Verbindung wird die Logistik weiter optimiert und der Patientenkomfort erhöht.

Der erste Teil der Brücke wird eingehoben

Ein logistisches Meisterstück im laufenden Klinikbetrieb

Während des gesamten Bauprozesses blieb der reguläre Betrieb der Rettungsstelle aufrechterhalten – eine logistische Herausforderung, die akribische Planung und präzises Vorgehen erforderte. Die rund 70 Tonnen schwere, vollverglaste Stahlbrücke wurde mithilfe eines 450-Tonnen-Mobilkrans (Typ LTM1450) millimetergenau eingepasst. Zahlreiche Schaulustige nutzten die Gelegenheit, das seltene Spektakel von unten oder aus den verschiedenen Etagen des angrenzenden Parkhauses zu verfolgen. Das Einheben der Brücke wirkte beinahe wie ein filigraner Balanceakt, bei dem jede Bewegung sorgsam abgestimmt war.

Vom weiten Weg in luftige Höhen

Die Verbindungsbrücke wurde im Vorfeld in zwei Teilen – einmal 28 Meter, einmal 20 Meter lang – in größtmöglicher Vorfertigung angeliefert, um Montage- und Bauzeiten vor Ort so kurz wie möglich zu halten. Der Transport der insgesamt 70 Tonnen schweren Konstruktion gestaltete sich herausfordernd: Aufgrund von Baustellen musste der Schwerlasttransport aus dem nordhessischen Kassel einen Umweg über Hamburg nehmen. Gleich drei Nächte lang – am 9., 10. und 11. Dezember – waren die Spezialtransporter unterwegs, um die Brückenteile rechtzeitig zum Unfallkrankenhaus im Berliner Ortsteil Biesdorf zu bringen. Schließlich trafen sie in den frühen Morgenstunden des 11. Dezembers ein.

Verbesserte Versorgung und mehr Komfort für Patienten und Personal

Der Nutzen der neuen Verbindungsbrücke ist vielschichtig. Sie dient nicht nur dem wettergeschützten, klimatisierten – im Winter beheizten – Transport von Patienten zwischen den beiden Klinikbereichen, sondern entlastet auch den Eingangsbereich der Rettungsstelle für Fußgänger und Besucher. Zudem soll sie zur Geräuschberuhigung im unmittelbaren Umfeld der Rettungsstelle beitragen. Die Investitionskosten von 2,773 Millionen Euro sind somit auch als ein langfristiger Beitrag zur Verbesserung der gesamten Klinik-Infrastruktur zu sehen.

Technische Eckdaten im Überblick

  • Gesamtlänge der Brücke: 50 m (montiert aus einem 28-m- und einem 20-m-Teil)
  • Gesamtgewicht: ca. 70 t
  • Material: Stahlkonstruktion mit Vollverglasung für maximale Transparenz und Lichteinfall
  • Landbrücke (zwischen Dach der Rettungsstelle und Flur G1): Länge 20 m, Breite 3,40 m, Höhe 4,20 m, Gewicht 24 t
  • Verbindungsbrücke (zwischen Haus 5 und Rettungsstelle): Länge 28 m, Breite 3,40 m, Höhe 4,20 m, Gewicht 42 t

Der gewaltige 8-achsige Mobilkran, voll aufballastiert und mit 450 Tonnen Tragfähigkeit, bildete dabei das kräftige Rückgrat der Installation. Innerhalb weniger Stunden entstand ein funktionelles und zugleich architektonisch ansprechendes Element, das die Klinikstruktur zukunftsweisend ergänzt.

Ein Blick in die Zukunft der Patientenlogistik

Mit der neuen Verbindungsbrücke setzt das Unfallkrankenhaus Berlin ein starkes Zeichen für zeitgemäße, patientenorientierte Gesundheitsversorgung. Schnelle und sichere Wege zwischen den Klinikbereichen, Schutz vor Wind und Wetter und eine optimale Auslastung der Klinikressourcen sind nur einige der unmittelbaren Vorteile. Langfristig ist die Brücke Ausdruck einer vorausschauenden Planung: Sie zeigt, dass moderne Medizin nicht nur in Operationssälen oder Behandlungseinheiten stattfindet, sondern auch in der Gestaltung von Wegführungen, Logistik und Infrastruktur.

Diese Brücke ist mehr als nur ein funktionales Bauwerk – sie ist ein Symbol für Fortschritt, Verlässlichkeit und den unermüdlichen Einsatz für die Gesundheit und das Wohlergehen der Patienten im Unfallkrankenhaus Berlin. Mit ihrem futuristisch anmutenden Erscheinungsbild wird sie künftig als markantes Wahrzeichen des ukb dienen und Besucher wie Patienten gleichermaßen beeindrucken.

Die Kranarbeiten sind kurz vor Sonnenuntergang abgeschlossen. Die finale Fertigstellung der Brücke ist nun im Gange. In den nächsten Tagen sollten die Arbeiten vollständig abgeschlossen sein.

Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

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