27. Januar 2024

Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn findet frühes Ende

S-Bahn Berlin - © Marzahn-Hellersdorf.com

Der seit Mittwoch für zahlreiche Zugausfälle verantwortliche Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wird vorzeitig beendet. Laut der Deutschen Presse-Agentur soll der Ausstand im Personenverkehr bis Montagmorgen um 2 Uhr zurückgenommen werden; ursprünglich war eine Dauer von sechs Tagen bis Montagabend geplant.

Dank dieser Entwicklung können sich Bahnreisende auf die Wiederaufnahme des normalen Betriebs am Montag einstellen. Im Frachtsegment ist das Ende des Streiks für Sonntagabend um 18 Uhr angesetzt. Dieses vorzeitige Ende des Streiks wurde am Samstag auch in verschiedenen Medien angekündigt.

Es sind keine weiterführenden Streikaktionen anberaumt, da die GDL und die Deutsche Bahn bis zum 3. März eine Friedenspflicht vereinbart haben und ab dem 5. Februar hinter verschlossenen Türen Tarifverhandlungen führen werden. Ziel ist es, einen Tarifabschluss bis Anfang März zu finalisieren. Die erneute Aufnahme von Gesprächen am Samstagmorgen signalisiert eine positive Wende in den zuvor festgefahrenen Verhandlungen.

Der aktuelle Streik markierte den vierten Ausstand innerhalb des Tarifkonflikts, der seinen Anfang im Güterverkehr am Dienstagabend und im Personenverkehr am Mittwochmorgen nahm. Während der Streiktage konnte die Deutsche Bahn mit einem Notfahrplan nur etwa 20 Prozent des üblichen Fernverkehrsangebots bereitstellen. Regionale Auswirkungen variierten stark je nach Gebiet.

Dieser Durchbruch stellt einen entscheidenden Wendepunkt nach mehreren Wochen der Eskalation dar. Die Tarifgespräche zwischen der DB und der GDL begannen Anfang November mit einem sofortigen Aufruf zum Warnstreik durch GDL-Chef Weselsky nach der ersten Verhandlungsrunde und einer späteren Erklärung des Scheiterns nach der zweiten Runde, gefolgt von einer Urabstimmung. Der primäre Diskussionspunkt in den Verhandlungen war die Wochenarbeitszeit: Die GDL verlangt eine Reduzierung von 38 auf 35 Stunden bei gleichbleibender Vergütung, ein Ansinnen, das von der Bahn bisher abgelehnt wurde.

In der vergangenen Woche unterbreitete der Konzern ein neues Angebot, das eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent ab August und weitere 5 Prozent ab April 2025 umfassen sollte. Ab Januar 2026 sollten die Angestellten laut DB die Wahl zwischen einer weiteren Gehaltserhöhung von 2,7 Prozent oder einer Reduzierung der Wochenarbeitsstunden um eine Stunde haben. Diese Option war allerdings an die Bedingung geknüpft, dass der Konzern zu diesem Zeitpunkt ausreichend Personal beschäftigt.

Titelbild: © Marzahn-Hellersdorf.com

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