Ein größerer Polizeieinsatz beschäftigte am gestrigen Vormittag die Einsatzkräfte in Hellersdorf.
Gegen 8:20 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei in die Zossener Straße, nachdem zwei Männer im Alter von 23 und 28 Jahren mehrfach mit einer Schreckschusspistole aus dem Fenster eines Mehrfamilienhauses geschossen haben sollen. Besonders brisant: Die mutmaßlichen Täter sollen dabei auch in Richtung eines 16-jährigen Passanten gezielt haben. Verletzt wurde niemand.
Nach ersten Erkenntnissen sollen die beiden Tatverdächtigen die Schreckschusswaffe zuvor ihrem 32-jährigen Nachbarn unter Zwang abgenommen haben. Aus dessen Wohnung heraus feuerten sie anschließend mehrfach. Die alarmierten Polizeikräfte konnten die Männer noch im Haus festnehmen und stellten die Waffe in der betroffenen Wohnung sicher.
Während der polizeilichen Maßnahmen äußerte sich der 28-Jährige mehrfach fremdenfeindlich und verwendete nationalsozialistische Parolen. Eine Atemalkoholkontrolle ergab bei ihm einen Wert von rund 2,5 Promille.
Doch das war nicht der einzige Vorfall an diesem Tag: Der 28-Jährige steht zudem im Verdacht, bereits in den frühen Morgenstunden zweimal missbräuchlich den polizeilichen Notruf gewählt zu haben. Gegen 6:35 Uhr soll er gemeinsam mit einem 21-Jährigen in die Wohnung eines weiteren Nachbarn eingedrungen sein. Auch dort sollen die beiden rechtsextreme Parolen gerufen haben.
Der 21-jährige Mann wurde kurze Zeit später im Rahmen der Einsatzmaßnahmen schlafend auf einer Sitzbank im Haus angetroffen. Als er trotz Aufforderung den Ort nicht verließ, sich gegenüber einer Polizistin frauenfeindlich und gegenüber einem Polizisten mit Migrationshintergrund fremdenfeindlich äußerte, wurde ihm ein Platzverweis erteilt. Da er diesem wiederholt nicht nachkam und die Maßnahmen störte, wurde auch er festgenommen. Beim Widerstand gegen seine Festnahme trat er um sich, versuchte einen Polizisten zu beißen und beleidigte diesen mehrfach. Verletzt wurde dabei niemand.
Die Polizei brachte alle drei Männer in Gewahrsam. Nach Blutentnahmen ordnete ein Bereitschaftsrichter für alle Beteiligten einen sogenannten Unterbindungsgewahrsam an, um weitere Straftaten zu verhindern.
Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren. Gegen die Männer wird unter anderem wegen Bedrohung mit Waffen, Verstoßes gegen das Waffengesetz, Nötigung, Hausfriedensbruch, Missbrauchs von Notrufen, Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen, Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter Körperverletzung ermittelt.
Titelbild: © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 MaHe LIVE Whatsapp-KANAL 🗞️

