Ein großflächiger Stromausfall hat in der Nacht zu Dienstag den Südosten Berlins lahmgelegt – mit dramatischen Folgen: Die Notrufnummern 110 und 112 sind in Teilen der Hauptstadt nicht erreichbar. Betroffen sind vor allem die Bezirke Treptow-Köpenick sowie angrenzende Ortsteile.
Einschränkungen bei Polizei und Feuerwehr
Die Berliner Feuerwehr warnte am Morgen auf ihrer Internetseite, dass es in den betroffenen Gebieten zu erheblichen Störungen komme: „Aufgrund eines Stromausfalls im Bereich Treptow-Köpenick kann es zu Einschränkungen in der Erreichbarkeit des Notrufs 112 kommen.“ Auch Handy- und Festnetzverbindungen seien derzeit gestört.

Die Polizei riet Bürgerinnen und Bürgern, sich in dringenden Fällen direkt an die nächstgelegene Polizeidienststelle oder Feuerwache zu wenden. „Bleiben Sie aufmerksam, helfen Sie ggf. Nachbarinnen bzw. Nachbarn und wählen Sie den direkten Weg zur nächsten Wache, falls ein Notruf nicht möglich ist“, so die offizielle Mitteilung.

Einsatz von Lautsprecherwagen
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) kündigte an, Lautsprecherwagen in die betroffenen Ortsteile zu schicken. Diese sollen die Bevölkerung über Ausweichmöglichkeiten und Anlaufstellen informieren. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BVG können derzeit Notrufe absetzen.

Betroffene Gebiete
Nach Angaben von Stromnetz Berlin sind folgende Stadtteile von der Störung betroffen:
- Niederschönweide
- Treptow-Köpenick
- Adlershof
- Johannisthal
- Altglienicke
- Teile von Rudow und Grünau
Hintergrund: Brandanschlag in Johannisthal
Auslöser des Stromausfalls war ein Brand in der Nacht gegen 3.30 Uhr. Nach bisherigen Informationen der Polizei hatten Unbekannte zwei Strommasten am Königsheideweg in Johannisthal in Brand gesetzt. Das Feuer konnte gelöscht werden, führte jedoch zu massiven Ausfällen im Leitungsnetz.

Die Polizei hat den Bereich weiträumig abgesperrt. Der Staatsschutz ermittelt, da von einem politisch motivierten Brandanschlag ausgegangen wird.
Fotos: © John Boutin / Berlin-Doku

