Es sollte eigentlich ein unspektakulärer Reparatureinsatz werden. Ein Mitarbeiter des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf war am heutigen Nachmittag auf dem Wuhletalwanderweg am Kienbergpark unterwegs, um einen beschädigten Mülleimer zu reparieren – eine routinemäßige Aufgabe, wie sie im Grünflächenmanagement täglich anfällt, dabei machte der Mann eine doppelte Entdeckung.
Im hohen Ufergras entlang der Wuhle hatte jemand einen Motorroller in den Fluss geworfen. Kurz darauf kam ein zweiter Roller zum Vorschein – ebenfalls im Wasser. Die Berliner Feuerwehr rückte zur Bergung an. Beide Fahrzeuge wurden aus dem Fluss gezogen und vorsorglich auf Kontaminationsfolie abgestellt, um zu verhindern, dass auslaufende Betriebsstoffe wie Motoröl oder Kraftstoff ins Erdreich und damit ins Grundwasser sickern. Die Polizei sicherte den Tatort und nahm Anzeigen auf.
Eine Spur führt zum Mülleimer

Was genau in einer der vergangenen Nächte passiert ist, bleibt vorerst Spekulation – doch das Spurenbild legt eine plausible Rekonstruktion nahe: Offenbar nutzten unbefugte Fahrer den Wuhletalwanderweg als nächtliche Spritztour-Strecke. Dabei fuhr mindestens einer der Roller gegen den Mülleimer und beschädigte diesen. Die Schäden am Fahrzeug korrespondieren laut bisherigen Informationen mit den Beschädigungen am Eimer.



Was folgte, war kein Zufall, sondern ein Kalkül: Die Roller wurden durch das hohe Ufergras geschoben – gezielt, um sie vor Blicken zu verbergen – und dann in die Wuhle geworfen. Eine Joggerin berichtet, dass in den Nachtstunden auf dem Wuhletalwanderweg regelmäßig Motorroller unterwegs sind. Illegale Nachtfahrten auf dem Fuß- und Radweg scheinen also kein Einzelfall zu sein. Die Polizei ermittelt nun zum genauen Hergang – und prüft insbesondere, ob die beiden Fahrzeuge zuvor gestohlen wurden.

Motorroller enthalten eine Reihe umweltgefährdender Substanzen. Motoröl und Getriebeöl können sich bei einem versenkten Fahrzeug langsam ins Wasser lösen und sind für Wasserlebewesen hochgiftig. Kraftstoff ist leicht wasserlöslich und kann Fische, Amphibien und wirbellose Tiere direkt schädigen. Bremsflüssigkeit enthält Glykole, die im Wasser biologisch nur schwer abgebaut werden. Batteriesäure aus der Starterbatterie sowie Schwermetalle aus Katalysatoren und Elektronikkomponenten können langfristig Sediment und Gewässerchemie belasten. Kunststoffe und Lacke zersetzen sich über Jahre zu Mikroplastik.


Die schnelle Reaktion der Feuerwehr mit Kontaminationsfolie war daher kein Formalismus, sondern eine notwendige Schutzmaßnahme. Wie lange die Roller bereits im Wasser lagen, ist bislang unklar – und damit auch, ob bereits Stoffe ausgetreten sind.
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Die geborgenen Roller werden nun kriminaltechnisch untersucht. Der beschädigte Mülleimer, der den ganzen Fall erst ins Rollen brachte, wurde zwischenzeitlich repariert.
Und die Wuhle fließt weiter – hoffentlich etwas sauberer als heute Nacht.
Bei den beiden geborgenen Rollern handelt es sich mutmaßlich um einen schwarzen Motorroller der Marke Kymco „Mask“, sowie um einen rot-schwarzen TGB Hawk 50. Beide Fahrzeuge wiesen deutliche Beschädigungen auf.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️




