18. August 2022

Umweltsenatorin und Wasserbetriebe rufen zum bewussten Umgang mit Wasser auf

Der heiß-trockene Hochsommer in schon viele Wochen anhaltender Dauerschleife hält ungebrochen an. Die Natur verdorrt, Flüsse versiegen, alles lechzt nach Wasser, das noch vor wenigen Jahren selbstverständlich war. Die Berliner Wasserwirtschaft hat sich mit vorausschauenden Strategien auf den an Tempo gewinnenden Klimawandel eingestellt. Weitere Anstrengungen sind erforderlich. Dazu gehört neben Investitionen aber auch die Mithilfe aller – durch den bewussten Umgang mit bzw. das Sparen von Wasser.

„Dank unserer seit mehr als hundert Jahren praktizierten Uferfiltration1ist die Berliner Trinkwasserversorgung auch in diesem Sommer sicher“, sagt Frank Bruckmann, Finanzvorstand und amtierender Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe. Das Unternehmen habe sich bereits vor mehreren Jahren mit einer vor allem drei Punkte umfassenden Resilienzstrategie auf die Folgen von Klimawandel und Stadtwachstum eingestellt. Dazu gehörten erstens der Ausbau aller Klärwerke mit weiteren Reinigungsstufen vor allem zum Schutz der Grundwasserressourcen. Essenziell sei zudem der Paradigmenwechsel beim Umgang mit dem Regenwasser weg von der Ableitung und hin zur Bewirtschaftung auf jedem Grundstück, um den raren Regen bestmöglich für das Stadtgrün und das Grundwasser zu nutzen. Und schließlich plane man drittens die Reaktivierung stillgelegter Wasserwerke und den Bau neuer Tiefbrunnen, um die Versorgung auf noch breitere Beine zu stellen. „Mit dem normalen Wasserbedarf der Stadt haben wir keine Probleme“, so Bruckmann, „aber uns machen die immer länger werdenden sommerlichen Spitzen-Zeiten Sorgen.“ Dagegen könne man gemeinsam mit den Berliner:innen etwas tun: bewusst mit dem auch bei uns immer knapper werdenden Wasser umgehen.

Wasser sparen bedeutet auch Energie sparen

Umweltsenatorin Bettina Jarasch: „Berlin wird in Zukunft, vor allem durch den Klimawandel, deutlich weniger Wasser zur Verfügung stehen. Zugleich steigt der Verbrauch, weil immer mehr Menschen in der Metropolregion leben. Das heißt: Wir müssen unsere Ressourcen sichern – genau dafür haben wir in enger Absprache mit den Berliner Wasserbetrieben den Masterplan Wasser entwickelt und auf unterschiedlichsten Ebenen bereits ausdifferenziert.“ So seien Investitionen in Klärwerke, Wasserwerke, Brunnen und das Regenwassermanagement unverzichtbar, doch auch jeder und jede einzelne könne einen Beitrag leisten. In den Haushalten werde das meiste Trinkwasser verbraucht, hier sei ein sparsamer Umgang zur Schonung der Ressourcen sehr wirksam. Und: „Jeder gesparte Kubikmeter Wasser bedeutet auch gesparte Kilowattstunden Strom2“, erklärte Jarasch. Schließlich stecke im Berliner Wasserkreislauf von den Tiefbrunnen der Wasserwerke bis zum Klärwerk so viel Energie, wie im Vergleich der Bezirk Lichtenberg pro Jahr benötige. „Wer Wasser und besonders Warmwasser spart, der handelt am effektivsten.“

Pressetermin im Wasserwerk Tegel

Alle können etwas tun, der Alltag bietet viele Möglichkeiten

Es gebe viele Möglichkeiten für den sorgsamen Umgang mit dem im Sommer raren Wasser, sind sich Senatorin und Wasserbetriebe einig. Das reiche beispielsweise vom effizienten Bewässern, also nicht während der heißen Sonnenstunden, über das Abdecken von Pools, das Verwenden von nicht mit Seife versetztem Spülwasser für Obst und Gemüse zum Gießen bis hin zur Frage, ob statt eines Wannenbades (kürzer) geduscht werde oder gar – Hollywood-Stars lassen grüßen3 – der gute alte Waschlappen wieder genutzt wird. „Wir alle sollten behutsam und bedacht mit dem Wasser umgehen“, betonten Jarasch und Bruckmann, „um insbesondere den hochsommerlichen Spitzen den Peak zu nehmen und damit Wasserressourcen, Werke und Netze zu schonen.“

————-

1Uferfiltration ist die Förderung von Grundwasser, das durch den Sog von Tiefbrunnenpumpen aus den Flüssen – hier Spree und Havel – in einem monatelangen Prozess versickert und dabei durch die Passage der Bodenschichten natürlich gereinigt worden ist. Uferfiltrat bildet mit rund 70 % die Basis der Berliner Wasserversorgung.

Die Berliner Wasserbetriebe verkaufen jährlich rund 220 Mio. m³ Trinkwasser und reinigen rund 260 Mio. m³ Abwasser. Dafür brauchen sie rund 320 Mio. Wattstunden Strom.

3Aus den USA kommender Trend, sich statt zu Duschen oder zu Baden mit dem Lappen zu waschen und so Wasser und Energie zu sparen und den Selbstschutz der Haut zu stärken.

Fotos: © Berliner Wasserbetriebe

Marzahn-Hellersdorf LIVE
Marzahn-Hellersdorf LIVE
📰 Die Redaktion von Marzahn-Hellersdorf LIVE
Marzahn-Hellersdorf LIVE wird von einem fünfköpfigen Redaktionsteam getragen, das in allen fünf Ortsteilen des Bezirks zu Hause ist. Wir berichten direkt aus dem Kiez.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

– Anzeige –

Über uns

Marzahn-Hellersdorf LIVE

Marzahn-Hellersdorf LIVE
Der unabhängige Nachrichten- und
Medienblog aus Marzahn-Hellersdorf
Informatives aus dem Bezirk,
Nachrichten aus dem Bezirksamt,
tagesaktuelle Verkehrsinformationen,
Presse- und Blaulichtberichte
aus Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf, Marzahn & Hellersdorf.

Marzahn-Hellersdorf LIVE
Postfach 52 01 43
12591 Berlin

Informationen oder Hinweise?
Schreibt uns gern eine E-Mail oder WhatsApp:
📧 info@marzahn-hellersdorf.com
WhatsApp 0176/27088739

WhatsApp-Kanal
WhatsApp WhatsApp-Kanal abonnieren

Whatsapp-Kanal abonnieren

Nächste Veranstaltungen

Letzte von Same Tags

Neustart für das Förderprogramm SolarPLUS

Berlin setzt beim Ausbau der Solarenergie weiter auf Tempo: Die neue Förderperiode des Programms SolarPLUS ist offiziell gestartet. Umgesetzt wird das Programm von der IBB Business Team GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Für das Jahr 2026 stehen

Update: Kein Splitt mehr am Recyclinghof Nordring in Marzahn

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) informiert über eine Änderung beim aktuellen Hilfsangebot gegen Eisglätte:👉 Am Recyclinghof Nordring 5 in Marzahn ist derzeit kein Splitt mehr verfügbar für Privatabholer. Nach aktuellem Stand wird kostenfreier Splitt für private Anlieger ab Montag ab 8:00 Uhr nur

Glatteis in Berlin: Senat, Bezirke und BSR bündeln Kräfte für mehr Sicherheit

Berlin reagiert auf die anhaltend extreme Glätte: In einer kurzfristig einberufenen Abstimmungsrunde haben die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, die Bezirke, die Berliner Stadtreinigung (BSR), die Wasserbetriebe sowie die Berliner Forsten zusätzliche Maßnahmen zur schnellen und wirksamen Eisbeseitigung vereinbart. Ziel

Neue Übersichtskarte zeigt Preise und Auslastung öffentlicher E-Ladepunkte in Berlin

Berlin geht einen weiteren Schritt in Richtung transparenter Elektromobilität: Mit dem Start der neuen E-Informationsplattform Berlin erhalten Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos ab sofort einen umfassenden Überblick über das öffentliche Ladenetz in der Hauptstadt. Über die digitale Karte unter 👉 https://viz.berlin.de/e-infoplattformlassen sich

Whatsapp-Kanal abonnieren

– Anzeige –

Nächste Veranstaltungen

Kompakter Banner: Hier könnte Ihre Werbung stehen

Über uns

Marzahn-Hellersdorf LIVE

Marzahn-Hellersdorf LIVE
Der unabhängige Nachrichten- und
Medienblog aus Marzahn-Hellersdorf
Informatives aus dem Bezirk,
Nachrichten aus dem Bezirksamt,
tagesaktuelle Verkehrsinformationen,
Presse- und Blaulichtberichte
aus Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf, Marzahn & Hellersdorf.

Marzahn-Hellersdorf LIVE
Postfach 52 01 43
12591 Berlin

Informationen oder Hinweise?
Schreibt uns gern eine E-Mail oder WhatsApp:
📧 info@marzahn-hellersdorf.com
WhatsApp 0176/27088739

WhatsApp-Kanal
WhatsApp WhatsApp-Kanal abonnieren

Schon gelesen?

Trinkwasser-Untersuchung auf Blei: Schreiben von SGS im Auftrag der STADT UND LAND ist echt

In mehreren Wohnhäusern in Marzahn-Hellersdorf sorgt derzeit ein Schreiben der

Straßenbahn 60, 27 und 67 Baumaßnahmen

Die Berliner Verkehrsbetriebe sorgen für holperfreie Fahrt. Die BVG repariert