Die Zukunft des Geländes am ehemaligen Wernerbad bleibt weiter offen. Nachdem die Verhandlungen zwischen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Berlinovo und der Caritas über den Bau einer Wohn- und Pflegeeinrichtung im Februar scheiterten, sorgt nun ein geändertes Nutzungskonzept für Diskussionen im Bezirk, berichtet Alexander J. Herrmann (CDU) in seinem aktuellen Newsletter.
Die Caritas hatte vorgeschlagen, statt der ursprünglich geplanten stationären Einrichtung eine ambulante „Senioren-Residenz“ zu errichten. Doch dieses Modell stößt auf deutliche Kritik: Zum einen widerspricht es dem Bebauungsplan 10-63, der für das Areal ein überwiegend stationäres Pflegeangebot vorsieht. Zum anderen sehen viele Anwohner im Kiez einen dringenden Bedarf an zusätzlichen stationären Pflegeplätzen.
Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic (CDU) erteilte den Plänen daher eine klare Absage. Inzwischen hat die Caritas ihre Vorhaben am Standort aufgegeben. „Eine rein ambulante Nutzung entspricht weder dem Bedarf noch den festgelegten Rahmenbedingungen“, so die Begründung.
Das Bezirksamt führte in den vergangenen Monaten intensive Gespräche mit der Berlinovo sowie Vertretern mehrerer Senatsverwaltungen, um neue Träger zu gewinnen. Ziel bleibt eine kiezverträgliche Entwicklung, die sowohl den Interessen der Anwohner als auch den rechtlichen Vorgaben gerecht wird.
Das ehemalige Wernerbad im Sommer 2025
Bebauungsplan setzt Grenzen
Der gültige Bebauungsplan legt fest: Nur ein überwiegend stationäres Pflegeangebot ist zulässig, das restliche Areal ist als private, naturnahe Parkanlage ausgewiesen. Damit soll einerseits die dringend benötigte Versorgung älterer Menschen im Kiez gesichert, andererseits aber auch die Natur rund um den Wernersee geschützt werden.
Das verlassene Wernerbad 2014
Forderung nach öffentlichem Zugang
Parallel zu den Verhandlungen um die künftige Nutzung bleibt auch der Wunsch vieler Anwohner nach einem öffentlichen Zugang zum Wernerssee bestehen. Besonders im Fokus: der südliche Bereich mit dem bekannten Nilpferd Knautschke. Ein tagsüber zugänglicher Bereich – behutsam angelegt und im Einklang mit Flora und Fauna – soll nach Zusage der Berlinovo gemeinsam mit dem künftigen Träger geprüft werden.
Lost Place: Wernerbad 2015
Damit bleibt die Entwicklung am Wernersee ein Balanceakt zwischen sozialer Infrastruktur und Naturschutz – mit hoher Bedeutung für die Menschen im Kiez.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

