Eine Serie nächtlicher Brände hat am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag für Aufregung im südlichen Hellersdorf gesorgt. In mehreren Straßen des sogenannten „Gelben Viertels“ kam es zu Brandstiftungen an Fahrzeugen und Müllcontainern. Die Berliner Feuerwehr und Polizei waren bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, doch der entstandene Sachschaden ist erheblich. Die Polizei prüft Zusammenhänge zwischen den Taten – in der betroffenen Nachbarschaft häufen sich seit Monaten ähnliche Brandvorfälle.
🔥 Fahrzeugbrand nahe U-Bahnhof Kienberg
Der erste Alarm erreichte die Berliner Feuerwehr gegen 22:45 Uhr. Anwohner der Erich-Kästner-Straße hatten Rauch und Flammen an einem geparkten Skoda bemerkt und unverzüglich den Notruf gewählt. Der Wagen stand im Heckbereich in Flammen, die Hitze war so intensiv, dass auch ein direkt daneben abgestellter Tesla in Mitleidenschaft gezogen wurde – auch dieser wurde im hinteren Bereich beschädigt.


Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwache Hellersdorf konnten den Brand zügig löschen und verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf weitere Fahrzeuge. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Ein möglicher Hinweis auf die Täter ergibt sich aus dem Umstand, dass der beschädigte Tesla mit aktivem Wächtermodus geparkt war. Die integrierten Kameras des Fahrzeugs könnten Bildmaterial der mutmaßlichen Brandstifter aufgezeichnet haben. Die Polizei hat entsprechende Daten gesichert und wertet diese nun aus.
„Letzten Sommer haben hier in der Umgebung gleich mehrere Transporter innerhalb mehrerer Nächte gebrannt – auch direkt in unserer Straße“, erinnert sich René, Anwohner der Erich-Kästner-Straße. „Damals hieß es auch, es gäbe eine Serie. Ich frage mich, warum das immer wieder passiert und ob jemand gezielt unsere Ecke im Visier hat.“
🔥 Müllcontainer am Forum Kienberg vollständig zerstört
Knapp eine halbe Stunde später, gegen 23:20 Uhr, wurden Feuerwehr und Polizei erneut alarmiert – diesmal an die Etkar-André-Straße, nahe dem Forum Kienberg. Dort hatten Anwohner Flammen in einer Müllstandsfläche bemerkt. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der gesamte Bereich bereits in Vollbrand. Neun Müllcontainer wurden den bisherigen Informationen zufolge durch das Feuer vollständig zerstört.


Die Flammen drohten auf angrenzende Gebäudeteile überzugreifen, was durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr verhindert werden konnte. Die Löschmaßnahmen dauerten rund 30 Minuten an. Auch hier schließt die Polizei Brandstiftung nicht aus.
🔥 Geistesgegenwärtiges Handeln verhindert größeren Schaden an Pkw
Gegen 01:10 Uhr meldete sich ein Anwohner der Neuen Grottkauer Straße selbst bei der Feuerwehr. Er hatte an seinem geparkten Fahrzeug Flammen am vorderen Reifen entdeckt. Noch bevor die Einsatzkräfte eintrafen, löschte der Mann das Feuer eigenständig.


Die wenig später eintreffenden Kräfte der Berufsfeuerwache Hellersdorf kontrollierten den betroffenen Bereich mit einer Wärmebildkamera. Bei der anschließenden Untersuchung wurden augenscheinlich deutliche Spuren eines Brandbeschleunigers festgestellt. Die Rückstände einer brennbaren Flüssigkeit hatten sich am Reifen verteilt und liefen in einer schmierigen Spur am Fahrzeug entlang – ein klares Indiz für eine gezielte, vorsätzliche Brandstiftung.
🔥 Einsatz in der Maxie-Wander-Straße: Müllcontainer brennt vor Nachbarschaftstreff „MAXIE-Treff“
Gegen 2:00 Uhr wurden die Einsatzkräfte ein weiteres Mal in den Kiez gerufen. In der Maxie-Wander-Straße, unmittelbar vor dem Nachbarschaftstreff Maxie-Treff, hörten Anwohner einen lauten Knall und entdeckten einen weiteren Brand.



In einer Müllstandsfläche brannten Müllcontainer, das Feuer drohte auf weitere Tonnen überzugreifen. Die Feuerwehr konnte den Brand rasch eindämmen und eine Ausweitung verhindern.
„Wir hatten schon 2020 hier eine ganze Reihe Fahrzeugbrände – fast dieselben Straßenzüge wie jetzt“, berichtet Kerstin aus der Maxie-Wander-Straße. „Damals wurde ein polizeibekannter Brandstifter gefasst, aber er kam mit Bewährung davon. Ich frage mich, ob das abschreckend genug war. Die Angst ist jedenfalls wieder da.“
Polizei ermittelt – Häufung von Brandstiftungen im „Gelben Viertel“
In allen vier Fällen wurde Sachschaden verursacht, Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung aufgenommen und prüft, ob ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Vorfällen besteht. Die betroffenen Straßen – Erich-Kästner-Straße, Etkar-André-Straße, Neue Grottkauer Straße, Maxie-Wander-Straße, Auerbacher Ring, John-Heartfield-Straße und Carola-Neher-Straße – liegen alle im Nahbereich zueinander.
Bereits in den vergangenen Monaten kam es im Umfeld des „Gelben Viertels“ wiederholt zu Bränden – vor allem an Müllcontainern und abgestellten Fahrzeugen. Die Häufung solcher Taten sorgt bei vielen Anwohnerinnen und Anwohnern für zunehmende Besorgnis. Die Polizei bittet nun um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder über sachdienliche Informationen verfügt, wird gebeten, sich bei jeder Polizeidienststelle zu melden.
Fotos: © John Boutin / Berlin-Doku , Fabi F. , David Jahn

