Auf einem derzeit nur teilweise genutzten Grundstück in Berlin -Biesdorf soll in absehbarer Zeit ein umfangreiches Neubauprojekt der realisiert werden. Ein kürzlich erteilter positiver Bauvorbescheid nach § 34 BauGB macht den Weg frei für die Errichtung eines modernen Wohn- und Geschäftskomplexes auf dem Grundstück des ehemaligen „Preisgewitter-Marktes“in der Wuhlestraße, der sowohl den dringend benötigten Wohnraum als auch die Nahversorgung für das Umfeld stärken soll, teilt das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf auf unsere Anfrage mit.
Eckdaten des Vorhabens
Zentral auf dem Grundstück ist ein eingeschossiges Sockelgeschoss geplant, auf dem zwei freistehende Punkthochhäuser in die Höhe ragen werden. Die Gebäude sollen jeweils 12 Vollgeschosse umfassen; auffällig ist, dass die obersten zwei Geschosse an den Längsseiten deutlich zurückgestaffelt werden, um trotz der Höhe ein gestalterisch aufgelockertes Erscheinungsbild zu erzielen. Insgesamt sind 212 Wohnungen vorgesehen, die sich auf beide Punkthochhäuser verteilen.
Neben dem reinen Wohnanteil sieht der Vorbescheid auch eine gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss vor. Konkret sollen eine Drogerie und ein Bäcker einziehen – wichtige Nahversorgungsangebote direkt am Standort, die auch für umliegende Anwohnerinnen und Anwohner attraktiv sein dürften. Um den erhöhten Parkraumbedarf vor Ort abzudecken, soll eine Tiefgarage errichtet werden. Gemeinsam mit zusätzlichen Stellflächen oberirdisch werden insgesamt 112 Pkw-Stellplätze geschaffen. Die geplante Geschossfläche (BGF) für das gesamte Projekt liegt bei 12.700 Quadratmetern.
Das noch unbebaute Grundstück im April 2025
Anpassung des Bebauungsplans
Obwohl der Bebauungsplan 10-47 ursprünglich Sondergebiete der Nahversorgung vorsah, wurde er im Zuge der Planung angepasst, damit der Bauherr – das städtische Wohnungsunternehmen degewo – die Flächen auch für Wohnzwecke nutzen kann. Hintergrund dieser Änderung ist die anhaltend hohe Nachfrage nach neuem Wohnraum in Berlin. Da viele dieser Grundstücke bislang mit eingeschossigen Nahversorgungseinrichtungen oder Kfz-Stellplatzanlagen bebaut waren, erkennt der Bezirk nun in der Kombination aus Wohn- und Gewerbeflächen ein erhebliches Potenzial.
Beteiligung der Anwohnerschaft
Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung dieses Projekts soll die Beteiligung der Anwohnerschaft spielen. Das städtische Wohnungsunternehmen, dem das Grundstück gehört, hat seine Bereitschaft bekundet, die Nachbarschaft einzubinden und in einem offenen Austauschformat an den Planungen teilhaben zu lassen. Ziel ist es, so früh wie möglich auf Anregungen, Fragen oder mögliche Bedenken einzugehen.

Versiegelte Fläche
Ein wesentlicher Aspekt bei großflächigen Neubauvorhaben ist die Frage nach der Versiegelung des Bodens. Laut Bauvorbescheid werden bereits 48 Prozent der Grundstücksfläche durch die Wohngebäude selbst beansprucht. Hinzu kommen Flächen für Zufahrten, Gehwege, die Tiefgaragenzufahrt sowie oberirdische Stellplätze. Dadurch erhöht sich die versiegelte Fläche auf insgesamt 74 Prozent. Dennoch hofft man, durch ein modernes Konzept der Freiraumgestaltung – darunter möglicherweise begrünte Dachflächen oder durchdachte Bepflanzungen auf dem Gelände – die Aufenthaltsqualität für die Bewohner und die Nachbarschaft zu verbessern.
Ausblick
Mit dem erteilten Bauvorbescheid ist ein wichtiger Schritt in Richtung Realisierung getan. Zwar steht der endgültige Baubeginn noch nicht fest, doch die vorbereitenden Arbeiten und Gespräche laufen bereits. Aus Sicht des Bezirksamts verspricht das Projekt eine gezielte Stärkung der Nahversorgung, gepaart mit einer deutlichen Entlastung des angespannten Wohnungsmarkts.
Der alte Preisgewitter-Markt 2023
Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie die Bevölkerung auf das Bauvorhaben reagiert. Durch die aktive Einbeziehung der Anwohnerschaft soll sichergestellt werden, dass das Großprojekt nicht nur stadtplanerisch und architektonisch überzeugt, sondern auch lokal in Biesdorf Akzeptanz findet.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

